Archiv der Kategorie: Evaluation

Die „fremde Eva“ bei uns an und in der Schule

Dokumentenindexierung

Im schulischen Portfolio liegen leider immer noch nicht ausschließlich Textdateien, sondern meist eine Mischung aus nach Dokuwiki aufbereiteten Seiten einerseits (damit TXT) und Dokumentenanhängen (wilde Mischung aus allen möglichen Office Installationen gepaart mit viel PDF) andererseits. Die Dokumentenanhänge lassen sich nicht durchsuchen und ich dachte bisher immer, ich komme um eine „große Lösung“ mit Apache Lucene / Solr nicht herum. Bis gestern Daniel das DokuWiki DocSearch Plugin fand. Dessen Beschreibungsseite verweist in einem Userbeitrag auf Apache Tika – einen Konverter, den ich bisher nicht kannte. Leider, denn diese liefert out of the box sehr gute Ergebnisse für unseren Zoo aus Officekram. Ein lokaler Test

java -jar tika-app-1.13.jar -r -t -eUTF-8 usdream.pptx > usdream.txt

zeigte, dass auch wild „gestaltete“ pptx Dateien sehr ordentlich konvertiert werden. Ich schob noch ein paar der schlimmsten Dokumente aus meinem Projektgruppenbestand des LFB hinterher: Man scheint Tika füttern zu können, was man will – der Schalter -r (als Kurzform für –pretty-print) bewirkt Wunder.
Jetzt lief rund 30 Minuten lang Tika durch den Dokumentendschungel im KvFG Portfolio und ich schaute den vorbeirauschenden Status- und Fehlermeldungen zu. Trotz einiger font cache Probleme zeigt sich Tika stabil. Es läuft nicht einmal bei dem Versuch vor die Wand, unsere AES256 verschlüsselten ODT-Dokumente zu öffnen. Diese verwarf es mit einer leeren Ergebnis-TXT … und machte beim nächsten Dokument weiter. Brav so.
Die Ergebnisse bei der Suche im Portfolio wissen zu überzeugen. Ein Blick auf den Suchbegriff „Thunderbird“ zeigt dies deutlich:
tika
Der Einzeltreffer auf einer unserer Wikiseiten wurde um eine Liste aus Dokumenten erweitert, die sich per Klick auf den URL zu diesen schnell öffnen lassen.
Dem Protokollspeicher habe ich dann gleich die Protokolle aus den Schuljahren 0607-0910 hinzugefügt. Damit ist alles, was ich gesammelt habe, eingestellt und der Umstieg von der noch unter Moodle 1.x.x geführten HTML-Protokollablage auf DokuWiki endlich abgeschlossen. An diese Bausstellen wollte ich auf Grund der angenommenen geringen Bedeutung und des hohen Arbeitsaufwandes bisher nicht ran – jetzt war es drag and drop der Dokumente in einen DokuWiki-Protokollarchiv-Bereich.
Ich richte die Indexierung mit Tika nun als Cronjob ein, der einmal in der Nacht läuft. Das spart Ressourcen. Und den zeitlichen Abstand zwischen Upload und Indexierung muss man halt aushalten.

Strengekompetenz

Die Welt vermeldet hier, der Erfolg der Finnen bei PISA basiere auf Strenge statt auf modernen Methoden. Verwiesen wird auf eine Studie von Sahlgren mit dem schönen Titel „Real Finnish lessons“. Jedoch: Strenge ist eine Vereinfachung – schon die Summary der Studie führt einige historische, sozio-ökonomische und kulturelle Ursachen an, was darauf hindeutet, dass die Ursachen für den ersten Erfolg der Finnen bei PISA vielfältig(er) sind.
Jeder darf sich nun die Rosine picken, die ihm in den Kram passt. Na dann …

LimeSurvey Umfragen

Demnächst führen wir wieder eine große Evaluation durch und wie das letzte Mal auch setzen wir hierbei auf Online-Fragebögen. Bei der letzte Runde mit den LuL und SuS war das noch Moodle. Nachdem wir aber inzwischen eine Runde mit den Eltern mit Hilfe von LimeSurvey gut überstanden hatten, kommt nun auch hier LimeSurvey zum Einsatz.
Der Vorteil ist, dass nicht alle SuS durch die Anmeldeprozedur in Moodle durchmüssen – eine Erleichterung vor allem für mich, weil ich nicht 100 Nasen hinterher laufen muss, die zu doof sind, ihre E-Mail Adresse ohne Fehler in ein Feld zu tippen.
Bei Umfragen mit LimeSurvey hat dann jeder Proband für seinen Fragebogen eine TAN vom Klassenlehrer (?) erhalten, die man nur einmal einsetzen kann. Anonymität ist so doppelt gegeben: Keiner kann mehr nachvollziehen wer welche TAN hat und LimeSurvey selbst schreibt bei der richtigen Einstellung der Umfrage auch nicht mit, welche TAN zu welchem Fragebogen gehört.
Bei der Konstruktion des Fragebogens und den Änderungswünschen zum Entwurf sind mir einige Dinge aufgefallen, die ich hier nun auf die Schnelle zusammen fasse (eine ausgearbeitete Version kommt dann irgendwann ins Wiki). Hier nun also der

Vorläufige Merkzettel zu LimeSurvey

Global:

  • Keine offenen Fragen (außer am Ende die eine „Kotzkübelfrage“);
  • alle Items zeigen in die gleiche Richtung;
  • alle Items verwenden die gleichen Antwortmöglichkeiten;

dann kann man in  LimeSurvey ein Bezeichnungsset anlegen und dieses einfach einer Frage (im Sinne von LimeSurvey – Begrifflichkeit siehe unten) zuweisen.
„… zeigen in die gleiche Richtung“ liest sich schnell, ist aber ein Problem. Ohne Theorie über den zu untersuchenden Gegenstand kommt man hier nicht weiter.
Schon im Entwurfsstadium muss beachtet werden: Überschriften für mehrere „Fragen“ sind festzulegen. Denn: LimeSurvey arbeitet mit Fragegruppen und für jede „Frage“ (im Sinne des Entwurfs) eine eigene Gruppe anzulegen (dann wäre die Struktur einfach zu ändern) ist so mühsam wie hinterher „Fragen“ von einer Gruppe in die andere zu verschieben. Da kann man gleich neu anfangen oder verhaspelt sich beim Importieren und exportieren von „Fragen“.
Begrifflichkeit:

  • Die Überschrift zu einer Gruppe von „Fragen“ im Entwurf (siehe oben) ist in LimeSurvey dann die einzelne Frage;
  • Eine einzelne „Frage“ im Entwurf (siehe oben) ist in LimeSurvey dann nur noch ein Item innerhalb einer Frage;
  • Mehrere inhaltlich zusammenhängende Fragen (im Sinne von mehreren „Fragen“-Überschriften im Entwurf) inklusive aller dazu gehörenden Items sind in LimeSurvey dann eine Fragengruppe.

Steht einmal die Zuordnung von Item zu Frage und Frage zu Fragegruppe sind Änderungen nur noch schwer möglich. Fragen kann man hin und herschieben und auch Fragegruppen – bei einzelnen Items wird es hakelig (siehe oben).
Für die einzelnen Fragen ist zu beachten:

  • nicht mehr als 2-5 Items pro Frage (sonst kommt man am Bildschirm nicht wirklich ins Lesen);
  • keine einzelnen Items in einer Frage – möglichst 2-5 (sonst kommt man sich am Bildschirm beim Weiterklicken vor wie bei der Installation unter Windows: nix lesen, alles abnicken);
  • einzelne Items müssen sehr kurz sein (lange Item-Beschreibungen liest man am Bildschirm nicht wirklich);
  • keine Erläuterungen etc. in die Items einbauen (damit werden diese lang – siehe oben);

Hieraus ergibt sich: Hilfetexte schreibt LimeSurvey unter die Frage (und damit unter alle Items in dieser). Damit werden diese leicht übersehen. Besser ist es, Hilfetexte und Erläuterungen etc. in das Feld für die Eingabe der Frage unter diese selbst zu schreiben. Nochmal anders: Fragetexte tauchen bei Online-Umfragen als „Überschriften“ zu den Blöcken an anzuklickenden Items auf und können z.B. als <h1> formatiert werden. Hilfetexte und Erläuterungen kann man dann als normalen Text <p> darunter setzen. Sieht besser aus und lässt sich leichter lesen.
Filter sind kein Problem und können demnach heftigst eingesetzt werden (z.B. nach Klassenstufe oder Fach oder Geschlecht oder was auch immer). Filter sind auf jeden Fall besser als „Diese Frage nur beantworten wenn Sie …“ – das liest mal wieder keiner.

LimeSurvey

limesurveyea
Für den Fragebogen rund um das Thema Elternarbeit setzen wir in den folgenden Tagen LimeSurvey ein. Das Backend dieses Systems ist etwas sperrig, so dass die Einarbeitung Zeit gekostet hat. Zuletzt hatte ich LimeSurvey im Projekt Spielplatz genutzt … schon wieder zu lange her.
Der Fragebogen selbst wurde hier im Haus (eine Person mit Elternrolle ist ja vorhanden) vorhin getestet. Das war erhellend.
Umsion? Klar! Inhalt derselben? Ups. Kalender auf der Homepage? Klar! Nutzung? Ups. SELF? Klar! Sitzungsteilnahme oder Mailinglistenmitgliedschaft? Ups.
Und so ging es grad weiter.
Die ganzen ersten 10 Jahre meiner Schulzeit – in meiner Familie scheinen diese zwar als Erinnerung an die Namen der Projekte vorhanden zu sein aber die Inhalte … > /dev/null

Abiturientenvermehrung

Die politische Vorgabe lautet bundesweit: Mehr Abiturienten, in kürzerer Zeit, besser ausgebildet.
Hamburg hat einen 67 %-igen Zuwachs an Abiturienten im Zeitraum zwischen 2005 bis 2012 vorzuweisen … und nun kommt der Verdacht auf, dass sie für die Ziellinie, mehr Abiturienten zu produzieren, schlicht das Niveau senkten.
Hier die Stadt Hamburg selbst – und hier die Analyse zur Analyse aus der FAZ.

Erfolg

Blogbetreiber schauen schon mal gerne nach, welche Artikel denn besonders häufig gelesen werden. Dirk und seine SuS im Bienenblog treibt das ebenso um, wie stellenweise auch mich. Ich denke, das ist schlicht Neugier.
Also – der erfolgreichste Artikel im gesamten KvFG Netz? Irgendwas zu unserer Schule? Ein Artikel zu Moodle vielleicht oder zu Blogs im Allgemeinen? Ein Artikel zu Honig – klebrig süß?
Pustekuchen!
Der erfolgreichste Artikel ist schlicht der hier: Mittagessen.
Nicht etwa, weil dieser besonders gehaltvoll wäre oder gar besonders toll geschrieben. Es handelt sich um einen Schnellschuss, in 5 Minuten verfasst und rausgedrückt. Aber mit einem Bild … das bei Google (und auch anderen Suchmaschinen) ganz doll ankommt. Warum auch immer.
erfolg
Womit für mich bewiesen wäre: Privatfernsehen kann schon aus systematischen Gründen nichts taugen 😉

Portfolio

Im Moment liegt das Portfolio unserer Schule in einem nur für Lehrer/innen zugänglichen Moodle-Kursraum als Wiki. Eine Lösung, die die letzten Jahre völlig ausreichend war: Das Wiki ließ sich relativ gut gliedern und eine Inhaltssuche war möglich. So sammelten sich über die Jahre hunderte von Seiten im System.
Da ich aber in den nächsten Monaten (ich schätze zu Beginn der Sommerferien) von Moodle 1.9.x auf Moodle 2.x umsteigen muss, will ich auch in Zukunft Updates erhalten, warf ich in den letzten Wochen mehrfach einen genaueren Blick auf die Wiki-Engine in Moodle 2 und musste leider feststellen, dass diese noch basaler ist, als das Erfurt-Wiki in Moodle 1.9. Eine Suchfunktion, die den Namen verdient, steht nicht zur Verfügung und mehrere hundert Seiten lassen sich hier nicht so strukturiert anlegen, dass auch Wiki-Anfänger damit zu Recht kommen. Eine Exportfunktion (in Moodle 1.9.x Erfurt-Wikis wenigstens noch als HTML-Export vorhanden) ist ebenfalls nicht eingebaut. Ergo: Moodle kommt an seine Grenzen, ein anderes System muss her – DokuWiki!
Frank hat auf der Basis von DokuWiki ein durchdachtes Portfolio-System aufgesetzt, das auch vom LS unterstützt wird:
http://www.openschulportfolio.de/
Im Wesentlichen handelt es sich um eine geschickt gewählte Sammlung von PlugIns für DokuWiki inklusive vorstrukturierter Seiten und Namensräume. Dazu kommt ein Authentifizierungs-PlugIn, das dafür sorgt, dass nur Lehrer/innen sich gegenüber unserem Schulserver authentifizieren können. Access-Control-Lists unterstützt DokuWiki schon von sich aus – hier ist aber die Verwaltung zentral über die Schulkonsole steuerbar. Insgesamt eine runde Sache!
Besonders überzeugend finde ich die in DokuWiki eingebauten Suchfunktionalitäten.

DokuWiki unterstützt von Haus aus OpenSearch, so dass die Suche direkt in den Browser integriert werden kann.

Eine sehr ordentliche Suchsyntax unterstützt einen bei der Suche (die Details sind z.B. hier zu finden: http://www.dokuwiki.org/search) und das Schönste: DokuWiki listet nicht nur die Seiten, auf denen der gesuchte Begriff gefunden wurde, sondern liefert den Kontext mit dazu und hebt das gesuchte Wort in diesem hervor.
Exportfunktionalitäten stehen zur Verfügung: DokuWiki kann PDFs und ODTs backen, die richtigen PlugIns vorausgesetzt. Mehrere Seiten können zu Büchern zusammen gefasst werden und einfachere Dokumenten-Repositories lassen sich auch einbinden.
Der einzige Wermutstropfen ist für mich der Umstand, dass wir dann zwei getrennte Systeme haben: Moodle für die Kommunikation und DokuWiki für die Dokumentation. Ich komme mit so einem nerdigen Ansatz klar – bei den Kolleg/innen bin ich mir nicht ganz sicher.

Como

Seit gestern sind wir mit allen Kolleg/innen auf der Comburg (wie schon einmal: 1, 2) und beschäftigen uns mit dem Thema Evaluation von Unterricht.
Ich selbst sitze in der AG Methodenlehrplan und wir haben nach dem ersten Tag zumindest schon ordentliche Zwischenergebnisse – der Evaluationskreislauf selbst, die zu untersuchenden Qualitätsbereiche (jaja – auch Qualitätsleitsätze aus der Umsion abgeleitet, -kriterien und -indikatoren) sowie das Thema für die ersten beiden Runden (SJ 09/10 und 10/11) sind geklärt. Ich glaube ich verrate nicht zu viel, wenn ich hier schon schreibe, dass unsere Arbeitsgruppe am liebsten einen Blick auf die Methode Präsentation werfen würde. Alle Fächer machen das irgendwann und das Thema ist wichtig für das Abitur. Wir könnten so lernen den organisatorischen Rahmen für den Evaluationsprozess zu optimieren.
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An unserer Ergebniswand im Rittersaal ist auch zu erkennen wie wir arbeiten – die einen mit Laptop, die anderen mit Postern. Die mit den Postern brauchen für die Präsentation von fünf Sätzen dann 2 qm und die mit den Laptops für ihren Aushang zwei volle DIN A4 Seiten. Gut, dass wir nicht nach Papier- und Platzverbrauch entlohnt werden – das wäre der Tod der „Neuen Medien“ (und wohl auch der Tod von Ikea, die dann kein Holz mehr für Möbel bekommen würden).
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Der Rittersaal ist ganz nach meinem Geschmack: Dunkel, kühl und voller Rechner 🙂 Dank Jens haben wir inzwischen sogar die einzige Netzwerkbuchse auf der Burg gefunden, die uns einen ungesicherten Kanal nach draußen erlaubt. Das führt auch zu dieser unchristlichen Blogzeit: Jens schläft noch – ich kann mich mit meinem Laptop jetzt kurz einklinken und muss den Platz später räumen. Tja. Ich hätte doch meinen Switch mitnehmen sollen.

Schools kill creativity

Morgen fahren wir auf die Comburg – pädagogischer Tag (naja: pädagogisches Wochenende wäre wohl der bessere Ausdruck) – und heute bin ich noch über den folgenden Beitrag auf den Seiten von TED gestolpert. Passend zum Oberthema Evaluation, aber vor allem auch zu Wissenschafts- und Wirtschaftsorientierung in der Lehre:

Ken Robinson Bio
Via learn-gasm

Unterschätzt

Hier ging ich noch davon aus, dass zum Bildungsstreik nur die üblichen 5 gehen würden. Pustekuchen. Ganze Klassen fehlten und deswegen musste die Schulleitung ja auch reagieren. Sie tat dies heute auf salomonische Art:
Die Mitorganisatorin des Streiks hatte die Idee, eine Abendveranstaltung für die Schulöffentlichkeit zu machen, in der aktuelle Bildungsthemen diskutiert werden sollen. Wer von den Streikenden politisch Aktiven an dieser Veranstaltung (deren Termin noch bekannt gegeben wird) teilnimmt, muss keine „Zusatzarbeit“ machen, denn er/sie hat damit ja dokumentiert, dass er/sie echtes Interesse an schulpolitischen Fragen zeigt.
Super. Ich schließe mich der Hoffnung an, dass hieraus auch Impulse für interne Schulentwicklungsprozesse gesetzt werden können. SELF hätte frisches Schüler/innenblut mal wieder nötig und auch die SMV könnte sich aufgerüttelt fühlen.