Archiv des Autors: d.weller

Todo

Mal sehen, wie weit ich komme:

  • Kneipe
    • Kneipe auf aktuellere LTS Version ziehen
    • Rusty auf aktuellere LTS Version bringen
    • Rusty nextCloud – LDAP Anbindung so konfigurieren, dass die Homeverzeichnisse beim Anmelden automatisch eingebunden werden
    • VirtualBox auf Version 6 bringen
  • Scolis auf die frischeste LTS Version bringen
  • Roundcube Updates
  • WordPresse
    • WordPresse umziehen auf den neuen Server
    • WordPresse updaten und bei den Plugins aufräumen
  • nextClouds
    • nextClouds auf die jeweils neueste Version bringen (Stable statt Production)
  • Moodles
    • Moodles umziehen auf den neuen Server
    • Moodles upgraden und Anbindungen an nextClouds einrichten

Andere nennen es Ferien.

Update 03.01.2019: Ich bin durch, soweit ich das sehen kann. Mein Changelog habe ich ins KvFG Wiki gelegt, damit auch der Rest vom Fest was davon hat.

Fremdschämen

Muss mich gerade aufregen über diesen Artikel bei N4T Ich weiß nicht, wie der hier geschilderte Unterricht wirklich ablief, aber die Schilderung macht mich kirre.

Mit ihren Tablets können sich die Jugendlichen interaktiv am Unterricht beteiligen.

Äh – ja? Alle sitzen in einem Raum. Was gibt es da bitte für Interaktivitätsbeschränkungen? Ich kann das mit meinen SuS sogar in 3D! Ne – warte. 4D ginge auch, weil sich die Schüler/innen sogar noch gegenseitig anfassen könnten. Oder 5D, weil sie nach Sport gegenseitig zu riechen sind? Zumindest kommt durch die Konzentration auf den Mensch, so wie er sich gibt, unvermittelt durch einen Bildschirm, nicht objektiviert, durchaus mehr „rüber“.

ruft Bilder und kleine Texte auf, die zeitgleich auf den Geräten der Schüler erscheinen

Alle SuS sehen zur gleichen Zeit das gleiche Bild und den gleichen Text – aber jeder an seinem eigenen Gerät? Gibt es einen Grund für den Einsatz individueller Bildschirme hier? Beinhaltet die Schilderung einen nachvollziehbaren Grund, warum man hier z.B. auf unterschiedliche Geschwindigkeiten bei den Lernern setzen müsste? Nein. Das geschilderte setting ist die Intro für

lässt … plötzlich Bilder von Babys auf den Tablets erscheinen

„Erscheinen“. Cool. Fortgeschrittene Technik ist eben von Magie nicht zu unterscheiden. Im Ernst: Das ginge auch noch auf einem OHP. Folie 1: Pizza, Gurke, Salat. Folie 2: Babys. Oder man spart sich diesen Einstieg, dessen Funktion nur die Erinnerung daran ist, dass es um Menschen als Ware geht und steigt direkt mit dem eigentlichen Thema ein: Designer Babys. Ein Artikel zum aktuellen Fall – ist das nicht kognitive Aktivierung genug? Nun ja. Dann täte es eine Karikatur zum Thema auch. Die hätte dann noch methodisch einen Anspruch, der über „ich will Pizza“ hinausgeht. Aber „es wird ein bisschen diskutiert“ zu Pizza oder Salat. Ist ja auch toll. Und relevant.

Die SuS können dann über „ihr Baby“ abstimmen.

Die anonyme Auswertung erfolgt sekundenschnell.

Schade. Die Bezugnahme auf die Wünsche der anderen SuS ist so unmöglich. Gibt es auch einen Knopf für „ich verweigere die Antwort, weil ich das ganze setting schon moralisch abstoßend finde“? Wenn nicht, dann sag ich das eher in einem Unterricht, der gleich von Anfang an ohne push the button, click the like auskommt, als hier, den Blick auf ein eigenes Tablet gerichtet, von den anderen im Zimmer somit teilweise isoliert.

Schon ist der Lehrer beim Thema Genmanipulation und «Designer-Babys». Eine ernste Diskussion setzt ein.

Echt? Der Lehrer ist da? Und die SuS? Die sind bis hier her: Informationsfrei. Gleich nach Pizza und blaue Augen. Bin begeistert. So muss die Zukunft aussehen. Wir diskutieren aus dem Bauch raus, weil an Emotionen fehlt es heute.

Präkonzepte der SuS erfassen geht so. Diskussion geht anders.

Weiter geht’s:

Im Unterricht aber auch von zu Hause können die Schüler auf Lernmaterialien zugreifen, eine Software zum Zusammenarbeiten und einen Messenger nutzen oder gemeinsam Office-Dokumente bearbeiten.

Das ist ja super, dass die SuS das können. Die bearbeiten auf dem Tablet und ohne Tastatur Text, Tabellen und Präsentationen? Die werden eher kurz bleiben, die Begründungen in der Argumentation dazu auch.

Überhaupt: Baden-Württemberg ist seiner Zeit ja um 10 Jahre voraus! Seitdem können unsere SuS, wenn die Schule ein paar mal hintereinander bei BelWü auf die richtigen Knöpfe klicken kann und die Lehrer/innen die entsprechenden Fortbildungen besuchten, das nämlich auch: Lernmaterialien abrufen, von zu Hause arbeiten, kommunizieren, gemeinsam arbeiten. Nennt sich ganz unerotisch Moodle. Gut – da geht die Arbeit dann nicht an Office-Dokumenten, sondern z.B. gemeinsam an Wikis; und die Kommunikation müsste in Moodle-Chats abgebildet werden, wenn die Foren nicht reichen, aber im Prinzip wäre alles da. Am KvFG ginge sogar die gemeinsame Arbeit an allen denkbaren Office-Dokumenten Dank Collabora Office und nextCloud mit integrierter Chatfunktion. Aber ich komme vom Thema ab.

Im Artikel geht es im heute üblichen Duktus weiter. Sogar das hier fällt noch

Lehrkräfte … sich künftig häufiger als Moderator, Anreger und Berater verstehen.

Empirie aus der Unterrichtsforschung ist hier also ebenso Wurst wie der aus den Zeilen triefende unkritische Kommerz sein Brot. Um es kurz zu machen: Ich habe selten eine solche Ansammlung von Maßnahmen auf Sichtstruktur lesen dürfen, die eben eines nicht leistet: den Mehrwert digitaler Medien zu zeigen. Was also ist der Sinn des Artikels?

Ich fürchte: Namedropping!

Die üblichen Verdächtigen mit ihren heute hippen Lösungen sollen genannt werden. Eine andere Funktion als Werbung kann ich mir schwer vorstellen, denn auch die anderen im Artikel genannten Beispiele zur konkreten Unterrichtspraxis sind die, die ich seit 1999 hörte, lange Zeit auf Fortbildungen zeigte, mit den Lehrkräften dort erarbeitete und noch heute direkt im eigenen Unterricht nutze. Nur der technische Wandel schlägt sich nieder: Monsterdisplays mit Tabletfunktionalität ersetzen inzwischen die Beamer (positiv, weil meist einfacher zu bedienen); Tablets ersetzen Laptops (negativ, weil die Tastatur fehlt und das komplette jeweilige Werbeökosystem inklusive Datenabfluss mitgekauft wird).  So wundert mich auch nicht, dass direkt neben dem Artikel der Shop verlinkt ist. Und Facebook und Google werden über entsprechende JavaScript-Einbindungen mitversorgt.

So, wie der konkrete Unterricht im Artikel geschildert wird, geht es wohl kaum voran, sondern nur schneller im ewig gleichen Kreis herum.

Longpaper

Ich kam mir vor, wie in meine Schulzeit zurückversetzt. Da sitzt ein Drogenfahnder der Polizei im Raum und spricht …

Die Schilderungen haben viel mit den konkreten Erfahrungen bei der polizeilichen Arbeit zu tun, sind stark geprägt vom Schlimmsten, was Polizisten erleben müssen. Die Schilderungen beziehen sich auf verwahrloste Zimmer der Jugendlichen, Eltern mit Scheißegalhaltung, Beschaffungskriminalität, ausflippende Jugendliche und Gewalt.

Es werden Zahlen genannt. Von „mehr als 2000 Fälle im Landkreis pro Jahr“ wird gesprochen. Die online verfügbare Statistik

https://ppreutlingen.polizei-bw.de/wp-content/uploads/sites/10/2018/04/2017-PKS-Auf-einen-Blick-PP-Gesamt.pdf

würde verdeutlichen, wie sich die Zahlen in welchem Deliktsbereich entwickeln. Gezeigt wird sie nicht.
Ebenso unterbleibt, auf die Basis der Zahlen hinzuweisen, zu erläutern, wie die Statistiken zustande kommen. Die Diskussionen um diese, die Interpretationsspielräume, die üblichen Positionen, die zumindest den anwesenden Akademikern vertraut sein dürften, werden nicht zum Thema.

So bleiben viele Fragen offen: Von wie vielen Fällen bei welcher konkreten Straftat ist die Rede? Welche Form von Beschaffungskriminalität ist gemeint? Reden wir gerade über mehr als 2000 Verstöße gegen das BtmG? Besitz? Handel? Beschaffungskriminalität? Welche Hinweise kann der Redner geben, die die Statistik nicht erfasst oder durch die ihr eigene Kategorienbildung ausblendet (z.B.: von welchen Drogen sprechen wir? welche Gruppen von Tatverdächtigen fallen besonders auf?).

Ausgeführt werden hingegen Fälle von 14-Jährigen, die „2 Gramm am Tag brauchen, das kostet 20€. Das sind 140€ in der Woche oder 560€ im Monat“. Die Ausführungen laufen auf die Aussage zu, THC sei die „Einstiegsdroge“. Dies sei die Konsequenz aus der Suche der 14-Jährigen nach einem „größeren Kick“.

Der verwendete Suchtbegriff („2 Gramm … brauchen“ – psychisch, physisch, beides, bei THC? oder doch bei einer anderen Droge? welcher?) bleibt ebenso im Dunkeln, wie auch Angaben zu denjenigen, um die es sich handelt, Zahlen, deren Milieu, sonstige soziale oder psychologische Einordnungen etc.. Welche Maßnahmen von welcher Stelle empirisch geeignet wären, das Verhalten von Jugendlichen zu ändern, bleibt außen vor.

Klar gestellt wird das Repressionsanliegen: „jeder Fall ist eine Straftat und wird verfolgt“. Die Steigerung kommt direkt danach aus dem Haus selbst unter Verweis auf §90 SchulG und „sofortigen Schulausschluss“. Die Gerichte und deren Umgang mit den konkreten Einzelfällen werden nur kurz gestreift. Dass auch Maßnahmen nach §90 SchulG verhältnismäßig sein müssen geht unter.

So mischt sich alles zu einem Brei, der zu offensichtlich die Wirkung haben soll: Erschrecket Euch!

Mein Eindruck ist, dass die Öffentlichkeitsarbeit der Exekutive sich so eher selbst ein Bein stellt, als dass sie Mitstreiter gewönne: Eine undifferenzierte und bezüglich der eigenen Rolle unkritische Darstellung erzeugt bei Selbstdenkern quasi automatisch das „Aber“, das in einer Großrunde nicht bearbeitet werden kann und sich so gegen den Redner wendet.

Oder ich hab das Anliegen falsch verstanden und es geht auch vor diesem Plenum (Akademiker, Pädagogen) nur um die Erhöhung der Anzeigebereitschaft, um mehr Repressionsarbeit durch die Lehrkräfte?

Vermutlich. Denn da reicht das Dargestellte.

Auf der Basis der vorhandenen Zahlen und Erfahrungen einen Blick auf die konkrete Situation auf dem Höhnisch zu wagen, könnte vermutlich mehr leisten, bräuchte jedoch weniger Vortrag und mehr Arbeitsgruppe: Gezielte Hinweise auf Gefährdungspotentiale, beachtenswerte sozial-psychologische Faktoren, ein kritischer Blick auf die vorhandenen Ansätze der Präventionsarbeit in der Schule, die Rolle von Elternhaus, Schule, Hilfestellen und die Rolle der Polizei in diesem Feld und die Möglichkeiten, diese in schulische Präventionsarbeit einzubinden etc.. Im besten Falle: Ansätze für eine Kooperation, die über Repression hinausgeht.

Update 21.12.2018

Da scheint sich doch noch was in die richtige Richtung – Prävention statt Repression – zu bewegen. Mal sehen, wie das weiter läuft. Einzelne Tage zum Thema werden vermutlich wenig ändern. Da ist die peer group doch dominanter.

So

Das gärte schon lange in mir, dass Beehive nicht mehr ein Blog ist, in dem aus dem KvFG berichtet wird, sondern eines, in dem ich über meine Sicht auf das KvFG schreibe.

Der Entstehungszusammenhang von Beehive war einst ein anderer: Aus dem zwei mal erschienen Heft Frischling, einem Jahrbuch für die Schule, sollte ein Blog werden, in dem jederman/frau der Schule von seinen Projekten berichten kann. Geschehen ist dann … nix. Außer mir und ein paar SuS schrieb hier niemand. Das war eine Zeit lang in Ordnung, so lange ich selbst die meiste Arbeitszeit an der Schule verbrachte, aber je mehr ich zum road warrior wurde, desto sinnfreier wurde der genannte Ansatz bzw. desto technischer (Netzwerkeln blieb im örtlichen Aufgabenbereich) und auch allgemeiner (z.B. KM-Themen). Beehive entwickelte sich zum reinen Weblog – eine „etwas eigene“ Sicht der Dinge auf dem Höhnisch.

Löschen oder komplett neu anfangen? Am Ende brachte ich es nicht über’s Herz, 12 Jahre Blog in die Tonne zu kippen – und zog deshalb am 31.07.2018 hier her. Was nun wird, wird sich ergeben.

Die alten Artikel mit zu viel persönlichen Daten aus der Schule habe ich mit einem Passwort versehen.

 

DSGVO rev.

Was muss ich nicht alles lesen gerade: dass Schulen Zeugnisse von Hand schreiben müssen, weil: Datenschutz. Die Gesetze geben das IMHO nicht her. Siehe
DSGVO Art 6 Absatz I Ziffer c:

die Verarbeitung ist zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich, der der Verantwortliche unterliegt;

i.V.m. Schulgesetz (Bildungsauftrag) als Legitimationsgrundlage und i.V.m. LDSG §4:

Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist unbeschadet sonstiger Bestimmungen zulässig, wenn sie zur Erfüllung der in der Zuständigkeit der öffentlichen Stelle liegenden Aufgabe oder in Ausübung öffentlicher Gewalt, die der öffentlichen Stelle übertragen wurde, erforderlich ist.

Bei einem genauerem Blick stellt man oft fest, dass sich die Sachlage vor Ort etwas komplizierter gestaltet. Die Kolleg/innen an derartigen Schulen scheinen mit dem Thema Verschlüsselung von Daten (das war schon vor der DSGVO Pflicht) zum ersten Mal in Kontakt zu kommen. Außerdem finde ich überwiegend Presseberichte aus anderen Bundesländern. Die Lehrerfortbildung in BaWü scheint gewirkt zu haben.
Bei den Formulierungen der Überschriften der Presseerzeugnisse steht zu befürchten: Entweder wollen die Verlage mehr Klicks – oder (Achtung: Verschwörungstheorie) die bringen den Datenschutz mit möglichst viel absurdem Zeug und Fake und Blödsinn in Verbindung, so dass sich keiner mehr traut, auf den Datenschutz zu verweisen oder gar auf die Einhaltung von Datenschutzvorschriften zu bestehen, weil die gesamte Umgebung nur noch allergisch darauf reagiert.

Don'ts

Ich hab einen frischen Don’t an meiner Schule entdeckt: Weil der Tisch im LZ nicht eingelassen ist, sondern gewachst, darf man diesen nur abwischen, aber nicht abschrubben.

Das gilt auch für die Fälle, in denen die Wurzelbürste als das geeignetste Werkzeug zur Reinigung erscheint – z.B. weil der eigene Ranzen am Tisch festklebt, nachdem man diesen dort kurz abstellte.
Man lernt nie aus. Und in diesem Fall: auf soo vielen Ebenen.

Bombe 2018

Es war wieder so weit: LPP und Projekt Bombe. Dieses Jahr haben wir 139 Probanden erfassen können, davon 66 Männer, 63 Frauen und 10 ohne Angaben in diesem binären System. Die Grunddaten zum Projekt 2017 mögen die Interessierten dort abrufen. Hier nur ein schneller Blick in den Datensalat.

Ein Vergleich der Mittelwerte 2017-2018 zeigt, dass die Unterstützung für die, die wir intern Trumpisten nannten, zurückgegangen ist. Dafür ist jedoch die Unterstützung für eine deutsche Atomwaffe kräftig gestiegen, das Angstniveau weniger deutlich.
Die inzwischen übliche explorative Faktorenanalse (vulgo: Blick in die Kristallkugel des Data-Mining) ergab dieses Jahr das folgende Bild:

  1. Der erste Faktor sind die „Trumpisten“
  2. Der zweite Faktor sind die „Senioren“
  3. Der dritte Faktor sind die „Zocker“
  4. Der vierte Faktor fällt aus, weil die Items nicht hoch genug laden
  5. Der fünfte Faktor sind die „Schisser“

Das klingt alles wesentlich runder als im letzten Jahr, ist empirisch aber trotzdem nicht sinniger. Egal: Der Spaß bei der Benennung korreliert mit der Möglichkeit auf Alltagsintuition zurück greifen zu können.
Ich weiß nun auch nicht, ob ich beruhigt sein soll, weil weniger Menschen „Germany first“-Anhänger waren, oder beunruhigt, weil mehr Menschen eine Atomwaffe für Deutschland wollen. Gut also, dass es sich um ein Junk-Sample handelt, bei dem sich jeder Rückbezug zur gesellschaftlichen Realität verbietet.

EUDSGVO WTF?

Habt Ihr bei Euch an der Schule die EUDSGVO schon komplett umgesetzt?
Ja.
Selbst?
Nein. Wir haben uns dazu von einem Anwalt beraten lassen.
Klingt gut. Kannst Du mir bitte seine Telefonnummer geben?
Nein.