Archiv der Kategorie: Unterricht

Blogs aus dem Unterricht heraus oder zum Thema Unterricht

Moodle App

Lange Zeit war die Moodle App IMHO nicht wirklich zu gebrauchen und auch heute wundere ich mich bei deren Start über die Zeit, die sie braucht. Aber immerhin: jetzt läuft sie wesentlich runder und ich setze sie an allen Ecken und Enden im Schulnetz ein.

Inzwischen: Empfehlung! Hier gibt es sie auch als APK.

Die App macht den Alltag leichter – vor allem auch dann, wenn man im Unterricht z.B. eine Schülerarbeit fotografiert und dann im Moodle für alle ablegen will. Das geht so echt flotter. Noch schneller ist nur nextCloud, dafür dann aber nicht so sortiert und bei Weitem nicht so didaktisch integrierbar.

Alle Bilder von meinem Nexus4. Das ist halt noch ein Handy und kein Phablet. Deswegen sind die BIldchen eher klein. Ein im übrigen schönes Gerät; klein und handlich, ausreichend schnell und Dank LineageOS und FDroid aktuell. Nur die Kamera am Neuxs4 taugt nicht viel. Die braucht viel Licht, um erträgliche Bildchen zu machen.

Sommerschule

Die gesamte letzte Woche war „Sommerschule“ auf dem Höhnisch. In Mathe. Von 8 bis 12. Ich bin da noch gespalten, was diese Idee angeht.

Einerseits ist eine Bleiche, bevor es „richtig los geht“, gerade in Mathe, nicht schädlich und hilft denen, die in diesem Fach beim Übergang in die Oberstufe sonst Probleme hätten. Auch brauchen ältere Kinder weniger Ferien als jüngere.

Andererseits öffnet dies eine Tür in Richtung Nachhilfe durch Lehrkräfte, die von einigen SuS fest in ihre Arbeitshaltung während des Jahres eingepreist werden wird. Dazu kommt, dass die SuS es hier ja wieder mit der ihnen vertrauten Schulsituation zu tun haben. Die gleichen Pauker, die gleichen Räume. Das könnte ein Stück der Motivation wegnehmen bzw. erleichtert den Rückfall in die im Unterricht schon gezeigte Haltung.

Mal sehen, was die Kolleg/innen berichten.

Bombe 2018

Es war wieder so weit: LPP und Projekt Bombe. Dieses Jahr haben wir 139 Probanden erfassen können, davon 66 Männer, 63 Frauen und 10 ohne Angaben in diesem binären System. Die Grunddaten zum Projekt 2017 mögen die Interessierten dort abrufen. Hier nur ein schneller Blick in den Datensalat.

Ein Vergleich der Mittelwerte 2017-2018 zeigt, dass die Unterstützung für die, die wir intern Trumpisten nannten, zurückgegangen ist. Dafür ist jedoch die Unterstützung für eine deutsche Atomwaffe kräftig gestiegen, das Angstniveau weniger deutlich.
Die inzwischen übliche explorative Faktorenanalse (vulgo: Blick in die Kristallkugel des Data-Mining) ergab dieses Jahr das folgende Bild:

  1. Der erste Faktor sind die „Trumpisten“
  2. Der zweite Faktor sind die „Senioren“
  3. Der dritte Faktor sind die „Zocker“
  4. Der vierte Faktor fällt aus, weil die Items nicht hoch genug laden
  5. Der fünfte Faktor sind die „Schisser“

Das klingt alles wesentlich runder als im letzten Jahr, ist empirisch aber trotzdem nicht sinniger. Egal: Der Spaß bei der Benennung korreliert mit der Möglichkeit auf Alltagsintuition zurück greifen zu können.
Ich weiß nun auch nicht, ob ich beruhigt sein soll, weil weniger Menschen „Germany first“-Anhänger waren, oder beunruhigt, weil mehr Menschen eine Atomwaffe für Deutschland wollen. Gut also, dass es sich um ein Junk-Sample handelt, bei dem sich jeder Rückbezug zur gesellschaftlichen Realität verbietet.

BBB

Big Blue Button (BBB) ist eine Webkonferenz Lösung, die sich für den Edu-Markt selbst empfiehlt, auch weil sie eine Moodle Integration mitbringt. Da ich selbst Apache Open Meeting regelmäßiger verwende, wollte ich mir BBB einmal genauer ansehen. Außerdem: BBB soll – so klingt aus aus dem grapevine –  Teil der DBP werden, was mich fast so weit brachte, das selbst zu installieren. Eine VM hätte ich noch frei gehabt und die Installation ist kein Hexenwerk. Dankenswerter Weise hatte Andreas ein paar Stunden früher als ich die genau gleiche Motivation und dessen Installation nutzten wir vorgestern für einen Testlauf.
Erster Eindruck: Flash! Ich kann das einerseits verstehen, dass man auf Flash setzt, weil es Mikrofon und Webcam brav durchreicht. Aber Flash ist tot. Flash läuft nicht überall (z.B. auf Apple nicht). Flash ist nicht nur gefühlt eine Sammlung an Sicherheitslücken. Flash ist old school. „Brückentechnologie“. Bis die richtige Lösung kommt (HTML5 und WebRTC) könnte man jedoch damit leben.
Ebenfalls Teil des ersten Eindrucks: Java! Um den eigenen Bildschirm teilen zu können, muss ein nicht signiertes Java Applet zuerst herunter geladen und dann lokal gestartet werden. Das lässt nicht jeder Rechner einfach so zu, läuft dafür aber auch mit openJDK und damit ohne Oracle.
Zweiter Eindruck: Fummelig, kontraintuitiv, 19. Jh. Ich kann eine PDF hochladen und die kann man gemeinsam ansehen. Ich kann auch darin rummalen. Aber ich kann das Gemalte nicht speichern. Ich kann nicht richtig bearbeiten, was ich gerade gezeichnet habe. Eigentlich kann ich nur eine Präsentation ablaufen lassen und dabei reden. Das ist ein wenig wie lächeln und winken. Meine Zuhörer sehen mich und können, wenn ich das zulasse, Rückfragen stellen. Ich kann auf die Schnelle kleine Tests / Rückfragen einbauen, die diese mit einem Klick abnicken. Speichern kann ich die Ergebnisse nicht und auch nicht zuordnen. Frontalunterricht mit schicki klicki Optionen. Dabei muss ich die Augen permanent überall haben: Links oben gucken, ob sich jemand meldet oder seine „Laune“ ändert, rechts gucken, ob einer chattet oder dort eine Frage stellt, in der Mitte auf meine Präsentation gucken, zeichnen, texten und präsentieren und bei alledem in der Webcam nicht komplett doof aussehen (besonders schwer). Das geht mit drei bis vier disziplinierten Leuten noch glatt … und endet mit vielen SuS sicherlich im Chaos.
Dritter Eindruck: Dumbo Explorer. Es scheint keine ACLs für den Upload-Ordner zu geben und vor allem keine Möglichkeit, Unterordner anzulegen. Die PDF, die ich hochlade, gehört danach jedem. Das wird an einer Schule (also in der DBP) innerhalb kurzer Zeit zu komplett unübersichtlichen Chaosverzeichnissen führen. Im dümmsten Fall führt es zu urheber- und datenschutzrechtlichen Problemen.
Gesamteindruck: Insgesamt „nett“, wenn auch in vielen alltagskritischen Details weniger durchdacht als Apache Open Meeting.

  • Evtl. ist BBB für Kleinstgruppen mit klarer Hierarchie in einer nachhilfe-ähnlichen Situation zu gebrauchen, bei der man gemeinsam aber angeleitet in einen PDF-Scan des Schulbuches blickt?
  • Oder BBB ist geeignet für ein Screensharing-Setting, bei dem einer am gemeinsamen Dokument in der nextCloud arbeitet und die anderen helfen bei den Formulierungen etc.
  • Oder BBB ist geeignet für eine kleine, sehr disziplinierte Arbeitsgruppe, die ihre Arbeit mit Screenshots sichert (wer will das?) und hinterher ihre Dokumente aufräumt (digitales Tafelwischen).
  • Oder BBB ist geeignet für Nerds, die z.B. noch kurz ein Wiki im parallel laufenden Moodle dazu werfen, weil der Chat in BBB nicht ausreicht, die sich im nextCloud mit Collabora – am besten auf einem zweiten Bildschirm – ein Dokument gemeinsam vornehmen können.
  • Oder BBB ist eine PR-Lösung: Ein Spielzeug für ein paar Menschen, die gerne Arbeitszeit und Geld öffentlich verbrennen, weil es in der Elternschaft bei einer Demo cool ankommt. Dann wäre es ein Tool für die, die nicht fit genug sind, die Vielzahl an höher spezialisierten, dafür weitaus mächtigeren Werkzeugen zu bedienen.

Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse, dann finde ich für BBB als Webkonferenzsystem keinen großen schulischen Markt, sondern nur kleine und sehr spezielle:  Wer fit genug ist, die vielen für Online-Kollaboration nötigen Werkzeuge zu kontrollieren, kommt mit einem reinen WebRTC Server, Etherpad, nextCloud, Collabora und Moodle viel besser klar und hat auch viel mehr Möglichkeiten. Und die, die eine höher integrierte einfache Lösung benötigen würden, sind technisch oft nicht fit genug, um mit BBB produktiv umzugehen.
Aber es wird kommen. Also setzt man bestimmt bald eine PG ein, die nach Einsatzszenarien fahndet, in denen man mit den vielen Glitches leben kann. Lasst mich raten: Vor dem Hintergrund meiner bisherigen Funde und der aktuellen bildungspolitischen Vokabelwolke müssen für BBB die folgenden Begriffe fallen: Differenzierung, Individualisierung, individualisierte Betreuung, S-L-Gruppen. Evtl noch Berufsorientierung, Studierfähigkeit, Nachhilfe, Leistungsgruppe, Arbeitsgruppe. Neu aufleben wird ein ganz alter Begriff: Instruktion.

Bombe

Wie vor etwa zwei Jahren war ich dieses Jahr wieder teilweise im „Projekt Bombe“ unterwegs. Wie damals setzen die SuS bei ihrer Besichtigung einer Bunkeranlage in Tübingen zum „Zeitvertreib“ auch einen Fragebogen ein, den wir im Vergleich zum letzten Mal nur leicht abänderten. Nach einer kleinen Assoziationsübungen prüfen alle Items im Hauptteil nun in sich konsistent (in die gleiche „Richtung“ weisend) die Ablehnung von oder Zustimmung zu Aussagesätzen auf einer Skala von 1 (keinerlei Zustimmung) bis 10 (totale Zustimmung).
Befragt wurden am Vormittag letzten Mittwoch, den 31.05., 86 Personen. Ein Fragebogen musste wegen offensichtlichem Blödsinn in den Antworten ausgeschlossen werden, so dass ein Junksample ohne jegliche gesamtgesellschaftliche Aussagekraft mit n=85 Personen über blieb. Der Großteil der Befragten war zwischen 20 und 30 Jahre alt.
Für die Auswertungen wurde wie folgt verfahren: Eingabe der ausgefüllten Fragebögen in LibreOffice Calc Tabelle, Export nach CSV, Import in Gnu PSPP und Gretl. Dort erfolgten dann alle weiteren Schritte. PSPP eignet sich besser zum Datenfoltern, Gretl bietet mehr Möglichkeiten bei der Arbeit mit grafischen Auswertungen.

Rund 54% der Befragten waren männlichen, 36% weiblichen Geschlechts und etwa 9% gaben dieses nicht an.
Die Unterteilung nach Geschlecht nahmen wir zum Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen und einige Interessante Beobachtungen gibt es in diesem Junksample dann trotz alledem. Klar. Fragebogenuntersuchungen an oder durch Schulen müssen aus Prinzip ein „Ergebnis“ haben, will man nicht nur sozialwissenschaftliche Methoden kennen lernen.

Männer und Frauen unterscheiden sich hinsichtlich des Angstniveaus ein klein wenig: Die Frauen (Geschlechtsrollenstereotype ON) sind etwas ängstlicher als die Männer.

Auch ist die Zustimmung zu Deutsche Interessen zuerst / „Germany first“ (hier als DeutschIdent bezeichnet) bei den Männern deutlicher als bei den Frauen. Überhaupt: Für Tübingen hätte ich ein solches Ergebnis nicht erwartet.

Ein kleiner Unterschied zeigt sich auch, wenn Männer und Frauen danach gefragt werden, ob Deutschland eigene Atomwaffen besitzen sollte. Die Ablehnung ist zwar deutlich bei allen – aber bei den Frauen deutlicher.

Ein Zusammenhang mit dem Angstniveau besteht bezüglich des Wunsches, die Deutschen sollten sich atomar bewaffnen, nicht. Das zeigt der Plot oben – und die Korrelationen von um die 0,2 (egal, was man dem Datensatz hier als Testverfahren hinwirft).

Auch zeigt sich kein Zusammenhang zwischen der Zustimmung zu „Germany first“ und dem Wunsch nach einer eigenen Deutschen Atomwaffe (Korrelationskoefizienten um 0,3 – wiederum egal, was man nutzt).
Eine Zeit lang dachten wir bei der Auswertung, dass sich ein Zusammenhang zwischen Altersstufe und Angstniveau, „Germany first“ und dem Wunsch nach einer deutschen A-Waffe zeige.

Pustekuchen. In diesem Datensatz korreliert nix direkt mit garnix. Schade.
Also wechselt man das Werkzeug und versucht es mit einer explorativen Faktorenanalyse: Data mining macht schließlich Spaß. Ich bin so frei und erspare Euch alle Details, weil: sinnfrei.

Rotierte Komponentenmatrix
Komponente
1 2 3 4 5
KalterKrieg -,58
Unangreifbar ,71
Verteidigung ,70
Vernichtung ,69
Verhandlung ,72
Macht
Angstniv ,69
DeutschBomb ,63
DeutschVerh
DeutschIdent
Mann1Frau2 -,66
Altersgruppe ,74

Das ist nun nicht mehr weit entfernt von Glaskugeln – aber egal: Wir extrahierten 5 orthogonale Faktoren, die zusammen rund 56% der Varianz erklären. Alle Ladungen unter [0,5] warfen wir raus … und dann fehlten uns erst einmal die scharfen und deutlichen Bezeichnungen für diese Funde. Aktueller Stand:

  1. Der erste Faktor sind „Die kalten Krieger“ oder „Die Neorealisten“.
  2. Der zweite Faktor bekam die Bezeichnung „Geschichtsvergessene“.
  3. Der dritte Faktor sind „Die Deutschbomber“ …
  4. Der vierte Faktor sind „Die alten Schisser“ (an Prägnanz kaum zu überbieten).
  5. Der fünfte Faktor? Evtl. „kerlige Vernichtungsignoranzler“? Klingt nicht rund.

Da hatten wir in vergangenen FB-Untersuchungen schon treffendere Bezeichnungen und vor allem auch Bündel gefunden, die mehr mit der Alltagsintuition zu tun haben. Aber für dieses Sample trotzdem nicht schlecht, der Blick in den runden Kristall.

KPP

Elsachbröller Angstschluff
Es ist einige Zeit (und auch einige Bandscheiben) her, dass ich im Elsachbröller schlufte. Jetzt könnte sich im Kontext der Kurzprojektphase eine neue Chance ergeben. Mal sehen, ob ich nach dem geplanten langen Ausflug in die Falke (Stuttgarter Block oder gar Lehmwände wäre schön) noch genug Kreuz habe, um mich durch Fugen wie den Angstschluff (im Bild oben eine Impression aus dem Sommer 2012) zu zwängen.
Im Wiki werden wir unsere Sicht auf „Höhle und Horror“ dann präsentieren.

Pydio ist tot

Wir schleppten seit einigen Jahren eine Pydio Installation für den Zugriff auf die Verzeichnisse auf dem Server (Home und Tausch) mit uns rum. Kurz vor den Ferien hat mir ein Serverupdate mal wieder den Zugriff zerschossen und ich beschloss, die Dinge neu zu denken: Der Zugriff auf ServerG läuft nun über ownCloud!
Anleitung ist hier zu haben: https://www.kvfg.net/wiki/doku.php?id=netz:owncloudsmb
Wer will, kann mit Hilfe der Desktop-Clients für eine Synchronisation des Homes in der Schule mit seinem lokalen Rechner sorgen. Automatisch. Weiter steht auch ein synchrone Textverarbeitung zur Verfügung und Dateien teilen geht selbstverständlich auch (am einfachsten, indem man diese als Link freigibt – alles andere ist zu viel Geklicke). Weiter können die anderen ownCloud Instanzen der Schule auf kvfg.eu eingebunden werden, so dass zumindest für uns LuL nun fett Speicherplatz in der Cloud liegt.
In der ferneren Zukunft bau ich das mit Hilfe von Colabora Office noch zum vollständigen Cloud-Office weiter aus … brauche dazu jedoch massiv viel mehr Serverpower als die VM Karlchen unter der Haube hat.

Auch nur Schule

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Vergangenen Dienstag war Abigag. Inzwischen hat sich bei uns eine Form gefunden, die in jedem Jahr variiert wird – mal mehr oder weniger gelungen. Dazu gehört auch, dass die jeweiligen 11er den Abigag der 12er für langweilig halten … um dann im nächsten Jahr fast das Gleiche zu machen: Erst einmal muss der Schulleiter den Schlüssel für’s Schulhaus gewinnen (Rätsel, Aufgaben), dann haben wir ca. 3 Stunden Unterricht, der von den 12ern hin und wieder gesprengt wird und ab der 5ten Stunde vergnügen sich die, die nicht sofort nach Hause gehen, bei Musik, Spiel und Essen auf dem Schulhof.
Hat man die Aktionen ein paar mal miterlebt, sehnt man sich nach kreativen neuen Ideen zum Ablauf. Warum z.B. wird der Unterricht von 12ern mit der Bierflasche in der Hand lediglich gestört? Warum wird dieser nicht komplett von diesen – und dann halt ohne Bier – übernommen? Für alle Klassenstufen? Mit von den 12ern vorbereiteten Materialien und Ideen zum unterrichteten Fach? Warum sehen wir nicht deren persönliche Idee von Unterricht, sondern lediglich die Idee, dass unsere jeweilige Form gestört gehört? Warum also nur der erste Schritt, die Störung des Überkommenen, und nicht der zweite? Die Destruktion, so gering diese heute ist im Vergleich zu den Zeiten, als es noch keinen Rahmen gab, hat lediglich eine für alle irgendwie erträglich Form gefunden, ist aber noch nicht zur kreativen Konstruktion einer Alternative zum normalen Schulalltag geworden. Über die Jahre verschwimmen die Gags ineinander, es bleibt nichts hängen. Die Abigags werden wie Unterrichtsstunden: Man hofft auf das Klingeln und ist froh, wenn man nicht „dran kam“.
So ist Abigag halt auch nur Schule. Alles ganz normal.

Kursraumbackups

Alle Benutzer/innen von Moodle sind selbst für das Backup ihrer Kursräume zuständig, was diesen auch mitgeteilt wird.
Das hat damit zu tun, dass seit Moodle 2.0 jedes automatisierte Backup vor die Wand gefahren ist: Moodle legte so viele Cache Dateien an, dass man eigentlich nur die MBZ Dateien sichern konnte, nicht das Datendirectory zusammen mit einem MySQL-Dump direkt.
Die MBZ Dateien sind jedoch oft sehr sehr dick (teilweise mehrere GB groß) und werden bei jeder Veränderung im Kursraum von Moodle neu erstellt. Differentielle Backups der Strukturen in den MBZs hab ich bisher nicht in den Griff bekommen, so dass jedes mal die komplette MBZ durch’s Netz wanderte. Gigabytes an Datenströmen wegen stellenweise nur Kilobyte großen Veränderungen – und das jede Nacht. Das ging so nicht. Oft war mein Skript noch mit der Sicherung nicht fertig, da schob Moodle schon die nächste Version MBZs nach.
Weiter verschärft wird diese Asse durch die MBZ Dateien selbst. Diese sind aus Datenschutzgründen für Wiederherstellungen nur bedingt zu gebrauchen, weil in diesen die Benutzerdaten nur noch anonymisiert vorliegen. Aber immerhin – man sichert sich seine Inhalte (Dateien) und Kursraumstrukturen. Ganz sinnlos ist die MBZ-Sicherung also nicht.
Anyway: Ich habe den Verdacht, dass diese Backups schlicht unterbleiben, denn a) mich hat noch nie jemand danach gefragt, wie das geht und b) ich sehe auch keine vergessenen Backupdateien herumliegen. Wenigstens ein Mensch sollte eine solche doch in den vielen Jahren Moodle am KvFG mal nach einem Backup vergessen zu löschen. Passiert aber nicht. Das ist zu viel des Guten.
Auf die Nase fallen lassen will ich die Kolleg/innen nun auch nicht, wenn unsere Moodle-Server vor die Wand fahren, also hab ich eine Kompromiss-Strategie: Immer mal wieder (wenn ich daran denke, in den Ferien, wenn ich das Gefühl habe es wäre mal wieder Zeit …) zieh ich alle MBZ Dateien von Lehrerpost (kvfg.net / org) nach Scolis (kvfg.de) rüber.
So haben wir im Falle des Falles wenigstens einen einigermaßen aktuellen Bestand an Kursraumbackups – und schimpfen kann mit mir deswegen auch niemand, weil ja eigentlich jeder selbst …
Schön ist anders.

Wurst

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Ich hätte mir selbst kaum ein interessanteres Projekt aussuchen können: Ich landete heute als Springer im Projekt Wurst und durfte eine Betriebsbesichtigung mitmachen. Gezeigt bekamen wir den Produktionsprozess von Wurst – mit einem Schwerpunkt auf die Produktion von Brühwurst / Saiten. Die Herstellung von Rohwurst oder Kochwurst bekamen wir nur erläutert.
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Was wir erfahren hatten, versuchten wir dann in einen Tafelanschrieb zu packen, bei dessen Erstellung wir aber immer wieder auf WIkipedia zurückgreifen mussten. Offensichtlich war vor lauter gucken und riechen und schmecken schon eine Stunde später einiges wieder in Vergessenheit geraten. Wir hätten gleich mitschreiben sollen.
Was mir bei unserer Auswertung ein wenig fehlte, war ein (Lebensmittel-)Chemiker oder Metzgermeister, der uns im Detail noch einmal die Funktion verschiedener Zusätze wie auch die ablaufenden chemisch-physikalischen Prozesse hätte erklären können.