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Fremdschämen

Muss mich gerade aufregen über diesen Artikel bei N4T Ich weiß nicht, wie der hier geschilderte Unterricht wirklich ablief, aber die Schilderung macht mich kirre.

Mit ihren Tablets können sich die Jugendlichen interaktiv am Unterricht beteiligen.

Äh – ja? Alle sitzen in einem Raum. Was gibt es da bitte für Interaktivitätsbeschränkungen? Ich kann das mit meinen SuS sogar in 3D! Ne – warte. 4D ginge auch, weil sich die Schüler/innen sogar noch gegenseitig anfassen könnten. Oder 5D, weil sie nach Sport gegenseitig zu riechen sind? Zumindest kommt durch die Konzentration auf den Mensch, so wie er sich gibt, unvermittelt durch einen Bildschirm, nicht objektiviert, durchaus mehr „rüber“.

ruft Bilder und kleine Texte auf, die zeitgleich auf den Geräten der Schüler erscheinen

Alle SuS sehen zur gleichen Zeit das gleiche Bild und den gleichen Text – aber jeder an seinem eigenen Gerät? Gibt es einen Grund für den Einsatz individueller Bildschirme hier? Beinhaltet die Schilderung einen nachvollziehbaren Grund, warum man hier z.B. auf unterschiedliche Geschwindigkeiten bei den Lernern setzen müsste? Nein. Das geschilderte setting ist die Intro für

lässt … plötzlich Bilder von Babys auf den Tablets erscheinen

„Erscheinen“. Cool. Fortgeschrittene Technik ist eben von Magie nicht zu unterscheiden. Im Ernst: Das ginge auch noch auf einem OHP. Folie 1: Pizza, Gurke, Salat. Folie 2: Babys. Oder man spart sich diesen Einstieg, dessen Funktion nur die Erinnerung daran ist, dass es um Menschen als Ware geht und steigt direkt mit dem eigentlichen Thema ein: Designer Babys. Ein Artikel zum aktuellen Fall – ist das nicht kognitive Aktivierung genug? Nun ja. Dann täte es eine Karikatur zum Thema auch. Die hätte dann noch methodisch einen Anspruch, der über „ich will Pizza“ hinausgeht. Aber „es wird ein bisschen diskutiert“ zu Pizza oder Salat. Ist ja auch toll. Und relevant.

Die SuS können dann über „ihr Baby“ abstimmen.

Die anonyme Auswertung erfolgt sekundenschnell.

Schade. Die Bezugnahme auf die Wünsche der anderen SuS ist so unmöglich. Gibt es auch einen Knopf für „ich verweigere die Antwort, weil ich das ganze setting schon moralisch abstoßend finde“? Wenn nicht, dann sag ich das eher in einem Unterricht, der gleich von Anfang an ohne push the button, click the like auskommt, als hier, den Blick auf ein eigenes Tablet gerichtet, von den anderen im Zimmer somit teilweise isoliert.

Schon ist der Lehrer beim Thema Genmanipulation und «Designer-Babys». Eine ernste Diskussion setzt ein.

Echt? Der Lehrer ist da? Und die SuS? Die sind bis hier her: Informationsfrei. Gleich nach Pizza und blaue Augen. Bin begeistert. So muss die Zukunft aussehen. Wir diskutieren aus dem Bauch raus, weil an Emotionen fehlt es heute.

Präkonzepte der SuS erfassen geht so. Diskussion geht anders.

Weiter geht’s:

Im Unterricht aber auch von zu Hause können die Schüler auf Lernmaterialien zugreifen, eine Software zum Zusammenarbeiten und einen Messenger nutzen oder gemeinsam Office-Dokumente bearbeiten.

Das ist ja super, dass die SuS das können. Die bearbeiten auf dem Tablet und ohne Tastatur Text, Tabellen und Präsentationen? Die werden eher kurz bleiben, die Begründungen in der Argumentation dazu auch.

Überhaupt: Baden-Württemberg ist seiner Zeit ja um 10 Jahre voraus! Seitdem können unsere SuS, wenn die Schule ein paar mal hintereinander bei BelWü auf die richtigen Knöpfe klicken kann und die Lehrer/innen die entsprechenden Fortbildungen besuchten, das nämlich auch: Lernmaterialien abrufen, von zu Hause arbeiten, kommunizieren, gemeinsam arbeiten. Nennt sich ganz unerotisch Moodle. Gut – da geht die Arbeit dann nicht an Office-Dokumenten, sondern z.B. gemeinsam an Wikis; und die Kommunikation müsste in Moodle-Chats abgebildet werden, wenn die Foren nicht reichen, aber im Prinzip wäre alles da. Am KvFG ginge sogar die gemeinsame Arbeit an allen denkbaren Office-Dokumenten Dank Collabora Office und nextCloud mit integrierter Chatfunktion. Aber ich komme vom Thema ab.

Im Artikel geht es im heute üblichen Duktus weiter. Sogar das hier fällt noch

Lehrkräfte … sich künftig häufiger als Moderator, Anreger und Berater verstehen.

Empirie aus der Unterrichtsforschung ist hier also ebenso Wurst wie der aus den Zeilen triefende unkritische Kommerz sein Brot. Um es kurz zu machen: Ich habe selten eine solche Ansammlung von Maßnahmen auf Sichtstruktur lesen dürfen, die eben eines nicht leistet: den Mehrwert digitaler Medien zu zeigen. Was also ist der Sinn des Artikels?

Ich fürchte: Namedropping!

Die üblichen Verdächtigen mit ihren heute hippen Lösungen sollen genannt werden. Eine andere Funktion als Werbung kann ich mir schwer vorstellen, denn auch die anderen im Artikel genannten Beispiele zur konkreten Unterrichtspraxis sind die, die ich seit 1999 hörte, lange Zeit auf Fortbildungen zeigte, mit den Lehrkräften dort erarbeitete und noch heute direkt im eigenen Unterricht nutze. Nur der technische Wandel schlägt sich nieder: Monsterdisplays mit Tabletfunktionalität ersetzen inzwischen die Beamer (positiv, weil meist einfacher zu bedienen); Tablets ersetzen Laptops (negativ, weil die Tastatur fehlt und das komplette jeweilige Werbeökosystem inklusive Datenabfluss mitgekauft wird).  So wundert mich auch nicht, dass direkt neben dem Artikel der Shop verlinkt ist. Und Facebook und Google werden über entsprechende JavaScript-Einbindungen mitversorgt.

So, wie der konkrete Unterricht im Artikel geschildert wird, geht es wohl kaum voran, sondern nur schneller im ewig gleichen Kreis herum.

Configfest

OK – das ist jetzt auf den ersten Blick kein Werbebildchen für schulische Vorbereitungsräume, aber ich war trotzdem baff, wie viel Platz die am QG für ihre Arbeit im Schulnetz haben. Wir könnten in unserem Räumle gerade noch die Kartons im Bildvordergrund unterbringen – aber dann uns selbst nicht mehr.

Getagt (genächtigt) haben wir in einem weiteren Raum, dessen Funktion wohl die ist, ein Raum zu sein, in dem man sich aufhalten kann – für Besprechungen oder was auch immer. Ich war da wieder hübsch neidisch auf deren Platz im Haus.

In einer dem Bild oben gleichenden Atmosphäre gingen die Arbeiten zügig von der Hand: DomU rüber kopieren auf den neuen Server; DomU Update; Apache Config und noch ein paar andere Kleinigkeiten wie den Postfixadmin updaten und reparieren, alten Kram entsorgen – und dann zum Thema des Tages: Exim als Mailserver einrichten.

Überzeugt waren wir schnell von der Mächtigkeit. Auch schien uns die Struktur klarer zu sein, als bei Postfix. Also haben wir an den frisch eingerichteten Exim gleich einen Mailman getackert und getestet … und dann war leider die Kraft und die Zeit und die Pizza alle, bevor wir beim geplanten Setup mit Rspamd, DKIM, DMARC und SPF weiter vordringen konnten. Die nächste Session wird kommen.

BBB

Big Blue Button (BBB) ist eine Webkonferenz Lösung, die sich für den Edu-Markt selbst empfiehlt, auch weil sie eine Moodle Integration mitbringt. Da ich selbst Apache Open Meeting regelmäßiger verwende, wollte ich mir BBB einmal genauer ansehen. Außerdem: BBB soll – so klingt aus aus dem grapevine –  Teil der DBP werden, was mich fast so weit brachte, das selbst zu installieren. Eine VM hätte ich noch frei gehabt und die Installation ist kein Hexenwerk. Dankenswerter Weise hatte Andreas ein paar Stunden früher als ich die genau gleiche Motivation und dessen Installation nutzten wir vorgestern für einen Testlauf.
Erster Eindruck: Flash! Ich kann das einerseits verstehen, dass man auf Flash setzt, weil es Mikrofon und Webcam brav durchreicht. Aber Flash ist tot. Flash läuft nicht überall (z.B. auf Apple nicht). Flash ist nicht nur gefühlt eine Sammlung an Sicherheitslücken. Flash ist old school. „Brückentechnologie“. Bis die richtige Lösung kommt (HTML5 und WebRTC) könnte man jedoch damit leben.
Ebenfalls Teil des ersten Eindrucks: Java! Um den eigenen Bildschirm teilen zu können, muss ein nicht signiertes Java Applet zuerst herunter geladen und dann lokal gestartet werden. Das lässt nicht jeder Rechner einfach so zu, läuft dafür aber auch mit openJDK und damit ohne Oracle.
Zweiter Eindruck: Fummelig, kontraintuitiv, 19. Jh. Ich kann eine PDF hochladen und die kann man gemeinsam ansehen. Ich kann auch darin rummalen. Aber ich kann das Gemalte nicht speichern. Ich kann nicht richtig bearbeiten, was ich gerade gezeichnet habe. Eigentlich kann ich nur eine Präsentation ablaufen lassen und dabei reden. Das ist ein wenig wie lächeln und winken. Meine Zuhörer sehen mich und können, wenn ich das zulasse, Rückfragen stellen. Ich kann auf die Schnelle kleine Tests / Rückfragen einbauen, die diese mit einem Klick abnicken. Speichern kann ich die Ergebnisse nicht und auch nicht zuordnen. Frontalunterricht mit schicki klicki Optionen. Dabei muss ich die Augen permanent überall haben: Links oben gucken, ob sich jemand meldet oder seine „Laune“ ändert, rechts gucken, ob einer chattet oder dort eine Frage stellt, in der Mitte auf meine Präsentation gucken, zeichnen, texten und präsentieren und bei alledem in der Webcam nicht komplett doof aussehen (besonders schwer). Das geht mit drei bis vier disziplinierten Leuten noch glatt … und endet mit vielen SuS sicherlich im Chaos.
Dritter Eindruck: Dumbo Explorer. Es scheint keine ACLs für den Upload-Ordner zu geben und vor allem keine Möglichkeit, Unterordner anzulegen. Die PDF, die ich hochlade, gehört danach jedem. Das wird an einer Schule (also in der DBP) innerhalb kurzer Zeit zu komplett unübersichtlichen Chaosverzeichnissen führen. Im dümmsten Fall führt es zu urheber- und datenschutzrechtlichen Problemen.
Gesamteindruck: Insgesamt „nett“, wenn auch in vielen alltagskritischen Details weniger durchdacht als Apache Open Meeting.

  • Evtl. ist BBB für Kleinstgruppen mit klarer Hierarchie in einer nachhilfe-ähnlichen Situation zu gebrauchen, bei der man gemeinsam aber angeleitet in einen PDF-Scan des Schulbuches blickt?
  • Oder BBB ist geeignet für ein Screensharing-Setting, bei dem einer am gemeinsamen Dokument in der nextCloud arbeitet und die anderen helfen bei den Formulierungen etc.
  • Oder BBB ist geeignet für eine kleine, sehr disziplinierte Arbeitsgruppe, die ihre Arbeit mit Screenshots sichert (wer will das?) und hinterher ihre Dokumente aufräumt (digitales Tafelwischen).
  • Oder BBB ist geeignet für Nerds, die z.B. noch kurz ein Wiki im parallel laufenden Moodle dazu werfen, weil der Chat in BBB nicht ausreicht, die sich im nextCloud mit Collabora – am besten auf einem zweiten Bildschirm – ein Dokument gemeinsam vornehmen können.
  • Oder BBB ist eine PR-Lösung: Ein Spielzeug für ein paar Menschen, die gerne Arbeitszeit und Geld öffentlich verbrennen, weil es in der Elternschaft bei einer Demo cool ankommt. Dann wäre es ein Tool für die, die nicht fit genug sind, die Vielzahl an höher spezialisierten, dafür weitaus mächtigeren Werkzeugen zu bedienen.

Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse, dann finde ich für BBB als Webkonferenzsystem keinen großen schulischen Markt, sondern nur kleine und sehr spezielle:  Wer fit genug ist, die vielen für Online-Kollaboration nötigen Werkzeuge zu kontrollieren, kommt mit einem reinen WebRTC Server, Etherpad, nextCloud, Collabora und Moodle viel besser klar und hat auch viel mehr Möglichkeiten. Und die, die eine höher integrierte einfache Lösung benötigen würden, sind technisch oft nicht fit genug, um mit BBB produktiv umzugehen.
Aber es wird kommen. Also setzt man bestimmt bald eine PG ein, die nach Einsatzszenarien fahndet, in denen man mit den vielen Glitches leben kann. Lasst mich raten: Vor dem Hintergrund meiner bisherigen Funde und der aktuellen bildungspolitischen Vokabelwolke müssen für BBB die folgenden Begriffe fallen: Differenzierung, Individualisierung, individualisierte Betreuung, S-L-Gruppen. Evtl noch Berufsorientierung, Studierfähigkeit, Nachhilfe, Leistungsgruppe, Arbeitsgruppe. Neu aufleben wird ein ganz alter Begriff: Instruktion.

Redmine > Mantis?

Unser Bugtracker unter Redmine wird nur von sehr wenigen Menschen befüllt. Lieber mault man rum, statt kurz einen Bericht abzugeben. Ich vermute, das könnte auch damit zusammenhängen, dass alle (!) Bugtracker auf den ersten Blick komplexe Oberflächen haben, die die Berichtenden abschrecken.
Viel einfacher wäre es doch, die User schickten eine Mail an eine bestimmte Adresse (allestutwieimmergarnicht@kvfg.de) und diese Mail wird dann vom Bugtracker selbständig abgeholt und als Bugreport in’s System gelegt, so dass er dort weiter bearbeitet werden kann.
Mantis kann das mit einem Plugin .
Und außerdem ist Mantis im Gegensatz zu Redmine auf einem Smartphone bedienbar, ohne dass man vor lauter pinch & zoom schwitzige Finger bekommt.


Mantis lässt sich im Vergleich zu einem Redmine auch viel viel einfacher installieren und damit aktuell halten. Für Redmine saß ich einen Tag und suchte mir Schritt für Schritt zu den entstandenen Problemen Antworten aus X Foren zusammen. Mantis war nach ein paar Minuten online – ohne auch nur einmal zu zicken.
Den Auth gegenüber unserem LDAP hab ich schon am Laufen. Was leider nicht klappt, ist der Auth gegenüber mehreren backends – also z.B. LDAP und als Fallback dann MD5 in der lokalen DB der Installation.

2FA für Moodle

Wäre es nicht schön, wir L könnten mit unserem „internen Moodle“ (kvfg.org) viel mehr machen, als aktuell? Z.B. dieses dazu nutzen, auch eindeutig personenbezogene Daten … evtl. bis hin zu Anwesenheitslisten, Berichte und Noten … untereinander austauschen?
Dazu müsste dieses eine Art von „Verwaltungsnetz light“ werden und da reicht die Authentifizierung mit Benutzername und Passwort nicht aus. Ein zweiter Faktor für die Authentifizierung wäre nötig. Das könnte ein openVPN Zugang zu einer „versteckten“ Moodle-Installation sein. Ich behaupte aber mal frank un: Die heute gewählte Backup-Methode wäre schneller, dachte ich. Ist sie aber nicht. Im Gegenteil. Die braucht noch länger als letzten Samstag. Dafür sollte die DIenste aber weitgehend zur Verfügung stehen, evtl. nur etwas langsamer reagieren … Also fummelt dran und drin rum … kann jetzd frei: In einem Kollegium, in dem nach 14 Jahren Moodle noch nicht jedem klar ist, was ein Einschreibschlüssel ist, brauch ich nicht mit openVPN ankommen. Die meisten L erkennen weder das Problem, noch wären sie fähig, die Lösung zu ergooglen. Also muss etwas Einfacheres her: TOTP!
Getestet habe ich das heute Vormittag mit diesem Plugin an einem meiner Testmoodles. Das sich ergebende Prozedere für unsere Schule wäre vermutlich:
a) Installation und Konfiguration des Plugins. Das hab ich nun getestet – müsste zügig gehen.
b) Umstellung aller L-Konten auf E-Mail basiert mit Whitelist für kvfg.de oder Umstellung aller L-Konten auf LDAPs gegenüber dem LDAP-Replication-Server. Das ging über MySQL mit einem von Daniel verifizierten Einzeilerchen.
Das wäre im allerdümmsten Fall ein Nachmittag.
c) Plugin aktivieren im Backend von Moodle.

d) Die Benutzer loggen sich ein und aktivieren  für sich 2FA.

Ein Klick auf den Button.

Dann den QRCode mit dem Handy scannen. Wie das geht, kann ich nicht zeigen, weil FreeOTP keine Screenshots zulässt auf LineageOS.
Dann gleich mal ausprobieren: in FreeOTP einen Token erzeugen. Diesen oben unter 2. eingeben und auf Bestätigen klicken.
e) Moodle wäre ab diesem Moment tot: 2FA ist noch nicht die gültige Login-URL aber alle Benutzer müssten diese schon nutzen. Ich sehe zwei Möglichkeiten:

  1. Die Umstellung wird gemeinsam vorgenommen und gleich im Anschluss scharf geschaltet. Klingt nicht toll, wenn es um 100 Betroffene geht.
  2. Ich stelle alle Konten händisch oder direkt in MySQL zurück auf E-Mail basiert.

Die beiden letzten Schritte zusammen dürfte ungefähr einen Monat brauchen – auf Grund der permanenten Korrektur an der Loginmethode und der bestimmt anfallenden Betreuungszeit.
f) Sind alle durch das Verfahren durch: Setzen der alternativen Login-URL für 2FA als Standard-Login. Geht flott.
Ab diesem Moment meldet man sich zwar weiterhin zuerst mit Benutzername und Passwort an, landet dann aber auf der Seite, auf der das TOTP eingegeben werden muss.

Also: Handy zücken und FreeOTP aufmachen, TOTP generieren und den Zahlencode oben eingeben. Schwupps. Drin.
Zu klären wäre, ob jeder L (s)ein Handy hierfür einsetzen wollen würde. Man kann sich ja durchaus auf die Position stellen, FreeOTP nicht auf dem eigenen Gerät haben zu wollen. Dann müssten Diensthandys beschafft werden. Diese wären zwar nicht so teuer, dann aber eine zusätzliche Baustelle bezüglich Pflege: GAPs gehören da z.B. nicht mit drauf, aber permanent frische Updates.
Lohnt sich dieser Aufwand? Dazu kommt dann ja frei Haus noch das Gemaule oben drauf, dass alles viel zu kompliziert ist, früher alles besser war, wie immer überhaupt nix tut etc. pp. Nach allem was ich so aus dem Walde rauschen höre, kommt so eine ähnliche Lösung demnächst eh von Oben daher, so dass, im Turkstil, auch alle Daten aller Lehrer/innen zentral vorliegen und gesichtet werden können. Dezentralisierte oder gar lokale Lösungen werden zeitnah aussterben … Will ich vor diesem Hintergrund einem dem Tod geweihten Moodle noch meine Stunden hinterher werfen?
Andererseits: Unsere User wären dann 2FA schon gewohnt. Die Umstellung auf den zentralen Segen von Oben wäre für sie einfacher zu machen und wir wären, was Datenschutz angeht, super gut aufgestellt. Dazu kommt: Der Wald rauscht – aber da können noch viele Monate ins Land ziehen, bis die Bildungscloud tatsächlich für alle ausgerollt wird.
PS: 2FA für Horde wird vermutlich erst mit Horde6 kommen.

Fortschritte

Mein Eindruck ist: Es geht dieses Jahr einfach langsamer voran als in den Jahren zuvor und vor allem als geplant. Zu viele Baustellen tun sich auf, mit denen keiner gerechnet hat (z.B. der Umstand, dass wir immer noch Routerprobleme haben und somit von unserer 400MBit Leitung kaum etwas spüren). Aber in den letzten beiden Tagen machte es ein paar Hopser. Nicht nur wurden gestern die Server „unter“ kvfg.net und kvfg.org auf Jessie gelupft – ich habe mir auch unser Monster gekrallt und darauf mit Collabora-Office (ein LibreOffice für den Browser) zusammen mit NextCloud experimentiert.

NextCloud sieht, wenn wundert es, erst einmal aus wie ownCloud, bringt aber ein paar Module schon mit, die bei ownCloud als Thirdparty gelten. Neue Dokumente lassen sich im Dateibaum direkt anlegen.

LibreOffice Impress Dateien können dort angelegt und auch gemeinsam bearbeitet werden …

… was auch für LibreOffice Calc Dokumente geht. Allerdings fehlt Collabora in Calc zum jetzigen Stand noch ein Grafikmodul – ganz im Gegensatz zu unserem Ethercalc.

LibreOffice Writer in der Cloud ist für uns ja schon ein älterer Hut.

Das kann unsere ownCloud Installation auf Karlchen seit ein paar Jahren (März 2015) und ebenfalls so, dass mehrere Menschen parallel an einem Dokument arbeiten können. Das Bild oben gibt einen kurzen Einblick – und zeigt auch gleich die Unterschiede zwischen den beiden LibreOffice-Writer-basierenden Editoren auf.
Collabora sieht nicht nur schicker aus und bringt viel mehr LibreOffice-Funktionen mit – darunter die Kommentarfunktion, die ich in der Desktop-Version ganz praktisch finde, weil ich dann nicht im Text direkt kommentieren muss – sondern auch einen Packen Probleme. Die Nachteile von Collabora sind nicht zu unterschätzen: Das über einen Docker-Container im System verankerte Tool frisst RAM und CPU. Unter 6GB RAM braucht man nicht anfangen und Bandbreite benötigt es ebenfalls satt. Wenn ich das ausrolle, dann muss es zu Hetzner. Im Haus macht das ohne ein Glasfaserkabel und synchrone Anbindung wenig Sinn, ist doch unser Upstream aktuell eine Bremse für die Arbeit zu Hause.
Außerdem: OnlyOffice will ich mir noch ansehen, bevor ich mich auf Collabora festlege. Deren Groupware will ich jedoch nicht. Da ist mir ownCloud / nextCloud näher. Technisch sollte das  machbar sein – inklusive Anbindung über LDAPs ans Haus.

Netzarbeiten

Die Todo-Liste für die Netzwerkarbeiten in den Ferien ist etwas übervoll geraten. Geplant und teilweise auch schon begonnen:

  • Mailserver mit Horde5 für die LuL unter Ubuntu 16.04.1 LTS komplett neu aufsetzen
  • Wetterserver von wview auf WeeWX umstellen
  • Upgrade des Servers Scolis auf Ubuntu 16.04.1 LTS
  • Upgrade des Servers Karlchen auf Ubuntu 16.04.1 LTS
  • Cisco Core Switch einbauen und evtl. auch für Netztrennung konfigurieren, sofern OpenVSwitch (s.u.) nicht zum Einsatz kommt
  • ServerG auf SBE2 mit OpenVSwitch umstellen, Benutzerkonten neu anlegen
  • Clients auf Ubuntu 16.04.1 LTS mit XFCE als Desktop komplett neu aufsetzen und hierbei evtl. auch noch von windbind auf pures LDAPs mit NFS Mounts für die Homes wechseln
  • Moodle DBs umstellen (Barracuda, Antelope)
  • ownCloud Updates, Moodle Updates, DokuWiki Updates
  • evtl. MRBS aus Moodle als Klassenarbeitsplaner herausnehmen und gesondert auf kvfg.info aufsetzen
  • VMHost auf Ubuntu 16.04.1 LTS umstellen
  • evtl. die Infrastruktur weiter virtualisieren statt den VMHost mit dem grauen Netz zu belasten

und nicht zuletzt:

  • Informatikraum komplett neu aufbauen und die alten Rechner darin in die Bibliothek sowie den S-Aufenthaltsraum umziehen

Das ist aber alles irgendwie auf der Muss-Liste und zeigt wenig Neues. Konsolidierung ist zwar wichtig – aber sie macht weniger Spaß, als neue Dinge in die Welt zu werfen und damit zu experimentieren.
onlyoffice
Ich habe mir deswegen in den letzten Nächten Onlyoffice auf einem unserer Server installiert, etwas darin herumkonfiguriert und -geklickt und sehe in dieser serverbasierten Software eine mögliche Alternative zu unserer vorhandenen synchronen Dokumentenverarbeitung in der Cloud auf Basis von Writer, Etherpad und Ethercalc. Eine weitere Alternative, die ich noch nicht auf einem eigenen Server getestet habe, wäre mit open365 ein Desktop-LibreOffice in der Cloud ohne weitergehende synchrone Kollaborationsfunktionen.
Sollte jedoch nextcloud schnell genug in die Pötte kommen, dann wäre mir ein Collabora-LibreOffice mit Cloud-Integration lieber: LibreOffice Writer ist bei uns (siehe oben) seit ein paar Jahren über die owncloud Installation auf kvfg.eu für synchrones Arbeiten verfügbar, funktioniert gut und überlebt Update um Update. Es ist demnach stabil. Eine Aussage, die ich weder zu onlyoffice noch zu open365 treffen kann. Dazu kommt: Ohne LDAPs Anbindung des Cloud-Office macht die ganze Geschichte nicht wirklich Sinn. Own-/Nextcloud plus Collabora-LibreOffice hätten das mit dabei.
In allen Fällen: Wir dürfen docker lernen.

Blick ins Haus

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Qual der negativen Auswahl: Stellt jemand einen unser gammeligen Erdtöpfe drauf, so dass die Gipskartonplatten durchweichen können und der gesamte Kram zum genau richtigen Moment in das Stockwerk darunter fällt? Vollführt ein Übergewichtiger hüpfend Belastungstests? Oder wird das verdohlte Loch im Boden der schlicht größte Mülleimer im Haus?
Die positive Wende kommt sicherlich mit einer Arbeitsgruppe …

Stein

Mein altes Netz ist weg. 10 Jahre Basteln sind in der Tonne. Der Umstieg, den wir einst für Pfingsten planten ist vollbracht und ich bin mehr oder weniger raus. ServerG gehört nun voll und ganz Capo Daniel, ich bin nur noch Mitarbeiter. Nicht schlecht. Mit dem Mailserver, den Moodles und WordPressen, dem Portfolio und den ganzen Servern hab ich noch genug an der Backe und Daniel ist so oder so technisch ein Superheld, der de-facto in den letzten Jahren von sich aus alles managte … aber der Stein ist trotzdem gefallen.
Das Gefühl ist vergleichbar mit einem Gang über unseren Schulhof nach einem Wochenende. Da sieht es oft so aus:
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Ich sag was dazu, ich helfe auch beim Aufräumen mit – aber ich organisiere es nicht, ich lauf nicht den bösen Buben hinterher, ich stelle keine Nachforschungen an, ich reg mich nicht mehr so auf. Weil ich nicht muss.
Fühlt sich ganz gut an.