Auch nur Schule

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Vergangenen Dienstag war Abigag. Inzwischen hat sich bei uns eine Form gefunden, die in jedem Jahr variiert wird – mal mehr oder weniger gelungen. Dazu gehört auch, dass die jeweiligen 11er den Abigag der 12er für langweilig halten … um dann im nächsten Jahr fast das Gleiche zu machen: Erst einmal muss der Schulleiter den Schlüssel für’s Schulhaus gewinnen (Rätsel, Aufgaben), dann haben wir ca. 3 Stunden Unterricht, der von den 12ern hin und wieder gesprengt wird und ab der 5ten Stunde vergnügen sich die, die nicht sofort nach Hause gehen, bei Musik, Spiel und Essen auf dem Schulhof.
Hat man die Aktionen ein paar mal miterlebt, sehnt man sich nach kreativen neuen Ideen zum Ablauf. Warum z.B. wird der Unterricht von 12ern mit der Bierflasche in der Hand lediglich gestört? Warum wird dieser nicht komplett von diesen – und dann halt ohne Bier – übernommen? Für alle Klassenstufen? Mit von den 12ern vorbereiteten Materialien und Ideen zum unterrichteten Fach? Warum sehen wir nicht deren persönliche Idee von Unterricht, sondern lediglich die Idee, dass unsere jeweilige Form gestört gehört? Warum also nur der erste Schritt, die Störung des Überkommenen, und nicht der zweite? Die Destruktion, so gering diese heute ist im Vergleich zu den Zeiten, als es noch keinen Rahmen gab, hat lediglich eine für alle irgendwie erträglich Form gefunden, ist aber noch nicht zur kreativen Konstruktion einer Alternative zum normalen Schulalltag geworden. Über die Jahre verschwimmen die Gags ineinander, es bleibt nichts hängen. Die Abigags werden wie Unterrichtsstunden: Man hofft auf das Klingeln und ist froh, wenn man nicht „dran kam“.
So ist Abigag halt auch nur Schule. Alles ganz normal.