Archiv der Kategorie: Netzfunde

Bei meinen Streifzügen durchs Netz Gefundenes

LMN bei Heise

Die von uns lange und intensiv getestete und von mir auf Grund des klaren Aufbaus, der einfachen Konfiguration, der vielfältigen Features, der aktuellen Software, der aktiven Community und der super Betreuung immer noch präferierten Lösung für Schulnetze hat es auf Heise geschafft:
http://www.heise.de/open/meldung/Linux-Server-fuer-Schulen-2690727.html
Schon nicht schlecht, was Lehrer/innen in ihrer „Freizeit“ so alles entwickeln. In den für ihre Unsachlichkeit bekannten Heiseforen geht es jetzt schon ab zu der Tatsache, dass LuL als Entwickler tätig sind. Das kollidiert offensichtlich mit der Vorstellungswelt Vieler, die denken, dass LuL höchstens ein Arbeitsblatt aus einem Buch kopieren können und zeigt auch, wie wenig die Öffentlichkeit über unseren Beruf sowie die finanzielle Ausstattung vieler Schulen weiß. Die labern sich da einen ab über omnipotente Dienstleister, die das alles auch könnten und fertige Lösungen parat hätten und die LuL sollten deswegen Tafeln beschreiben statt zu hacken. Dazu kommt, dass Erfahrungen aus „der Wirtschaft“ 1:1 auf Schulen übertragen wird. Die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen werden schlicht nicht gesehen.
Ich hab das am vergangenen Samstag auch auf der Tuebix im Vortrag von Frank zur LMNet erlebt. Wenn dann erklärt wird, was die Anforderungen an Schulen sind und in wie weit die vorhandenen Dienstleister und Schulserverlösungen diesen entsprechen, hört man das Murmeln im Saal. Die Menschen fangen das Denken offensichtlich nicht von selbst an, sondern nutzen ihre fertigen Konzepte, übertragen diese auf jede für sie neue Situation und sofern sie damit durchkommen ist dann auch gut.
Anyway. Man darf diese Trolle bei Heise nur kopfschüttelnd beobachten. Sobald man sich darauf einlassen würde, wäre es mit dem Rest an eigener innerer Ruhe komplett vorbei.
Schade, dass wir Hardwareklassen haben, die mit einer Vorgängerversion der 6.1 nicht richtig zurecht kamen, so dass wir uns vorerst eine Zwischenlösung antun, die mich nicht wirklich glücklich macht. Bis wir dann eines (hoffentlich nahen) Tages auch umsteigen können. Im Juli findet der nächste Testlauf bei uns im Haus mit LMN 6.1 statt … Da drück ich mir doch glatt selbst die Daumen.

TC ist OK

Das Open Crypto Audit hat gestern den Bericht zur zweiten Phase des Reviews von TrueCrypt online gestellt:
https://opencryptoaudit.org/
Beide Berichte können als PDF eingesehen werden [Phase 1, Phase 2] und ergeben zusammen, dass TC 7.1 nicht nur für den Schulgebrauch für den Schutz von personenbezogenen Daten sicher ist.
Weitere Informationen für Kolleg/innen inklusive Installationsanleitung und Downloadmöglichkeit sind auf dem LFB zu finden:
http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/sicherheit/stickcrypt/tc/

Netzabi

Suchmaschinenkompetenz ausreichend vorhanden? Dann ist das mit dem Mathe Abitur gar nicht mehr so schwer:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/matheleaks-Loesungen-fuer-Matheabitur-im-Internet-aufgetaucht-2582309.html
Wenn man der Meldung trauen darf, dann tauchte der Lösungshinweis erst nach dem Abi auf. Jetzt sind die Foren auf jeden Fall voll mit Posts Marke „Schick die mir bitte auch“.
Ich wüsste nun gerne, ob da eine Lehrkraft mit dem Smartphone drauf gehalten und die Cloudverdongelung des Geräts vergessen hat – oder ob der Nachwuchs eines Mathelehrers die Lösungshinweise vom Elter holte und dann bei Facebook einstellte. Dazu ist aber bisher nichts im Netz zu finden. Wird noch kommen.

Nachtrag 23.03.

Der Sohnemann war’s. [1] So bleiben Vater und Sohn im Gespräch 😉

Toter Papagei

Da der letzte Blogpost vom neuen Abituraufgabenformat in Gemeinschaftskunde handelte und dieses unter dem Wahrzeichen eines toten Papageis steht …
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… bin ich, was tote Papageien angeht, inzwischen besonders aufmerksam und gerade eben auch umfassend fündig geworden – bei Monty Python. Wie könnte es anders sein. Die geben in London ihre letzte Show und haben deswegen einen 30m Papagei an die Themse gelegt.
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Photo By TaylorHerring (CC) BY NC ND via Flickr
TaylorHerring hat auf Flickr einen ganzen Stream dazu: https://www.flickr.com/photos/taylorherringpr/sets/72157645267406170/

Regionalisierung

Die StZ hat hier ein Interview mit zwei Kolleginnen online. In diesem Interview führt Frau Ringwald an einer Stelle auf die Frage nach burn-out Symptomen aus, dass sie bei den vom KM geplanten „Neuerungen“ nicht mitmachen und deswegen nun schon früher in den Ruhestand gehen wolle.
Voll OK, kann sie ja machen, man muss nicht jedes Pferd noch vor der Pensionierung reiten, das einem die Kultus- und Schulpolitik in den Stall stellt.
Darauf kommt es jetzt aber nicht an – denn in diesem Interview fallen mir ganz andere Dinge auf, die für die Vergleichbarkeit der Abschlüsse im Ländle entscheidend sind: RPS und RPT schreiben offensichtlich völlig unterschiedliche Gemeinschaftskunde-Abis! Und das seit Jahren!
Frau Ringwald führt aus, dass im Gemeinschaftskunde-Abitur bisher „zwei bis drei Quellentexte“ zu analysieren gewesen wären, was sie sinnvoll gefunden hätte, und dass die Schüler/innen in Zukunft einen „ganzen Packen Material“ erhielten, in dem Texte, Karikaturen und Statistiken und noch viel mehr enthalten seien. Die Wirkung hiervon sei, dass noch mehr Schüler/innen im Abitur „gnadenlos überfordert“ würden.
Frau Ringwalds Schilderung des alten wie auch das neuen Abiturs weicht von dem ab, was die Aufgabenkommission erstellt hat bzw. erstellen wird, was im Stark-Verlag und anderswo publiziert wurde und was im RP Tübingen in den letzten Jahren im Gemeinschaftskunde-Abitur geprüft wurde. Ich sammle mal die Unterschiede:
Erstens waren in den Abituraufgaben im RPT meist nur ein bis zwei Texte enthalten. Diese waren nie zu analysieren, sondern meist musste aus einem der beiden Texte die Position des Autors unter einer vorgegebenen Fragestellung herausgearbeitet werden. In einem zweiten Schritt mussten die Positionen, die in den Texten deutlich wurden, dann miteinander verglichen werden – ebenfalls vor dem Hintergrund einer die Aufgabe zuspitzenden Aufgabenstellung. Zweitens waren schon im „alten Abitur“ die Materialien enthalten, die Frau Ringwald als überfordernde Neuerung für Stuttgarter Schüler/innen anprangert – nämlich Statistiken und Karikaturen. Drittens: Die Wortwahl der interviewten Kollegin („Packen“) legt nahe, dass im neuen Abituraufgabenformat für das RPS geradezu wahllos Materialien enthalten sein werden. Im neuen Abituraufgabenformat, wie dies von der ZPG veröffentlicht und im Rahmen von Fortbildungen im RPT verbreitet wurde, findet man jedoch eine Struktur, die sich der Struktur des Unterrichts durch Voranstellen einer Leitfrage versucht anzunähern. Distraktoren sind nicht vorgesehen. Viertens: Der Umfang der Materialien nimmt nicht so stark zu, dass man das Wort „Packen“ hierfür bräuchte. Vorgesehen ist eine geringfügige Ausweitung des Materialienteils – gleichzeitig aber auch eine Reduktion der Aufgabenanzahl.
Kulturelle Vielfalt ist sicherlich ein gutes Argument für Föderalismus – aber z.B. Karikaturen und Statistiken zu Gunsten eines weiteren Textes aus den Aufgaben raus zu werfen, weil die Stuttgarter Kinder sonst keine Chance gegenüber den Überfliegern vom Albtrauf haben, ist zu viel des Guten. Und sich dann noch beschweren, weil dieser Stuttgarter Sonderzug nun mit dem neuen Aufgabenformat endlich auf’s Abstellgleis kommt? Eine Frechheit.
Ach ja: Pluralismus hin und fördern statt fordern her – die Löschung der Karikaturen-Dinos aus den IB Klausuren verzeih ich euch nie!

Abiturentwertung

Hier schreibt Die Welt von einer Entwertung des Abiturs und verweist auf die steigende Zahl der Abiturienten mit der Note 1,0 im Abitur 2012.
Hier schreibt der Spiegel vom schlechtesten Abitur seit vielen Jahren und bezieht sich auf das Jahr 2013.
Der These, dass das Abitur schwerer und die Noten schlechter werden bin ich in diesem Beitrag schon nachgegangen. Jetzt fehlt mir aus unerklärlichen Gründen die Lust, mich auch noch empirisch davon zu überzeugen, dass die Behauptung des Gegenteils ebenfalls eine zu einfache Weltsicht darstellt.

Ironiebefreit

Ich bin gerade über die Idee gestolpert für die E-Mail-Kontaktaufnahme mit den Eltern unserer Schüler/innen auf DE-Mail zu setzen.
Die Kommunikationskosten für die Eltern in die Höhe zu treiben mag für den einen oder anderen Kollegen schon so seinen Charme haben. Wer stänkern will, muss erst einmal zahlen. Aber: Selbst ein evtl. vorhandenes privates DE-Mail-Konto darf der Beamte nicht für eine Rückantwort verwenden, sondern nur ein dienstliches – sonst tritt er in die Falle „Datenverarbeitung im Auftrag“. Ein solches Konto gibt es jedoch nicht. Und selbst wenn die Schule und die Eltern eines hätten, die Kostenfrage keine Rolle spielte, so bleibt bei dieser Idee doch die Vorstellung einer bürokratischen Einrichtung Schule im Raum stehen, bei der das Sekretariat die Kommunikation aller Beteiligten kontrolliert und durchführt. Dieses hat im echten Leben aber weder die Ressourcen – noch ist die Idee im Alltag aus mobilen Endgeräten und Computerarbeitsplätzen zu Hause umsetzbar, ohne jeden Vorteil von E-Mails im Keim zu ersticken. Der Vorschlag DE-Mail zu nutzen mag rechtlich sauber sein (technisch ist er es nicht) – aber er ist unrealistisch, zeigt keinerlei Bodenhaftung und wird somit zum Kommunikationskiller.
Richtig bleibt jedoch: Personenbezogene Daten haben in Mails von LuL an Eltern – und auch in die andere Richtung – nichts verloren. Die Lösung kann in diesem Fall aber weder TrueCrypt sein (wie hier verordnet wird) noch DE-Mail. Da helfen nur dienstliche Mailkonten und Verschlüsselung mit PGP oder S/MIME. Das ist jedoch leider auch nicht realistisch, weil die meisten Eltern das nicht können (den LuL kann in diesem Fall geholfen werden).
Also bleibt: Es muss erkannt werden, wann man sich im „echten Leben“ treffen oder auf traditionelles Totholz ausweichen muss.