Koalitionsvertrag

Der grün-schwarze Koalitionsvertrag ist hier als PDF einsehbar:
https://www.gruene-bw.de/app/uploads/2016/05/GrueneBW-Koalitionsvertrag-2016-Entwurf.pdf
Zum Thema Bildung: ab Seite 25. Zitate:

[Das Gymnasium] ist und bleibt eine tragende Säule der Schullandschaft in Baden-Württemberg. p. 27
Wir werden den Gymnasien zwei Vertiefungsstunden in den Pflichtabiturfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen in Klasse 10 geben und so dafür sorgen, dass der Einstieg in die Kursstufe besser gelingen kann. p. 28
Wir möchten den Gymnasien die Möglichkeit eröffnen, in den vierstündigen Fächern Deutsch, Mathematik und moderne Fremdsprache der Kursstufe nach der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren und bei Bedarf für die Leistungsstärkeren Vertiefungskurse anzubieten. p. 28

Wir werden sehen. Klingt für mich erst einmal nach einer Wiedergeburt der Grund- und Leistungskurse auch in den Kernfächern. Im Abschnitt Gymnasium ist von einem eigenständigen Fach Informatik nichts zu sehen. Das kommt dann später ab Seite 32:

Die Informatik werden wir in den Schulen mit dem „Aufbaukurs Informatik“ in Klasse 7 aller weiterführenden Schulen, mit dem Profilfach „Mathematik, Physik, Informatik“ in den allgemeinbildenden Gymnasien und im erweiterten Niveau der Gemeinschaftsschulen sowie mit dem Wahlfach „Informatik“ in den Realschulen, Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen verankern. Begleitend dazu werden wir ein Fortbildungskonzept für die Lehrkräfte auflegen. p. 32

Und dann wird platt geformt:

Die Schulen werden wir auf ihrem Sprung ins Digitalzeitalter fördern und eine sichere, landesweit verfügbare digitale Bildungsplattform für alle Schulen im Land einführen. Durch die Bildungsplattform schaffen wir einen strukturierten Speicherort für Lehr- und Lernmaterialien sowie einen digitalen Lern- und Lehrraum. p. 32

Riecht nach türkischem Modell: Zentralisierung eben, statt dezentrale Schulmoodles etc. bei Belwü. SAP und Freunde sollen ja nicht verarmen.

Entscheidend ist weniger die Technik als vielmehr das pädagogische Konzept. Wir setzen uns dafür ein, dass an den Schulen verstärkt freie Lern- und Lehrmaterialien (Open Educational Resources und Freie Software) genutzt werden können. p. 32

Das „können“ am Satzende macht deutlich, was gemeint ist. Das dürfte dann wohl auf dem Niveau der seit Jahrzehnten üblichen Ermahnungen durch die Landesrechnungshöfe laufen.

Der Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Anbietern der Medienbildung kommt dabei eine wichtige Rolle zu. p. 33

Die bösest mögliche Interpretation dürfte sein: Bertelsmann erstellt zusammen mit der INSM die Materialien, stellt diese auf der zentralen Plattform ein – und die Lehrer/innen werden an diesen in Fortbildungen geschult. Wer welches Material dann wie häufig mit seinen SuS eingesetzt hat kann – Dank zentraler Plattform – leicht eruiert werden. Das erlaubt dann die nötige Feinsteuerung 🙂