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Es ist wieder didacta und damit es geht es schon aus Prinzip nicht mehr um Bildung, sondern um Mammon. Schon gelesen? Das hier?
MS macht zusammen mit Cornelsen einen auf Schulcloud. Apple macht mit wem auch immer auch einen auf Schulcloud. Der Tod der gemeinsamen Plattform der Schulbuchverlage dürfte eingeläutet sein, bevor das Ding überhaupt in die Gänge kam. Macht nix – das Teil war eh Mist.
Jetzt riechen die üblichen Dickschiffe Geld … und auf Grund ihrer hervorragenden Beziehungen in die Kultusministerien werden auch die einen oder anderen Länder bzw. Schulträger den Datenschutz ihrer SuS und LuL über Bord werfen und mitmachen.  Ich bin mir sicher, dass keine der beteiligten Schulen oder Kollegen jemals ein Verfahrensverzeichnis angefordert hat oder gar einen Vertrag zur Datenverarbeitung im Auftrag mit den Beteiligten geschlossen hätte. Einfacher Grund: Legal geht Schulcloud mit den oben genannten Beteiligten nicht, wenn die Server außerhalb der EU stehen – und das war bei denen bisher immer spätestens dann der Fall, wenn es um die nächtlichen Backups ging. Die kamen nämlich in die US-Cloud. Meist wurden von den Webseiten aber schon im aktiven Betrieb Komponenten aus den USA gezogen … und dort auch wieder abgelegt.
Dank der Dauerüberfälle der hiesigen Grundschule bin ich inzwischen in dem Punkt komplett geschädigt. Ich bin nun so weit, dass ich beim nächsten Versuch, die Daten meiner Kinder an einen kommerziellen Anbieter zu verkaufen – sei es über Antolin oder gar die jetzt beworbenen Projekte – zuerst nach dem Verfahrensverzeichnis, dann nach dem Vertrag zur Datenverarbeitung im Auftrag fragen und mich im Falle der üblichen leeren und ratlosen Blicke dann direkt an den LfD wenden werde. Das müsste reichen, um die notwendigen Reflexionsprozesse in Gang zu setzen.
Nur einer scheint den Braten zu riechen. Cord macht in dem oben verlinkten Artikel auf eine Alternative aufmerksam, die es seit Jahren richtig zu fördern gälte: Open Educational Ressources statt Kommerzkram (siehe die letzten beiden Absätze im Artikel bei Heise). Recht hat er. Der Prozess hierzu könnte beschleunigt werden durch eine einfache Maßnahme: LuL, die für Schulbuchverlage und damit für proprietäre Anbieter von Bildungsinhalten arbeiten und hierbei Ressourcen des Staates nutzen, sollten dafür bezahlen müssen.