Archiv der Kategorie: Elektrisch

E-Learning, Moodle, hausinterner Server und alle anderen technischen Kleinigkeiten im Haus …

Keine Scheu

Aus familiären Gründen war ich gerade auf einer Webseite des Stark-Verlages, denn hier wurde ein Werk aus diesem Verlag angeschafft, zu dem es MP3 Dateien geben soll. Diese sollten über eine Webseite abgerufen werden können.

Es kam, wie es heute wohl kommen muss: Die Webseite begrüßte mich mit den Trackern und Einbindungen von Drittdiensten wie oben zu sehen. Dazu dann eine „Datenschutzerklärung“ mit so schönen Hinweisen wie

Wir geben Ihre Daten an ausgewählte Konzerngesellschaften und Dienstleister innerhalb und außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) weiter [Quelle]

Will man die MP3s haben, dann geht es weiter via Account anlegen – zu der Seite https://mystark.pearson.com/ . Dort hat es noch ein paar frische Tracker und Drittdienste mehr.

Muss ich erwähnen, dass die dann für einen Account Vorname, Name und E-Mail Adresse haben wollen?

So giert also der Stark-Verlag nach den Daten von Kindern.

Erhellend.

Ich für meine Seite habe Eure Dienste zum allerletzten Mal genutzt. Das gekaufte Heftchen geht zurück an den Händler mit dem Hinweis, dass diese Angaben weder notwendig sind, um ein paar Dateien herunter zu laden, noch dass diese Angaben im Heft selbst zu finden sind.

Empfehlungen zu Werken aus diesem Laden kommen mir nie wieder über die Lippen. Und ich werde in jedem nur erdenklichen Kontext – sollte eine andere Person diese Firma auch nur erwähnen – in Zukunft darauf hinweisen, wie das Wort „Datenschutz“ hier mit Leben gefüllt wird.

Was vom Jahre übrig bleibt

Ein Sammlung der Dinge, die geschahen, aber nicht haben dokumentiert werden können, weil zum jeweiligen Zeitpunkt keine Zeit war.

Und dann wäre da noch:

Ich schätze, dass es nächste Woche in die Vollen geht.

Digitaler Schulalltag

Außen

Ich war gestern und heute zur Unterrichtsbeobachtung an einer Schule, an der Unterricht mit iPads stattfand, wobei die SuS in der jeweils identischen Stunde selbst wählen konnten, ob sie diese nutzen, oder auf Poster als Präsentationslfäche zurückgreifen wollten. Zu erarbeiten war das Institutionengefüge der EU. Hierzu war ein Schaubild zu erstellen, das den Gesetzgebungsprozess wiedergab. Mir fiel auf, dass

  • viel Arbeitszeit in den SuS-Gruppen für die Anhübschung der grafischen Lösung investiert wurde; teilweise kannten sich nicht alle SuS mit der genutzten App in dem Maß aus, dass sie sich selbst helfen konnten, die Nebensitzer gaben notwendige Tipps zum Programmgebrauch.
  • der Austausch in den SuS-Gruppen, die als Produkt das Poster wählten, stärker auf sach-fachliche Korrektheit fokusierte und die Ergebnisse insgesamt vollständiger und komplexer waren. Der Austausch in den iPad Gruppen war technischerer Natur.
  • Kriterien für gute Schaubilder keine Rolle spielten und nur bei den Postern einmal kurz aufblitzten (Leserlichkeit).
  • auch Apple-TV technische Probleme aufwirft, so dass Präsentationen via Beamer nicht sofort beginnen können.
  • die SuS in den iPad-Gruppen viel häufiger komplett alleine arbeiteten, sobald ihre technischen Probleme gelöst waren oder sie keine hatten.
  • bei der Auswertung Inhaltsfehler bei den iPad-Lösungen nicht thematisiert wurden – aber bei den Postern durchaus.
  • die Korrektur an den Postern direkt erfolgte und bei den iPad-Lösungen unterblieb bzw. auf „nachher“ verschoben wurde.

Vor dem Hintergrund dessen, was ich sah, kann ich als Positiv für die iPad Gruppen festhalten: gute Leserlichkeit auch inhaltlich schlechter grafischer Lösungen; keine Notwendigkeit für Programmschulung durch die Lehrkraft aber dafür gegenseitige Unterstützung der SuS bei technischen Problemen. Auch der Wechsel der HDMI Quelle am Beamer konnte an die SuS delegiert werden (bzw. musste an diese delegiert werden, weil den L evtl. das Know-How fehlte).

Andererseits förderte die computergraphische Darstellung das Übersehen von Fehlern und betonte die sachfach-fremde kriterienfreie Würdigung von Oberflächlichkeit („schöne Darstellung“). In keinem Fall wurde hier durch den Einsatz von iPads eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Arbeitsauftrag erreicht, was sich auch in der Bewertungs-/Beurteilungsphase (Demokratiedefizit?) zeigte.

Die Zahl der vertanen Chancen war Legion: Die L konnte nicht angeben, ob MDM zum Einsatz kommt und mit welchem Anbieter welcher Apps Verträge zur DViA vorliegen oder nicht vorliegen. Das Thema Datenschutz war keines, Risiken waren weder bekannt noch schienen diese je in dieser Institution thematisiert worden zu sein. Dafür wurde die Möglichkeit zur Noteneingabe am eigenen iPad positiv hervorgehoben, das nicht mit Passwort oder Pin gesichert war und ein paar mal über längere Zeit direkt vor den S in der ersten Reihe unbeaufsichtigt auf dem Pult lag. Eine Cloudlösung für den Austausch von Arbeitsergebnissen der S (oder ein Moodle) hat die Schule nicht (vielleicht sollte man darüber eher froh sein – ein Datenleck weniger). Die Posterlösungen wurden nicht fotografisch für alle S dokumentiert, obwohl sich diese am Ende als die korrigierten und insgesamt ja richtigeren Versionen herausstellten.

Summa: Viel Luft nach oben beim Schulalltag mit iPads.

Innen

Und dann gab es da (an einer anderen mir vertrauten Institution) eine Arbeitsgruppe Soziale Medien, die sich als Arbeitsgruppe Smartphones entpuppte.

Die Arbeitsgruppe positionierte sich recht eindeutig so, dass in Klasse 5 und 6 kein Einsatz von Smartphones im Unterricht erfolgen solle, keine Smartphones auf Ausflüge mitgenommen werden und auch in den Pausen etc. auf dem Schulgelände verboten sein sollten.

Die Begründungen verliefen im Einzelnen entlang der Linie mediale Dauerberieselung bzw Sucht sowie Soziale Hetzwerke bzw. Gefahren durch Cyber Grooming. Datenschutzaspekte spielten eine ebenso untergeordnete Rolle wie jegliche selbstkritische Reflektion eigenen Verhaltens oder eine Einordnung der Taschenwanzen in den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Überwachung, Grundrechteabbau und hin zu autoritären Systemen.

Ich kann es ein Stück weit verstehen. Es ist eine auf den ersten Blick pragmatische Lösung für zumindest einen Teil der vielen Probleme mit Smartphones, diese in den untersten Stufen schlicht aus der Schule zu verbannen. Cyber-Mobbing bleibt so weitergehend im privaten Umfeld und die Pausen werden eher für Bewegung und Kommunikation genutzt als heute.

Nur fürchte ich, wird dies gerade in der Prägungsphase im Umgang mit dem Faustkeil nicht dazu führen, dass anschließend der Gebrauch dieser Werkzeuge reflektierter erfolgt. Vielmehr bleibt die notwendige Erziehungsarbeit bei den Eltern hängen – und da bleibt sie meiner Wahrnehmung nach liegen. Die bei den L schon fehlende selbstkritische Reflektion eigener Nutzungsgewohnheiten kommt hier verstärkt zum technischen Unverstand hinzu.

Zumindest über die technische Seite könnten im Rahmen der Schule stärker – nach intensiver Fortbildung – aufgeklärt werden. Z.B. könnte die Institution Schule Smartphones in naturwissenschaftlichen Fächern wie auch in Projekten oder in Blockunterrichts-Einheiten analysieren (im Sinne von zerlegen, Aufbau kennen lernen, in ihrem Verhalten bezüglich Datenweitergabe beobachten etc.) und die gewonnenen Erkenntnisse dann aktiv nutzen – sprich: einfache Smartphones selbst bauen, ein freies Android selbst kompilieren und flashen, das installierte Betriebssystem gegenüber Datenabflüssen so weit es geht mit einer Firewall absichern etc..

Die durch die Analyse gewonnenen Einsichten könnten zu Qualitätskriterien für Apps werden und die dann ausgewählten Apps könnten aus F-Droid oder direkt aus dem Git installiert und mit der schulischen Cloud (Kalender, Adressbuch, Dateiaustausch, Lernplattform, Messenger etc.) verdongelt werden.

Die SuS hätten am Ende des Prozesses die Erfahrung gemacht, dass Bildung dazu beiträgt, ein selbstbestimmteres Leben zu führen.

Aber Verbote gehen natürlich auch.

STUN/TURN Server und Nextcloud Talk

cloud kvfg

Nextcloud Talk in der KvFG Cloud

Nachdem ich heute Vormittag erfolgreich einen STUN/TURN Server ins Netz bekommen hatte, verdongelte ich diesen mit Nextcloud Talk und testete …

Mein dickes Katerchen Carlson war zwar im Rahmen des ersten Tests nicht sehr gesprächig, aber im Prinzip steht nun eine Videokonferenzlösung für das Kollegium zur Verfügung. Auch Externe können als Gäste an Videokonferenzen beteiligt werden, sofern man diesen den Link zum Konferenzraum (z.B. per Mail) schickt.

Läuft in allen modernen Browsern (Firefox, Chromium) und für die, die es nicht lassen können ist auch eine App für das Handy vorhanden. Schwierig könnte die Ressourcenausstattung meiner VM sein. Die muss im Alltag nun zeigen, dass sie es packt, bevor ich das größer bewerbe.

Hier kommt die Sonne …

1 – 2 – 3 … 9 – aus! [1] Will man im Neubau einen Film schauen, dann braucht man nicht nur einen windstillen Tag (damit die Jalousien unten bleiben), sondern möglichst auch noch einen trüben. Oder man hilft sich gegen die Sonne mit Postern und Tesa.

Was wir bräuchten wären Architekten, die schon in der Bauphase nicht nur hübsch denken (Jalousien sind schön! Helle Rollos sind schön!) und über das Zuhören reden, sondern das, was man ihnen sagt, dann auch umsetzen: Innenverdunkelung!

KI Lizenz

An Chefs mangelt es mir nicht und heute kam ein neuer dazu. Bis 5 Minuten vor Ende der Inthronisation war eigentlich noch alles OK – das übliche halt, wovon man weiß, dass es im Alltag flott untergehen wird: Dialog statt von Oben nach Unten; ich will erst einmal zuhören und lernen; alle haben bisher tolle Arbeit gemacht; ihre Expertise etc. wird benötigt; sie sind wichtig … so halt. Dazu noch ein wenig Phrasendropping und -drooling, das viel zu wenige als Humbug identifizieren, der Rest aber voll cool findet: Chancen der Künstliche Intelligenz! Muss man als Chef heute wohl gesagt haben. Will man den Gesamtverlauf positiv fassen, dann sagt man sich, es fehlte nur die Vorlage für ein Bullshit Bingo.

Aber dann brach es doch hervor, was sich zu Beginn nur andeutete: Lizenzen kaufen, föderale Dienste als Hindernis, Eigeninitiative als Zerfaserung, Notwendigkeit zentraler Dienste und Datentröge, Datenschutz als Hindernis … und als Krönung ein Vergleich mit Singapur, das sich Dank ein klein wenig Diktatur viel schneller und besser für die Digitalisierung aufstelle. Da war er ganz bei sich, Feuer und Flamme, ein Redner, der aus Überzeugung spricht.

Digitalisierung first – Bedenken second.

Ich hab dann noch versucht, mich wieder einzufangen, was mir nicht gelang. Also fuhr ich lieber ab, als ihn aus Versehen ihm nächstbesten Karpfenteich zu ertränken. Man muss wissen, wann es Zeit ist zu gehen. Mehr Professionalität brachte ich heute nicht auf.

Mattermost

Jetzt ist er also doch gelandet – der Messenger für die Schule. Was den letzten Ausschlag gab, war, dass es einige besonders Wilde gab, die sich über die üblichen „Dienstleister“ erkundigten. Die Daten unserer Schüler*innen in den Händen von kommerziellen Interessen wollte ich aber auf jeden Fall vermeiden – also musste eine Lösung her.

Frank war glücklicherweise gleich mit an Bord. Er wollte für seine Schule schon seit längerer Zeit einen Messenger und hatte – wie ich auch – mit Synapse / Matrix und Mattermost experimentiert.

Die Wahl fiel am Ende auf Mattermost. Vor allem, weil dieser eben nicht (!) die Inhalte verschlüsselt. Im Notfall kommt man als Admin so an Mobbingposts heran oder kann Bilderchen löschen, bei denen die SuS zu kreativ eigene Aufnahmen des Lehr- mit den professionellen Aufnahmen von Pornokörpern verknüpften.

Dazu kommt: die App ist einfach schicker und flutschiger als Riot. An der Front wollte ich unbedingt meine Ruhe haben.

Der Rest stimmt auch: Das Open Core Konzept verhindert allzu wilde technische Wünsche, die bei der Anmeldung angegebenen Maildomains erlauben das Sortieren in Teams (= Schulen bzw. bei uns auch reine L-Teams) und bei F-Droid hat es einen Client für die LineageOS Benutzer*innen.

Hübsch ist auch die Domain, die wir für unseren neuesten Dienst im Verbund Lehrerpost fangen konnten: schule.social! Wir waren baff, dass die noch frei war. Und Platz für ein Mastodon ist auf der VM auch noch, wenn wir mal ganz wilde Momente haben.

Jetzt ist „MM“ also da – und ob meine Schule anbeißt kann mir fast egal sein. Die S und L der anderen Schulen im Verbund werden zusammen so viel Nutzungszeit aufbringen, dass sich die Investition in meine administrativ zu verwendende Zeit am Ende „moralisch rechnet“.

Message

Die Verbreitung von WhatsApp (WA) an Schulen liegt bei geschätzt 95%. Fast alle Kinder haben es auf ihren Smartphones – und wenn nicht, dann liegen sie ihren Eltern im Ohr, bis es dann doch da drauf ist. Die Kollegen haben es meist auch. Also nutzen sie es – trotz kultusministerialem Veto – für unterrichtliche Belange. Die 5% einer Klasse, die kein WA haben, gucken blöd in die Röhre. Beschweren tun sie sich aber nicht. Die Eltern auch nicht. Warum auch immer.

Ich überlege mir nun seit einiger Zeit, ob ich nicht einen XMPP oder evtl. auch einen Matrix Server für die Schule hochziehen sollte, zögere aber da, weil ich den Betreuungsaufwand bei einem oft zickigen Publikum nicht abschätzen kann und weil ich auch befürchte, dass wir in einem Mobbingfall dann ziemlich dumm ausschauen könnten: Wir hätten zwar die Plattform gestellt, kämen aber nicht an die Beweise ran, weil die verschlüsselt sind. An der Fürsorgepflicht ändern tut sich nix, nur an der Möglichkeit, dieser nachzukommen. Blöd.

Andere Lösungen habe ich mir ebenfalls angesehen: Zulip sah ganz nett aus, würde auch das Verschlüsselungsproblem mangels Fähigkeiten erledigen – hat aber einen zu wenig schicken und zu wenig potenten Client für Smartphones und würde schon deswegen durchfallen. Mattermost wäre auch eine Möglichkeit, ich will aber nicht meine User händisch pflegen, sondern LDAPs nutzen können, ohne gleich die dann geforderten Mengen Geld auf den Tisch zu werfen. Und Rocketchat … sieht mir einfach zu selbstgestrickt aus; ich erkenne da keine Linie im Softwarestack.

Die Softwareseite ist schon bei Matrix schwer zu blicken für normale User. Dafür scheint das, was bei einer Installation an Bord rollt, aber gut zu überschauen. XMPP mit Prosody wäre die sauberste Lösung – von der Software her, nicht vom Handling derselben.

Im Kreis drehen für Fortgeschrittene.

Vermutlich zerbreche ich mir umsonst den Kopf. Ein solches System nutzen dann so wenige, dass ich allein zeitlich mehr in Updates und Systempflege stecke, als alle SuS und LuL zusammen in die Nutzung. Ich seh das ja schon bei Etherpad, Moodle, nextCloud mit Collabora etc. pp. bei uns im Netz. Manche Kollegen verweisen ernsthaft darauf, dass Ella nicht gekommen sei. Dabei haben die alles aus Ella schon in der Schule. Seit Jahren.

Digitalisierung an Schulen mit Datenschutz zusammen zu bekommen und dabei die Zielgruppe mitzunehmen ist ein echt dickes Brett.

Todo

Mal sehen, wie weit ich komme:

  • Kneipe
    • Kneipe auf aktuellere LTS Version ziehen
    • Rusty auf aktuellere LTS Version bringen
    • Rusty nextCloud – LDAP Anbindung so konfigurieren, dass die Homeverzeichnisse beim Anmelden automatisch eingebunden werden
    • VirtualBox auf Version 6 bringen
  • Scolis auf die frischeste LTS Version bringen
  • Roundcube Updates
  • WordPresse
    • WordPresse umziehen auf den neuen Server
    • WordPresse updaten und bei den Plugins aufräumen
  • nextClouds
    • nextClouds auf die jeweils neueste Version bringen (Stable statt Production)
  • Moodles
    • Moodles umziehen auf den neuen Server
    • Moodles upgraden und Anbindungen an nextClouds einrichten

Andere nennen es Ferien.

Update 03.01.2019: Ich bin durch, soweit ich das sehen kann. Mein Changelog habe ich ins KvFG Wiki gelegt, damit auch der Rest vom Fest was davon hat.