Archiv der Kategorie: Elektrisch

E-Learning, Moodle, hausinterner Server und alle anderen technischen Kleinigkeiten im Haus …

Jahresdurchschnittstemperatur auf dem Höhnisch

Kurz: Die Temperatur nimmt auch auf dem Höhnisch zu. Zwar sollte man die Angaben zu 2011 nicht zu ernst nehmen (erst am 21.01. kamen da Daten rein), aber das ändert auch nichts am Trend.

Wer selbst mal gucken will: den Wetterserver („Karl“) hab ich frisch aufgesetzt. Er ist nun unter https://wetter.dugone.de zu erreichen, nutzt Ubuntu 20.04 LTS als Basis, ist aber noch immer als VBox-VM unterwegs. Weil es so am wenigsten Probleme mit der USB Verbindung zur Wetterstation gibt und weil hausintern für mich keine Alternativen vorhanden sind, will ich mir keinen Ast arbeiten.

Gut, dass wir verglichen haben

Das KM kündigt nun Itslearning als weiteres LMS an und macht damit offiziell, was schon vor mehr als einem Jahr die Spatzen von den Dächern pfiffen.

Ein Vergleich der beiden Systeme zeigt

https://www.capterra.com.de/compare/129887/80691/itslearning/vs/moodle

selbstverständlich nicht alles, denn Itslearning bietet Dank Nutzung von Cloudflare als CDN

https://webbkoll.dataskydd.net/de/results?url=http%3A%2F%2Fitslearning.com%2Fde

ebenso wie Sdui

https://webbkoll.dataskydd.net/de/results?url=http%3A%2F%2Fsdui.de%2F

endlich die Möglichkeit, die Daten der Lehrer:innen und Schüler:innen über den Atlantik zu schieben.

Vermutlich fiel da die Wahl zwischen den Systemen leicht – denn Itslearning bietet in der dazu gehörigen App zwei Tracker

https://reports.exodus-privacy.eu.org/en/reports/com.itslearning.itslearningintapp/latest/

Sdui jedoch nur einen

https://reports.exodus-privacy.eu.org/en/reports/com.sdui.sdui/latest/

Embedded LfDI

Mir stellen sich Fragen:

1. Der LfDI „begleitet“ das „Pilotprojekt“ des Kultusministeriums zur Einführung von MSO. Er führt aus, er

wollen sehen, wie die vom Ministerium eingesetzte spezielle Version von MS Office 365 in der Praxis tatsächlich funktioniert.

Da MS an anderer Stelle aufführt, welche Daten erhoben werden, was will der LfDI da „in the wild“ prüfen, was er nicht an einem einzelnen Rechner unter Laborbedingungen mit Burp und Wireshark viel eher in Erfahrung bringen könnte – vor allem wenn mensch sich in Erinnerung ruft, welche Expertise und Ressourcen die bayerische Datenschutzbehörde bei der Einschätzung von W10 benötigte? Die Komplexität dieser Prüfung ist keineswegs geringer.

Wie soll das bei 30 Pilotschulen und somit rund 30000 Lehrkräften in deren Heim- und Schulnetzen von einer personell knapp ausgestatteten Behörde überhaupt bewältigbar sein, wenn er keinen direkten Zugriff auf den erzeugten Datenpool auf der Seite von MS erhält?

Da MS closed source Software produziert und dem LfDI keinen Einblick in den Quellcode erlaubt und der LfDI darüber hinaus keine Prüfkapazitäten hierfür hätte: Was genau würde der LfDI in diesem Pilotprojekt überhaupt prüfen wollen? Wie sollte auf Basis einer Prüfung einer Einzelversion zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die durch dauernde Updates veränderte und veränderbare Situation reagiert werden?

Ich fürchte, das muss mit einer anderen Stellungnahme des LfDI in Kontext gesetzt werden:

2. Der LfDI hat hier in einer Pressemitteilung „einige Vorschläge für Garantien“ eines US Unternehmens als Erfolg der DSGVO bezeichnet.

Wenn bereits Vorschläge für ein in Zukunft vielleicht grundrechtskonformes Verhalten Anlass für Pressemitteilungen sind, welche Erwartungen darf die Öffentlichkeit dann noch an den LfDI haben?

Zwischenfazit:

Mein Eindruck ist, der LfDI lässt sich zum Teil der Öffentlichkeitsarbeit eines US Konzerns und der Landesregierung machen. Er ist embedded. An einer ernsthaften Prüfung besteht kein Interesse mehr – es geht maximal um Gesichtswahrung, um eine Exitstrategie und deswegen um eine Anscheinsprüfung.

Das Resultat wäre somit absehbar: Wieselwortreiche Stellungnahmen, die einer technischen Prüfung nicht standhalten – denn das wäre nicht ihre Funktion. Es ginge um die Produktion von Marketingpapier, auf das staatlichen Behörden zur Beruhigung der Öffentlichkeit und zur Abwehr berechtigter Anliegen verweisen könnten. Die Unterstützung der Apple- und MS-Abhängigen in Behörden, Parteien und Parlamenten wäre ihm sicher: Er produzierte das, was Politik und Öffentlichkeit gerne hören würden. So gestaltet er sein Portfolio – Grundrechte blieben für Sonntagsreden oder medial akzeptiertes Facebook- und Googlebashing.

Ich bin für den Moment bei: Der LfDI ist kein Partner der gesellschaftlichen Gruppen, die digitale Souveränität als Voraussetzung für Grundrechteschutz im Blick haben und das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ernst nehmen. Er und seine Behörde – sie werden zunehmend zum Teil des Problems, das diese NGOs zu lösen versuchen: die systematische Missachtung eines für ein menschenwürdiges Überleben zentralen Grundrechts.

Corona Laptops #4

Insgesamt fluffig. Von 157 Geräten gehen 2 zurück, weil sie sich nicht haben zur Mitarbeit überreden lassen.

Die anderen Laptops wurden, ohne Berücksichtigung der Entwicklungszeit für den Preseeding-Server, in – zusammengerechnet – einem Arbeitstag sehr stressfrei ausgerollt.

Der Preseeding-Server bleibt auf dem VM-Host „Kneipe“. Haben die SuS Ihre Laptops „kaputt gespielt“, kommt von dort eine frische Installation.

Hier mehr zu den T450.

Corona Laptops #3

Die ersten 55 Stück sind durch. Geht erstaunlich flott, wenn man nicht allein ist.

Einer packt die Laptops aus und stellt das BIOS richtig ein. Der andere kümmert sich um den Sync mit der Installbox, den mensch immer wieder mal neu anschubsen muss bei bestimmten Zickenrechnern. Und wer gerade Luft hat nimmt die fertigen Laptops weg und beschriftet diese.

Oder: Man setzt sich zuerst zusammen hin und stellt für 20 Rechner das BIOS richtig ein. Dann schließt man diese für den Sync an und während die Rechner vor sich hin installieren werkelt man wieder am BIOS Setup der nächsten Runde. Wer gerade nicht mehr will, räumt die fertigen Kisten weg zur Beschriftung.

Oder, oder, oder …

Alleine ist es unschön: Während man noch BIOSe einstellt, sind einige Rechner schon fertig durchinstalliert oder wollen Liebe, weil sie bei der Installation aus irgendwelchen Gründen zuerst auf die Nase fielen. Dann macht man mal BIOS, mal kümmert man sich um Rechner, mal beschriftet man die fertigen Kisten … und kommt dabei ins Schwitzen. Ging mir heute Nachmittag so, weswegen ich dann abbrach, als ich diesen hier beschriftet hatte:

Eine bessere Zahl für eine Pause gibt es nicht!

Probleme beim Ablauf machte zu Beginn die Installbox selbst. Die konnte zu Hause noch brav auf einer unkonfigurierten Netzwerkkarte bridgen – in der Schule dann aber nicht mehr. Warum auch immer. Vermutlich spielt der Switch eine Rolle. Aber das wird an anderer Stelle beschrieben.

Corona Laptops #1

Da demnächst ein ganzer Laster mit Laptops kommt, die dann von den SuS zu Hause genutzt werden können, sofern sie keine eigenen Geräte haben, suchte ich nach einem geschickten Installationsweg. Den habe ich Dank andi gefunden und erfolgreich anwenden können.

Es handelt sich um einen kleinen Debian-Server („Installbox“), der eine Konfiguration via PXE ausrollt. Das basiert auf dem hier:

https://salsa.debian.org/installer-team/netboot-assistant

Diese netzwerkbasierte Installation nimmt die Einteilung der Festplatte selbst vor und installiert und konfiguriert, was man ihm sagt. Das Skript wurde von mir dann noch um die Konfiguration des Homeverzeichnisses ergänzt. An die ebenfalls verfügbare Einbindung von Ansible

https://salsa.debian.org/andi/debian-lan-ansible/

habe ich erst einmal verzichtet – das war mir für das Projekt aktuell zu viel Gefrickel.

Das läuft nun so:

  1. BIOS Einstellungen auf dem Laptop händisch anpassen (da muss man durch)
  2. Laptops mit Installbox per LAN-Kabel via Switch verbinden
  3. Beim Boot F12 drücken und die Netzwerkkarte als Bootdevice auswählen
  4. Debian Preseed im Menü auswählen
  5. Installation läuft durch; reboot passiert am Ende automatisch

Fertig. Dauert keine 10 Minuten pro Laptop.

Im via PXE geladenen Installer den Eintrag „Debian preseed“ auswählen

Die Installation läuft automatisch komplett durch – die Pakete werden von einem Apt-Cacher NG auf der Installbox gezogen und nicht aus dem Netz. Damit ist die Installbox im Prinzip auch ohne Internetverbindung einsetzbar.

Eingerichtet wurde ein Default Benutzer kvfg mit dem Passwort kvfg und sudo Rechten. Die SuS können sich demnach beliebig weitere Software nachinstallieren. Firefox ist (inklusive Addons) ebenso eingerichtet wie Libreoffice für die Nutzung von Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Als Desktop kommt ein XFCE zum Einsatz, das mit Papirus-Icons und Arc-Theme weniger hässlich ist, als der Default-XFCE-Desktop von Debian. Da dürfen sich die SuS dann aber austoben.

Ist der Rechner kaputtgespielt, dann bügelt der Admin die nächste Installation wieder drüber.

Technische Infos zur Installbox sowie Downloads etc. pp. siehe https://www.bdjl.de/localhost/?p=5459

OnlyOffice DocumentServer Schwemme

Um die Grenze von 20 gleichzeitigen Usern des OnlyOffice DocumentServers besser beherrschbar zu machen, laufen im KvFG Netz nun drei von den Dingern unter Docker:

  1. einer für die interne Nextcloud, die von SuS und LuL genutzt werden kann und auch den Zugriff auf das Homeverzeichnis erlaubt
  2. einer dezidiert für das kvfg.net Moodle
  3. und ein weiterer für das kvfg.org Moodle und die LuL-Cloud.

Mal sehen, ob meine olle Kneipe das schafft, was da an Last kommt. Bis jetzt ist zwar ein kleiner Aufwärtstrend in der Load zu sehen, aber CPU-Kerne sind noch genug da.

Wenn eine der VMs in die Knie geht, dann vermutlich die, die das net-Moodle versorgen darf, weil keiner blickt, dass mensch für die gemeinsame Arbeit an Texten besser Wikis oder unser Etherpad nutzen sollte.

Jitsi-Server für Notenkonferenzen

Ich habe für die Notenkonferenzen bei uns einen Jitsi-Server für den stand-alone Betrieb gebastelt:

https://cloud.kvfg.de/index.php/s/DYM2kjxp8dDEGjp

Hintergrund ist hier, dass es Kollegen gibt, die als Zugehörige zu Risikogruppen nicht direkt im Konferenzraum anwesend sein können. Trotzdem wollen sie „mit dabei sein“ und sich auch äußern können. Und das soll ohne jegliches Umbiegen von datenschutzrechtlichen Vorgaben möglich sein. Also ist das Setup so gemacht und gedacht, dass keine Daten nach draußen gehen.

Der Jitsi-Server steht als Virtualbox-VM zur Verfügung. Weiter benötigt werden zwei Laptops.

  1. Ein Laptop kommt in den Konferenzraum. Auf diesem läuft auch die VM mit dem Jitsi-Server. IPs sind alle statisch vergeben.
    Eine ordentliche externe Webcam mit Weitwinkeloptik und ein ordentliches externes Mikro mit Kugelcharakteristik oder „breiter Niere“ hängt mit dran.
    Ein Kabel verbindet diesen Laptop dann direkt mit …
  2. … dem Laptop im zweiten Raum, in dem der Kollege sitzt. Dieser benötigt neben einer Webcam (da reicht die im Laptop verbaute) noch ein ordentliches Headset.

Meine Tests hier im lokalen Netz zeigten: das funktioniert reibungslos.

Eine Beschreibung (inklusive Benutzernamen und Passwörtern sowie Beschreibung der Aliasdefinitionen für die Steuerung des Jitsi-Servers) ist mit in der Cloud, so dass auch andere zugreifen und die VM für sich anpassen können.

Update 20.07.2020

Im Schulnetz gab es nun doch ein Problem mit der VM, das hier lokal nicht auftrat. Also wurde in der Datei /root/docker-jitsi-meet/.env die Zeile 50 DOCKER_HOST_ADDRESS=192.168.1.1 entkommentiert und zu  DOCKER_HOST_ADDRESS=10.16.20.2 geändert und die Zeile 212 JVB_STUN_SERVERS … auskommentiert.

Die VM liegt nun in neuer Form wieder am angegebenen Ort.

Is it dead, Jim?

Wenn ich das Rauschen im Mailwald gerade richtig interpretiere, hat der LfDI in Baden-Württemberg MSO365 einen kräftigen Schubs in Richtung Klippe gegeben.

Das wäre längst überfällig und absolut notwendig, wenn Grundrechtsbindung mehr sein soll als nur hohles, leeres Wort.

Leider sind zum aktuellen Zeitpunkt keine Details veröffentlicht – aber die sollten dann ja zeitnah kommen.

Update 11.07.2020

Ich hab mich wohl zu früh gefreut. Meiner Wahrnehmung nach, ist Datenschutz nur eine Frage des „wordings“. Wirft mensch mit genug juridischer Phrasologie nach konkreter Technik, dann geht plötzlich doch alles.

Der Bildungssektor entwickelt für sich seine eigene Weltraumtheorie.