Archiv der Kategorie: Bruddeln

Mausetot

„… aber wenn man die Maus über die graue Fläche hält, dann sieht man doch, dass die sich verändert! Da musst Du dann klicken, dann klappt das auf.“

„Nö. Bei meiner Maus, da verändert sich nichts.“

PS: Liegt eindeutig an der Maus. Das ist nämlich keine Maus, sondern eine Spitzmaus. Spitzmäuse sind Insektenfresser und keine Mäuse. Probier’s mal mit ’ner Wühlmaus.

PPS: Für diesen Beitrag wurden keine Mäuse oder Spitzmäuse verwendet, die nicht Dank Hauskatze, Logitech und Synaptics weit im Vorfeld richtig konfiguriert worden wären.

Karlchen III

Karlchen ist wieder da. Ich hab es doch nicht ausgehalten, ein im Grunde gutes Projekt wie die Vertretungsplan-App daran versterben zu lassen, dass sich keiner für die Betreuung des Servers dazu findet. Und gelernt habe ich auch wieder:

  • Für die meisten LuL (und sicherlich auch SuS) ist Technik von Magie, Weihnachten und Wunschkonzert nicht zu unterscheiden. Da schienen einige Punkte nicht so ganz klar zu sein:
    • Dass man sich nicht groß über serverbasierte Software unterhalten muss, wenn man keinen hat, der die Software pflegt
    • Dass man sich nicht über serverbasierte Software unterhalten muss, wenn man keinen hat, der den Server pflegt
    • Dass man SuS bei der Arbeit auf einem Server begleiten muss und dass man zur Begleitung selbst ein wenig von der Materie verstehen muss
    • Dass das alles Zeit kostet und sich nicht darin erschöpft, in Sitzungen das Wort zu führen, ohne das Projekt tatsächlich / konkret inhaltlich zu verstehen und zu betreuen
    • Dass Datenschutz nicht dadurch verwirklicht wird, indem man das Wort „Datenschutz“ verwendet (illokutionär)

Naja. Ist wohl so und lässt sich nicht so schnell ändern.

Technisch gab es bezüglich Karlchen ebenfalls Lernfutter:

  • VBox auf LXDE durch VNC via SSH auf KDE zu tunneln führt dazu, dass die Zeichen ()[] sowie | nicht an die VM durchgereicht werden. Ubuntu 18.04 nutzt netplan. Was für ein Mist, dass man keine komplexere netplan Konfiguration hinbekommt, ohne die oben genannten Zeichen.
  • Noch dümmer wird das dadurch, dass im Setup mit der Alternate CD für Ubuntu Server die Auswahl „Manuelle Netzwerkkonfiguration“ nicht dazu führt, dass der Installer die Netzwerkangaben einsammelt (das war früher so). Der Prozess läuft durch, es folgt ein Reboot – und wer nicht vor der Kiste hockt ist dann verloren, weil das Netz unkonfiguriert verbleibt. Kommt man doch noch remote auf die Loginshell, dann kann man kein ifupdown nachinstallieren, das einem die Netzwerkkonfiguration auch ohne ()[] | ermöglichen würde.
  • Alles – auch die DNS Konfiguration – ist irgendwie mit sytemd verdongelt. Mal nen unbound nachziehen und in der /etc/resolv.conf den Nameserver setzen war unter Ubuntu schon länger nicht mehr ganz so einfach – unter 18.04 aber noch einmal eine Schippe komplexer geworden.

Ich bin langsam reif für Devuan.

EUDSGVO WTF?

Habt Ihr bei Euch an der Schule die EUDSGVO schon komplett umgesetzt?
Ja.
Selbst?
Nein. Wir haben uns dazu von einem Anwalt beraten lassen.
Klingt gut. Kannst Du mir bitte seine Telefonnummer geben?
Nein.
 

HAB


Auf einem Monitor kann man offensichtlich nicht nur Dinge ansehen, die der Computer zeigt. Man kann auch kreative Ritzarbeiten anfertigen. Das Material ist etwas teuer, aber dem jungen Künstler sollte man nicht im Wege stehen.
Die Ausdrucksfähigkeit ließe sich in diesem Fall sicherlich durch gezielte Förderung weiter entwickeln, aber leider leider geht dann unterwegs das Geld aus.
Halten wir fest: Das Bildungssystem ist total unterfinanziert.

Verheizt

So ein Mist aber auch. Gestern kamen unsere Netzwerkarbeiten aber so was von überhaupt nicht richtig voran, dass ich noch heute Morgen gefrustet bin. Stunde und Stunde versenkten wir in der VLAN Konfiguration … um am Ende des Tages festzustellen, dass unser neuer 10GB-Switch einen Schaden hat und im VLAN-Betrieb schlicht Pakete frisst. Vermutlich RAM defekt. Was auch immer.
Der Switch wird ersetzt – unsere Arbeitszeit ist verglüht.
Nervlich steckt man das besser weg, wenn es davor wenigstens rund läuft. Tat es aber seit dem erfolgreichen Umzug des Mailservers auch nicht mehr, weil wir allein 18 Stunden Telefonieren mit Unitymedia hinter uns bringen durften, bis wir endlich einen Menschen an der Strippe hatten, der den Unterschied zwischen NAT und statischen IPs verstand und vor allem auch wusste, welche Teile des ranzigen Unitymedia-Web-GUI-Dings man getrost ignorieren kann.
Mein Tipp für alle Unitymedia-Geplagten: Dauernd neu anrufen, den gesamten Stab an Hotline-Mitarbeitern durchprobieren. Früh am Morgen anfangen … Schichtwechsel abwarten … nicht nachlassen. Vorher ein Headset für’s Telefon kaufen, sonst glüht das Ohr und man bekommt Krämpfe im Arm. Außerdem hat man beide Hände frei und kann den Quatsch, den sie einem erzählen, gleich live ausprobieren und sofort Rückmeldung geben.

Notenerfassung online

Zeugniszeiten am Horizont. Heute erfuhr ich vom RP, dass es auch eine Notenerfassung online gäbe. Das weckte doch gleich meine Neugier. Weil wir LuL inzwischen per Formular zu Sicherheit und Datenschutz am heimischen Rechner verpflichtet werden, wollte ich da dann mal auf die Schnelle nachsehen, was die Seite so liefert – also den Minimaltest ausprobiert mit
https://neo.kultus-bw.de/neo/app

Wir schreiben das Jahr 2017 und das Land bietet zur Notenerfassung RC4 verschlüsselbare Verbindung an. RC4 ist verboten.
Da hilft es wenig, wenn APP im URL steht. Und auch NEO. Das macht zwar was her, klingt modern und toll und innovativ aber der Marketingabteilung den Server zu überlassen hat nun einmal Nebenwirkungen. Hoffentlich können die Admins Schwäbisch, weil Server können die offensichtlich nicht.

Nachtrag April 2018:

Anderer Server (siehe IP) und plötzlich geht es doch:

Es wäre interessant zu wissen, wann die Admins ihren Bock gemerkt und dann geschossen / erlegt hatten.

Irgendwas mit Medien

Da hat sich Frau Carnap aber tiefgreifend informiert und auch alles mehrfach geprüft bevor sie ihren Artikel in die Öffentlichkeit entließ:

Quelle: https://www.freitag.de/autoren/netzpiloten/der-unterricht-braucht-ein-update
Wie kommt es nur, dass wir in den letzten mehr als 13 Jahren nie auch nur einen Cent für Lizenzen für unsere Moodle-Installationen bezahlt haben? Vermutlich, weil wir mehr können, als Copy and Paste oder bunte Prospektchen zusammen fassen. Dafür fehlt es hier halt an der „flotten Schreibe“ und auch am Netzpilotenschein.
Trotzdem gut, dass ich mit meiner Infrastruktur nicht an Bord dieses Tieffliegers bin.

LBS macht die Leni

Der LBS hat sich ein neues Gewand gegeben. So rot, so schön und so … modern. Auch in dem Sinne, dass dem LBS die Privatsphäre der eigenen Besucher/innen egal scheint, wie gleich mehrere Punkte aufzeigen:

A. Die Seite ist nur über HTTP aufrufbar. Versucht man den Landesbildungsserver verschlüsselt zu erreichen, dann wirft er dem Besucher eine .htaccess mit Login entgegen. Das halte ich für mehr als peinlich, kann aber noch als old school durchgehen, wenn die Sonnenbrille dunkel genug ist und einem die Zielgruppe – Lehrer/innen – und deren Datenschutzprobleme egal sind.
B. Der LBS bindet Dienste von US amerikanischen Firmen direkt in seine Seiten mit ein. Darunter Cloudflare und die Google APIs (siehe Bild oben).
Cloudflare ist nicht umsonst heftig in der Kritik: [1, 2 … sucht selbst] und ist, was den Umgang mit den Daten der Besucher des LBS angeht, auch ganz offen:

Cloudflare may aggregate data we acquire about our users and the visitors to their websites.

Ist für Facedings Nutzer/innen der Alltag und da sind ja „alle“. Auch deshalb ist dem Spacko der patriot act in Trumpland egal, wenn er Cloudflare nicht gleich auf Knien hierfür dankt:

It’s possible that we may be required by law, court order, or other legal process to provide information about our customers to outside parties. It’s our policy to ensure adherence to the due process of law

So viel mal zu dem dem LoL weniger vertrauten Dienst Cloudflare. Die Google APIs und deren Nebenwirkungen dürften ja auch Neulandbewohnern inzwischen bekannt sein und wenn nicht, dann kann nur die Pensionierung helfen.
Informiert der LBS seine Besucher/innen nach §13 TMG über diese externen Dienste und die Weitergabe von Daten? Ich hab am heutigen Tag nix gefunden und damit lautet meine Einschätzung auch:
Die dem KM nachgeordnete Behörde LS – als Verantwortlicher für den LBS – hat ein Problem mit dem Landesdatenschutzgesetz.
Ich schreib die mal an. Bin gespannt.

Weglaufen


Donnerstag Nachmittag. Der Rechner lz01 druckt nicht auf dem neben ihm stehenden Drucker LZ01. Ich drucke also meinen Kram auf LZ02 im Zimmer nebenan und stelle beim Abholen meiner Drucke dort fest: da hat schon jemand das gleiche Problem gehabt und wohl auch die gleiche Lösung. Aber dann wurden die rund 60 gedruckten Seiten zum Thema Lehrergesundheit und Burnout nicht aus dem Drucker genommen. Die gammeln da dann vor sich hin, bis sich einer das Herz nimmt und den Papierstapel in den Müll wirft.

Auf dem Weg nach Draußen komm ich an der Bibliothek vorbei. Auch da liegen Blätter im Drucker. Vermutlich das gleiche Setting: Irgendein Drucker tut nicht sofort, was man will, man müsste kurz warten bis der Printserver Kapazitäten frei hat, den Job verarbeitet und zum Drucker schickt. Ein paar Sekunden. Die hat man nicht. Also druckt man gleich noch einmal und noch einmal und noch einmal … auf einem anderen Drucker … und lässt da dann seinen Mist liegen.
War wohl doch nicht so wichtig, der Ausdruck. Zumindest nicht wichtig genug, um 10m zu gehen und das Papier aus dem Drucker zu nehmen.  Auch nicht wichtig genug, um die wahrgenommenen Probleme ordentlich über den Bugtracker zu melden.
Denn: Ein Bugreport liegt in keinem der beiden Fälle vor. Für den gesamten Tag nicht.
Das Muster: Es tut nicht wie gedacht? Weglaufen. Zur Gruppe, zum Schwarm, zu den anderen. Da dann 10 Minuten motzen statt 2 Minuten Bugreport schreiben, wenn man so oder so am Rechner hockt.
Ich vermute: Beim Bugreport ist man allein. Berichtsform ist gefragt. Fakten! Wer, was, wann, wo und so. Beim Motzen trifft man Menschen, die einem bestätigen, dass alles sooo schlimm ist – mindestens. Anstrengungsloses Kopfnicken. Sachkenntnisfreie Zustimmung. Keine Rückfragen. Die Stimmung zählt. Der emotionale Zustand beim Auftreten eines Problems ist zentral. Keiner verlangt einen Bericht, keiner will Sachlichkeit, keiner will Fakten. Es reicht, ein Problem zu fühlen und erhält Anscheinssolidarität. Die ist billig und reicht für den Moment.
iProblem.