Archiv der Kategorie: Elektrisch

E-Learning, Moodle, hausinterner Server und alle anderen technischen Kleinigkeiten im Haus …

Fremdschämen

Muss mich gerade aufregen über diesen Artikel bei N4T Ich weiß nicht, wie der hier geschilderte Unterricht wirklich ablief, aber die Schilderung macht mich kirre.

Mit ihren Tablets können sich die Jugendlichen interaktiv am Unterricht beteiligen.

Äh – ja? Alle sitzen in einem Raum. Was gibt es da bitte für Interaktivitätsbeschränkungen? Ich kann das mit meinen SuS sogar in 3D! Ne – warte. 4D ginge auch, weil sich die Schüler/innen sogar noch gegenseitig anfassen könnten. Oder 5D, weil sie nach Sport gegenseitig zu riechen sind? Zumindest kommt durch die Konzentration auf den Mensch, so wie er sich gibt, unvermittelt durch einen Bildschirm, nicht objektiviert, durchaus mehr „rüber“.

ruft Bilder und kleine Texte auf, die zeitgleich auf den Geräten der Schüler erscheinen

Alle SuS sehen zur gleichen Zeit das gleiche Bild und den gleichen Text – aber jeder an seinem eigenen Gerät? Gibt es einen Grund für den Einsatz individueller Bildschirme hier? Beinhaltet die Schilderung einen nachvollziehbaren Grund, warum man hier z.B. auf unterschiedliche Geschwindigkeiten bei den Lernern setzen müsste? Nein. Das geschilderte setting ist die Intro für

lässt … plötzlich Bilder von Babys auf den Tablets erscheinen

„Erscheinen“. Cool. Fortgeschrittene Technik ist eben von Magie nicht zu unterscheiden. Im Ernst: Das ginge auch noch auf einem OHP. Folie 1: Pizza, Gurke, Salat. Folie 2: Babys. Oder man spart sich diesen Einstieg, dessen Funktion nur die Erinnerung daran ist, dass es um Menschen als Ware geht und steigt direkt mit dem eigentlichen Thema ein: Designer Babys. Ein Artikel zum aktuellen Fall – ist das nicht kognitive Aktivierung genug? Nun ja. Dann täte es eine Karikatur zum Thema auch. Die hätte dann noch methodisch einen Anspruch, der über „ich will Pizza“ hinausgeht. Aber „es wird ein bisschen diskutiert“ zu Pizza oder Salat. Ist ja auch toll. Und relevant.

Die SuS können dann über „ihr Baby“ abstimmen.

Die anonyme Auswertung erfolgt sekundenschnell.

Schade. Die Bezugnahme auf die Wünsche der anderen SuS ist so unmöglich. Gibt es auch einen Knopf für „ich verweigere die Antwort, weil ich das ganze setting schon moralisch abstoßend finde“? Wenn nicht, dann sag ich das eher in einem Unterricht, der gleich von Anfang an ohne push the button, click the like auskommt, als hier, den Blick auf ein eigenes Tablet gerichtet, von den anderen im Zimmer somit teilweise isoliert.

Schon ist der Lehrer beim Thema Genmanipulation und «Designer-Babys». Eine ernste Diskussion setzt ein.

Echt? Der Lehrer ist da? Und die SuS? Die sind bis hier her: Informationsfrei. Gleich nach Pizza und blaue Augen. Bin begeistert. So muss die Zukunft aussehen. Wir diskutieren aus dem Bauch raus, weil an Emotionen fehlt es heute.

Präkonzepte der SuS erfassen geht so. Diskussion geht anders.

Weiter geht’s:

Im Unterricht aber auch von zu Hause können die Schüler auf Lernmaterialien zugreifen, eine Software zum Zusammenarbeiten und einen Messenger nutzen oder gemeinsam Office-Dokumente bearbeiten.

Das ist ja super, dass die SuS das können. Die bearbeiten auf dem Tablet und ohne Tastatur Text, Tabellen und Präsentationen? Die werden eher kurz bleiben, die Begründungen in der Argumentation dazu auch.

Überhaupt: Baden-Württemberg ist seiner Zeit ja um 10 Jahre voraus! Seitdem können unsere SuS, wenn die Schule ein paar mal hintereinander bei BelWü auf die richtigen Knöpfe klicken kann und die Lehrer/innen die entsprechenden Fortbildungen besuchten, das nämlich auch: Lernmaterialien abrufen, von zu Hause arbeiten, kommunizieren, gemeinsam arbeiten. Nennt sich ganz unerotisch Moodle. Gut – da geht die Arbeit dann nicht an Office-Dokumenten, sondern z.B. gemeinsam an Wikis; und die Kommunikation müsste in Moodle-Chats abgebildet werden, wenn die Foren nicht reichen, aber im Prinzip wäre alles da. Am KvFG ginge sogar die gemeinsame Arbeit an allen denkbaren Office-Dokumenten Dank Collabora Office und nextCloud mit integrierter Chatfunktion. Aber ich komme vom Thema ab.

Im Artikel geht es im heute üblichen Duktus weiter. Sogar das hier fällt noch

Lehrkräfte … sich künftig häufiger als Moderator, Anreger und Berater verstehen.

Empirie aus der Unterrichtsforschung ist hier also ebenso Wurst wie der aus den Zeilen triefende unkritische Kommerz sein Brot. Um es kurz zu machen: Ich habe selten eine solche Ansammlung von Maßnahmen auf Sichtstruktur lesen dürfen, die eben eines nicht leistet: den Mehrwert digitaler Medien zu zeigen. Was also ist der Sinn des Artikels?

Ich fürchte: Namedropping!

Die üblichen Verdächtigen mit ihren heute hippen Lösungen sollen genannt werden. Eine andere Funktion als Werbung kann ich mir schwer vorstellen, denn auch die anderen im Artikel genannten Beispiele zur konkreten Unterrichtspraxis sind die, die ich seit 1999 hörte, lange Zeit auf Fortbildungen zeigte, mit den Lehrkräften dort erarbeitete und noch heute direkt im eigenen Unterricht nutze. Nur der technische Wandel schlägt sich nieder: Monsterdisplays mit Tabletfunktionalität ersetzen inzwischen die Beamer (positiv, weil meist einfacher zu bedienen); Tablets ersetzen Laptops (negativ, weil die Tastatur fehlt und das komplette jeweilige Werbeökosystem inklusive Datenabfluss mitgekauft wird).  So wundert mich auch nicht, dass direkt neben dem Artikel der Shop verlinkt ist. Und Facebook und Google werden über entsprechende JavaScript-Einbindungen mitversorgt.

So, wie der konkrete Unterricht im Artikel geschildert wird, geht es wohl kaum voran, sondern nur schneller im ewig gleichen Kreis herum.

Configfest

OK – das ist jetzt auf den ersten Blick kein Werbebildchen für schulische Vorbereitungsräume, aber ich war trotzdem baff, wie viel Platz die am QG für ihre Arbeit im Schulnetz haben. Wir könnten in unserem Räumle gerade noch die Kartons im Bildvordergrund unterbringen – aber dann uns selbst nicht mehr.

Getagt (genächtigt) haben wir in einem weiteren Raum, dessen Funktion wohl die ist, ein Raum zu sein, in dem man sich aufhalten kann – für Besprechungen oder was auch immer. Ich war da wieder hübsch neidisch auf deren Platz im Haus.

In einer dem Bild oben gleichenden Atmosphäre gingen die Arbeiten zügig von der Hand: DomU rüber kopieren auf den neuen Server; DomU Update; Apache Config und noch ein paar andere Kleinigkeiten wie den Postfixadmin updaten und reparieren, alten Kram entsorgen – und dann zum Thema des Tages: Exim als Mailserver einrichten.

Überzeugt waren wir schnell von der Mächtigkeit. Auch schien uns die Struktur klarer zu sein, als bei Postfix. Also haben wir an den frisch eingerichteten Exim gleich einen Mailman getackert und getestet … und dann war leider die Kraft und die Zeit und die Pizza alle, bevor wir beim geplanten Setup mit Rspamd, DKIM, DMARC und SPF weiter vordringen konnten. Die nächste Session wird kommen.

Fangi

… hab noch vor den Ferien einige Monitore und auch ein paar Beamer einfangen können. Die Dinger sind nicht der Traum, helfen aber dabei, unsere langsam sterbende Hardware zumindest als Überbrückungslösung zu ersetzen.

Bin gespannt, wann gemerkt wird, dass es mit dieser Form von Selbsthilfe auf Dauer echt Essig ist. Vor gut zwei Jahren planten Daniel und ich schon einen neuen SAR und auch einen neuen OInfo. Die Pläne sind wohl allesamt nur für die Schublade. Spürbar passieren tut da nix.

Aber was willste schon machen, wenn „kümmern“ als illokutionäres Verb verstanden wird?

Mausetot

„… aber wenn man die Maus über die graue Fläche hält, dann sieht man doch, dass die sich verändert! Da musst Du dann klicken, dann klappt das auf.“

„Nö. Bei meiner Maus, da verändert sich nichts.“

PS: Liegt eindeutig an der Maus. Das ist nämlich keine Maus, sondern eine Spitzmaus. Spitzmäuse sind Insektenfresser und keine Mäuse. Probier’s mal mit ’ner Wühlmaus.

PPS: Für diesen Beitrag wurden keine Mäuse oder Spitzmäuse verwendet, die nicht Dank Hauskatze, Logitech und Synaptics weit im Vorfeld richtig konfiguriert worden wären.

Moodle App

Lange Zeit war die Moodle App IMHO nicht wirklich zu gebrauchen und auch heute wundere ich mich bei deren Start über die Zeit, die sie braucht. Aber immerhin: jetzt läuft sie wesentlich runder und ich setze sie an allen Ecken und Enden im Schulnetz ein.

Inzwischen: Empfehlung! Hier gibt es sie auch als APK.

Die App macht den Alltag leichter – vor allem auch dann, wenn man im Unterricht z.B. eine Schülerarbeit fotografiert und dann im Moodle für alle ablegen will. Das geht so echt flotter. Noch schneller ist nur nextCloud, dafür dann aber nicht so sortiert und bei Weitem nicht so didaktisch integrierbar.

Alle Bilder von meinem Nexus4. Das ist halt noch ein Handy und kein Phablet. Deswegen sind die BIldchen eher klein. Ein im übrigen schönes Gerät; klein und handlich, ausreichend schnell und Dank LineageOS und FDroid aktuell. Nur die Kamera am Neuxs4 taugt nicht viel. Die braucht viel Licht, um erträgliche Bildchen zu machen.

Verrohung

Hm?? Den gesamten Bugreport in die Betreffzeile einzutragen ist nicht gerade guter Stil. Bei einer E-Mail wäre das IMHO Missbrauch. In einem Forum wäre das nah dran am Schreien. Läse ich so eine Mail zur Unzeit, wäre ich „pissed“ … und würde die Reparatur ziemlich weit an’s Ende meiner Pipeline stellen.

Was helfen könnte: im Thunderbird auf puren plain text umschalten. Dann knallt einem so eine Nachricht nicht gar so derb in’s Gesicht.

Karlchen III

Karlchen ist wieder da. Ich hab es doch nicht ausgehalten, ein im Grunde gutes Projekt wie die Vertretungsplan-App daran versterben zu lassen, dass sich keiner für die Betreuung des Servers dazu findet. Und gelernt habe ich auch wieder:

  • Für die meisten LuL (und sicherlich auch SuS) ist Technik von Magie, Weihnachten und Wunschkonzert nicht zu unterscheiden. Da schienen einige Punkte nicht so ganz klar zu sein:
    • Dass man sich nicht groß über serverbasierte Software unterhalten muss, wenn man keinen hat, der die Software pflegt
    • Dass man sich nicht über serverbasierte Software unterhalten muss, wenn man keinen hat, der den Server pflegt
    • Dass man SuS bei der Arbeit auf einem Server begleiten muss und dass man zur Begleitung selbst ein wenig von der Materie verstehen muss
    • Dass das alles Zeit kostet und sich nicht darin erschöpft, in Sitzungen das Wort zu führen, ohne das Projekt tatsächlich / konkret inhaltlich zu verstehen und zu betreuen
    • Dass Datenschutz nicht dadurch verwirklicht wird, indem man das Wort „Datenschutz“ verwendet (illokutionär)

Naja. Ist wohl so und lässt sich nicht so schnell ändern.

Technisch gab es bezüglich Karlchen ebenfalls Lernfutter:

  • VBox auf LXDE durch VNC via SSH auf KDE zu tunneln führt dazu, dass die Zeichen ()[] sowie | nicht an die VM durchgereicht werden. Ubuntu 18.04 nutzt netplan. Was für ein Mist, dass man keine komplexere netplan Konfiguration hinbekommt, ohne die oben genannten Zeichen.
  • Noch dümmer wird das dadurch, dass im Setup mit der Alternate CD für Ubuntu Server die Auswahl „Manuelle Netzwerkkonfiguration“ nicht dazu führt, dass der Installer die Netzwerkangaben einsammelt (das war früher so). Der Prozess läuft durch, es folgt ein Reboot – und wer nicht vor der Kiste hockt ist dann verloren, weil das Netz unkonfiguriert verbleibt. Kommt man doch noch remote auf die Loginshell, dann kann man kein ifupdown nachinstallieren, das einem die Netzwerkkonfiguration auch ohne ()[] | ermöglichen würde.
  • Alles – auch die DNS Konfiguration – ist irgendwie mit sytemd verdongelt. Mal nen unbound nachziehen und in der /etc/resolv.conf den Nameserver setzen war unter Ubuntu schon länger nicht mehr ganz so einfach – unter 18.04 aber noch einmal eine Schippe komplexer geworden.

Ich bin langsam reif für Devuan.

18.04.1 No 1: Karlo

Karlo war der erste Server, den ich von 16.04.5 auf 18.04.1 gelupft hatte und er macht sich im Prinzip ganz ordentlich damit. Nur das inzwischen dort liegende Redmine (Ruby und Apache Passenger) zusammen mit Dudle (auch Ruby) und Etherpad (NodeJS) werfen beim Start der Maschine ein wenig mit Problemen. Es braucht seine Zeit, bis die Last soweit fällt, dass Karlo bedienbar wird. Ist er mal soweit, dann läuft es aber … zumindest soweit ich das hier sehen kann.

Gerade ist der Server „Code“ als zweiter Server in der Mache und wird ebenfalls auf 18.04.1 gelupft. Mal sehen, was Collabora Code mit Docker zu 18.04.1 sagt.

Netzplan

Nachdem nun die von mir betreuten Dienste von Karlchen runter sind, bin ich mal gespannt, wer diese Kiste übernimmt. Ich will Karlchen nur am Bein haben, wenn es dort dann auch so zugeht, wie ich mir das vorstelle – und das ist, wie am aktuellen Zustand der Maschine zu sehen ist, nicht das, was dort gebräuchlich ist.

Ich würde das Ding, so wie es sich gerade zeigt, schlicht wegwerfen und mit 18.04.1 LTS neu anfangen. Vor allem aber würde ich darauf bestehen, dass Datenschutz nicht nur Blabla für Sitzungen mit Ahnungslosen ist, sondern dass die dort werkelneden SuS lernen, welche Anforderungen (DSGVO, LDSG, BDSG, Absprachen mit SL und PR etc. pp) auf Seiten der Dokumentation und der institutionellen Einbindung dazu gehören.

Grabbelkischd

Im Sommer kommt „Mr Elektrisch“ in die Schule und mistet alle Geräte aus, die aus feuerpolizeilicher Sicht kritisch sind. Diese befinden sich aktuell im Aufenthaltsraum. Dazu gehören wilde Kaffeemaschinen, freilaufende Steckerleisten, beleuchtete Kindergloben, Ventilatoren, Wasserkocher und Leselampen. Aber vor allem auch: Gerätschaften aus der Physiksammlung!

Nachdem Janis und ich heute unserer Kneipe erfolgreich einen Tritt verpassen konnten, kamen wir an dem Stapel mit „Elektroschrott“ nicht vorbei. Zu viele Geräte können noch bespielt, zerlegt oder sonst sinnvoll in Bastelprojekten genutzt werden. Die Anfrage an die Physiker läuft.

Und die Kneipe läuft auch wieder:

Der Verdacht „Kernel knall auf AST“ war wohl der richtige. Mit einer dedizierten Grafikkarte flutscht sie wieder und sollte durchhalten, bis der Umzug der VMs auf ihren neuen Host am Ende der Ferien dann stattfindet.