MS in BaWü

https://digitalcourage.de/pressemitteilungen/2021/pm-koalitionsverhandlungen-in-baden-wuerttemberg-buendnis-fordert-open-source-software

Kurze Verhältnismäßigkeitsprüfung:

  • MSO geeignet: im Prinzip schon.
  • MSO erforderlich: nein; es gibt Software, die weniger in die Grundrechte der Betroffenen eingreift als MSO sowie dessen Freunde iOS und W10. Darunter für die Cloud Collabora / OnlyOffice auf landeseigenen Servern mit einer Nextcloud. Will mensch noch Mail und Kollaboratives dazu, dann kann das Nextcloud mit erledigen. Für die Clients geht unter allen OS LibreOffice und Thunderbird – am besten mit der direkten Anbindung an die Nextcloud.
  • MSO angemessen: da schon die Erforderlichkeitsprüfung auf die Nase gefallen ist, muss eine Angemessenheitsprüfung nicht durchgeführt werden.

Ergebnis: Der Einsatz von MSO ist nicht verhältnismäßig. Er verstößt gegen die Grundrechte.

Dazu kommen noch politische und ökonomische Argumente: steuervermeidenden, mehrfach wegen Monopolmissbrauch verurteilten Unternehmen von jenseits des Atlantiks Geld hinterher zu werfen, statt die lokale Softwareindustrie zu stärken, macht nicht nur keinen Sinn, sondern widerspricht dem Gedanken der Digitalen Souveränität. Das trifft auf einen liberalen und auch republikanischen Souveränitätsbegriff zu, was die ganze Situation noch ekliger macht.

Wie viele Ressourcen (Menschstunden an Arbeit und viel viel Geld) will das Ländle eigentlich noch verbrennen, bis die Politik sich endlich klar zu FOSS bekennt und dann entsprechend langfristig ausgerichtet handelt?