Archiv der Kategorie: Bruddeln

EUDSGVO WTF?

Habt Ihr bei Euch an der Schule die EUDSGVO schon komplett umgesetzt?
Ja.
Selbst?
Nein. Wir haben uns dazu von einem Anwalt beraten lassen.
Klingt gut. Kannst Du mir bitte seine Telefonnummer geben?
Nein.
 

HAB


Auf einem Monitor kann man offensichtlich nicht nur Dinge ansehen, die der Computer zeigt. Man kann auch kreative Ritzarbeiten anfertigen. Das Material ist etwas teuer, aber dem jungen Künstler sollte man nicht im Wege stehen.
Die Ausdrucksfähigkeit ließe sich in diesem Fall sicherlich durch gezielte Förderung weiter entwickeln, aber leider leider geht dann unterwegs das Geld aus.
Halten wir fest: Das Bildungssystem ist total unterfinanziert.

Verheizt

So ein Mist aber auch. Gestern kamen unsere Netzwerkarbeiten aber so was von überhaupt nicht richtig voran, dass ich noch heute Morgen gefrustet bin. Stunde und Stunde versenkten wir in der VLAN Konfiguration … um am Ende des Tages festzustellen, dass unser neuer 10GB-Switch einen Schaden hat und im VLAN-Betrieb schlicht Pakete frisst. Vermutlich RAM defekt. Was auch immer.
Der Switch wird ersetzt – unsere Arbeitszeit ist verglüht.
Nervlich steckt man das besser weg, wenn es davor wenigstens rund läuft. Tat es aber seit dem erfolgreichen Umzug des Mailservers auch nicht mehr, weil wir allein 18 Stunden Telefonieren mit Unitymedia hinter uns bringen durften, bis wir endlich einen Menschen an der Strippe hatten, der den Unterschied zwischen NAT und statischen IPs verstand und vor allem auch wusste, welche Teile des ranzigen Unitymedia-Web-GUI-Dings man getrost ignorieren kann.
Mein Tipp für alle Unitymedia-Geplagten: Dauernd neu anrufen, den gesamten Stab an Hotline-Mitarbeitern durchprobieren. Früh am Morgen anfangen … Schichtwechsel abwarten … nicht nachlassen. Vorher ein Headset für’s Telefon kaufen, sonst glüht das Ohr und man bekommt Krämpfe im Arm. Außerdem hat man beide Hände frei und kann den Quatsch, den sie einem erzählen, gleich live ausprobieren und sofort Rückmeldung geben.

Notenerfassung online

Zeugniszeiten am Horizont. Heute erfuhr ich vom RP, dass es auch eine Notenerfassung online gäbe. Das weckte doch gleich meine Neugier. Weil wir LuL inzwischen per Formular zu Sicherheit und Datenschutz am heimischen Rechner verpflichtet werden, wollte ich da dann mal auf die Schnelle nachsehen, was die Seite so liefert – also den Minimaltest ausprobiert mit
https://neo.kultus-bw.de/neo/app

Wir schreiben das Jahr 2017 und das Land bietet zur Notenerfassung RC4 verschlüsselbare Verbindung an. RC4 ist verboten.
Da hilft es wenig, wenn APP im URL steht. Und auch NEO. Das macht zwar was her, klingt modern und toll und innovativ aber der Marketingabteilung den Server zu überlassen hat nun einmal Nebenwirkungen. Hoffentlich können die Admins Schwäbisch, weil Server können die offensichtlich nicht.

Nachtrag April 2018:

Anderer Server (siehe IP) und plötzlich geht es doch:

Es wäre interessant zu wissen, wann die Admins ihren Bock gemerkt und dann geschossen / erlegt hatten.

Irgendwas mit Medien

Da hat sich Frau Carnap aber tiefgreifend informiert und auch alles mehrfach geprüft bevor sie ihren Artikel in die Öffentlichkeit entließ:

Quelle: https://www.freitag.de/autoren/netzpiloten/der-unterricht-braucht-ein-update
Wie kommt es nur, dass wir in den letzten mehr als 13 Jahren nie auch nur einen Cent für Lizenzen für unsere Moodle-Installationen bezahlt haben? Vermutlich, weil wir mehr können, als Copy and Paste oder bunte Prospektchen zusammen fassen. Dafür fehlt es hier halt an der „flotten Schreibe“ und auch am Netzpilotenschein.
Trotzdem gut, dass ich mit meiner Infrastruktur nicht an Bord dieses Tieffliegers bin.

LBS macht die Leni

Der LBS hat sich ein neues Gewand gegeben. So rot, so schön und so … modern. Auch in dem Sinne, dass dem LBS die Privatsphäre der eigenen Besucher/innen egal scheint, wie gleich mehrere Punkte aufzeigen:

A. Die Seite ist nur über HTTP aufrufbar. Versucht man den Landesbildungsserver verschlüsselt zu erreichen, dann wirft er dem Besucher eine .htaccess mit Login entgegen. Das halte ich für mehr als peinlich, kann aber noch als old school durchgehen, wenn die Sonnenbrille dunkel genug ist und einem die Zielgruppe – Lehrer/innen – und deren Datenschutzprobleme egal sind.
B. Der LBS bindet Dienste von US amerikanischen Firmen direkt in seine Seiten mit ein. Darunter Cloudflare und die Google APIs (siehe Bild oben).
Cloudflare ist nicht umsonst heftig in der Kritik: [1, 2 … sucht selbst] und ist, was den Umgang mit den Daten der Besucher des LBS angeht, auch ganz offen:

Cloudflare may aggregate data we acquire about our users and the visitors to their websites.

Ist für Facedings Nutzer/innen der Alltag und da sind ja „alle“. Auch deshalb ist dem Spacko der patriot act in Trumpland egal, wenn er Cloudflare nicht gleich auf Knien hierfür dankt:

It’s possible that we may be required by law, court order, or other legal process to provide information about our customers to outside parties. It’s our policy to ensure adherence to the due process of law

So viel mal zu dem dem LoL weniger vertrauten Dienst Cloudflare. Die Google APIs und deren Nebenwirkungen dürften ja auch Neulandbewohnern inzwischen bekannt sein und wenn nicht, dann kann nur die Pensionierung helfen.
Informiert der LBS seine Besucher/innen nach §13 TMG über diese externen Dienste und die Weitergabe von Daten? Ich hab am heutigen Tag nix gefunden und damit lautet meine Einschätzung auch:
Die dem KM nachgeordnete Behörde LS – als Verantwortlicher für den LBS – hat ein Problem mit dem Landesdatenschutzgesetz.
Ich schreib die mal an. Bin gespannt.

Weglaufen


Donnerstag Nachmittag. Der Rechner lz01 druckt nicht auf dem neben ihm stehenden Drucker LZ01. Ich drucke also meinen Kram auf LZ02 im Zimmer nebenan und stelle beim Abholen meiner Drucke dort fest: da hat schon jemand das gleiche Problem gehabt und wohl auch die gleiche Lösung. Aber dann wurden die rund 60 gedruckten Seiten zum Thema Lehrergesundheit und Burnout nicht aus dem Drucker genommen. Die gammeln da dann vor sich hin, bis sich einer das Herz nimmt und den Papierstapel in den Müll wirft.

Auf dem Weg nach Draußen komm ich an der Bibliothek vorbei. Auch da liegen Blätter im Drucker. Vermutlich das gleiche Setting: Irgendein Drucker tut nicht sofort, was man will, man müsste kurz warten bis der Printserver Kapazitäten frei hat, den Job verarbeitet und zum Drucker schickt. Ein paar Sekunden. Die hat man nicht. Also druckt man gleich noch einmal und noch einmal und noch einmal … auf einem anderen Drucker … und lässt da dann seinen Mist liegen.
War wohl doch nicht so wichtig, der Ausdruck. Zumindest nicht wichtig genug, um 10m zu gehen und das Papier aus dem Drucker zu nehmen.  Auch nicht wichtig genug, um die wahrgenommenen Probleme ordentlich über den Bugtracker zu melden.
Denn: Ein Bugreport liegt in keinem der beiden Fälle vor. Für den gesamten Tag nicht.
Das Muster: Es tut nicht wie gedacht? Weglaufen. Zur Gruppe, zum Schwarm, zu den anderen. Da dann 10 Minuten motzen statt 2 Minuten Bugreport schreiben, wenn man so oder so am Rechner hockt.
Ich vermute: Beim Bugreport ist man allein. Berichtsform ist gefragt. Fakten! Wer, was, wann, wo und so. Beim Motzen trifft man Menschen, die einem bestätigen, dass alles sooo schlimm ist – mindestens. Anstrengungsloses Kopfnicken. Sachkenntnisfreie Zustimmung. Keine Rückfragen. Die Stimmung zählt. Der emotionale Zustand beim Auftreten eines Problems ist zentral. Keiner verlangt einen Bericht, keiner will Sachlichkeit, keiner will Fakten. Es reicht, ein Problem zu fühlen und erhält Anscheinssolidarität. Die ist billig und reicht für den Moment.
iProblem.

Vorbild

An einer anderen Stelle meines Tätigkeitsfeldes erhielt ich ein Dokument einer Kollegin / eines Kollegen mit Werken von Dritten, in dem diese/r eine Quelle angeben musste. Das sah dann so aus:

Eine echte Glanzleistung: Eine Googlesuchseite als Quelle und dann noch das Wort „entnommen“ als Teil des Links, so dass ein Klick darauf komplett vor die Wand fährt. Es folgt der übliche Bürokratenkreislauf bei eingereichten Dokumenten mit Problemen. Und da stellt man fest: Drei Seelen wohnen, ach, im Institutionengefüge des Landes.
Seelchen 1: Das Dokument wird nicht publiziert aber ein Gespräch mit dem Lieferanten über Quellenangaben geführt; danach muss er nacharbeiten. Sollte er sich weigern, würden ihm seine Verfügungsstunden (vulgo: Bezahlung) aberkannt. Denn: Die Quellenangabe ist ungenügend (also: 6) weil wesentliche Informationen (nämlich: die Quelle und auch die Lizenz unter der die Materialien stehen) nicht enthalten sind, so dass das Abmahnrisiko zu hoch wäre.
Seelchen 2: Das Dokument wird nicht wie eingereicht publiziert, der Lieferant sollte eigentlich nacharbeiten, will er aber nicht (weil es ihm egal ist), also machen das dann andere am Ende der Publikationspipeline. Denn: Vor dem Hintergrund der Kompetenzorientierung darf festgestellt werden, dass eine Quellenangabe immerhin vorhanden ist, auch wenn diese Mängel zeigt (also: 5). Da will man doch einen Akademiker der Besoldungsstufe A15 nicht behelligen.
Seelchen 3: Das Dokument wird publiziert wie es ist. Die Quellenangabe wird somit als  ausreichend (also: 4) angesehen, das Abmahnrisiko trägt die Publikationsplattform.
Weiter ausführen muss ich da nichts mehr. Da pullt einer nen Gutenberg auf einem Niveau, dass am KvFG keine GFS durchginge, und wird damit glatt und ohne Verlust an Reputation gegenüber den übergeordneten Institutionen durchkommen. Es gibt Tage, da sollte ich nicht aufstehen …

VGA


Immer wieder können Präsentationen nicht stattfinden, weil die VGA-Kabel in den Beamer-Taschen fehlen berichten die Kolleg/innen. Ein seit vielen Jahren existierendes Problem: Die Kabel verschwinden in schwarzen Löchern oder werden gegessen. Was auch immer.
Das Problem wird jetzt durch Masse erschlagen. Gestern habe ich die erste Lieferung an 60 VGA-Kabeln in die Schule getragen. Weitere 240 Stück hole ich noch – die liegen schon bereit. Alles geerbt. Die Berufler mal wieder. Milch und Honig.
Und dann bekommt jeder 10 Stück von den Dingern ins Fach, die Beamer-Taschen werden damit bis zum Überquellen ausgestopft und in die Klassenzimmer lege ich das, was dann noch über bleibt. Sollte ich dann noch einmal lesen oder hören müssen, dass eine Präsentation an einem fehlenden VGA Kabel scheiterte … ich hab in der Hinterhand noch einmal mehrere hundert Stück.
Ich sollte den VGA-Kabel-Markt auf ebay beobachten 🙂
PS: Kaltgerätekabel habe ich auch … nur falls hier jemand auf Ideen kommen sollte.