Archiv des Autors: d.weller

Psychokrähe

Freitagsgast auf dem Höhnisch. Folgt allen Menschen, die nicht gleich mit den Armen fuchteln. Nervt und bettelt.

Kneipe wird 10

Herzlichen Glückwunsch, Kneipe! Du wirst heute 10 Jahre alt – und leistest noch immer Deinen Dienst im hausinternen Netz: der Zugriff auf das Home via Nextcloud, die Maildienste für die SuS, zwei OnlyOffice Dockerschleudern für die Moodles auf kvfg.org und kvfg.net … ohne Deine VMs sähe es in manchen Serviceecken dunkel aus.

Tut ja noch.

Digitafeln

Montiert sind die Dinger ja nun. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.

Katzenbildchen (jpg, png) lassen sich vom USB Stick in die Note App ziehen, das Schreibgefühl auf der Tafel ist auch OK, zehn Fingerchen werden gleichzeitig erkannt, die Stiftbedienungsoptionen sind vielfältig etc pp. Auch flac, mp3 und ogg lassen sich abspielen.

Aber von den vielen vielen Filmchen (mkv, webm, mp4) die ich für meine Tests mit dabei habe, läuft leider nur der Download von der Webseite des Heute Journals mit Bild und Ton.

Das bring mal einer den lieben Kolleg:innen bei, wie sie sich mit Handbrake und den passenden Einstellungen dazu genau das mp4 Format herrichten, das dann auf diesen zickigen Whiteboards läuft. Da muss (!) ein VLC drauf.

Ist auch machbar mit adb via tcp.

Und wenn da Software extra drauf muss, dann sollte die nicht so leicht wieder entfernbar sein. Lockapp ist demnach auch ein Muss – und davon hat es viele. Unendlich viele.

Und keine taugt was.

Jede getestete Lockapp konnte bisher auch wieder entfernt oder umgangen werden. Manchmal musste dazu ein wenig gefummelt und nachgedacht werden – aber für SuS mit Zeit und Beharrungsvermögen kein Problem.

Ich neige ein wenig dazu, im Bild oben den Lösungsweg zu suchen.

Oder es autostartet ein termux:boot script, und zieht alle Einstellungen gerade.

Weniger invasiv wäre termux (wenn es denn klappt). Maximal wirksam der Weg über root. Aber s’ist halt kein 50€ Phone von Ebay. Eine gebrickte Tafel will ich nicht erklären müssen.

Schraube locker

Der LfDI hat hier, sollte man meinen, klar genug ausgeführt, dass MS in der Schule nichts verloren hat. Den Rest lasse ich Andi erzählen, der dazu eine Geschichte verfasst hat:

… oder diese frei erfundene Geschichte:

Man stelle sich vor: Ein Schraubenlieferant liefert nicht, wie vereinbart, Schrauben mit metrischem Gewinde aus rostfreiem Stahl versehen mit einem Sechskant-Kopf sondern Kreuzschlitz-Kopf, Alu und Inch-Gewinde. Nach Reklamation erfolgt die Lieferung tatsächlich mit dem passenden Kopf, allerdings passen weder metrische Muttern noch werden die erforderlichen Festigkeitswerte erreicht.

Eine kundenfinanzierte Abteilung wird gegründet, um dem Hersteller nachzuweisen, dass seine Schrauben nicht den Vereinbarungen entsprechen. Der Hersteller gelobt Besserung (selbstverständlich ist der Kunde König!) und macht sich an die Herstellung der nächsten Schraubenlieferung. Diese erfüllt tatsächlich wieder Teilaspekte der Kundenwünsche, die Schrauben weisen nun aber u.a. ein Linksgewinde auf.

Eine Abteilung gut bezahlter Ingenieure im Bundesamt für die Herstellung von Schrauben erarbeitet nun Anleitungen, wie durch aufwändige mechanische Nachbearbeitung der gelieferten Schrauben die erwünschte Funktionalität halbwegs – und zumindest für die letzte erfolgte Schraubenlieferung – hergestellt werden kann. Allerdings stellt sich bei der darauf folgenden Lieferung heraus, dass wieder etwas anderes geändert wurde, die Anleitung komplett überarbeit wurde und Änderungen nur mehr mit Spezialmaschinen durchführbar sind.

Um etwas abzukürzen: Das beschriebene Szenario zieht sich in verschiedenen Varianten über bald Jahrzehnte hin, der Einkauf ’schwört‘ weiterhin auf den Hersteller (THE MARKETLEADER!)  und sucht nicht ernsthaft nach Alternativen, sondern verbrennt lieber Geld, das bei fähigem  Management längst für eine eigene und zuverlässige Schraubenfabrik gereicht hätte.

Jahre (Jahrzehnte?!) vergehen.

Irgendwann wird es dem Kunden dann doch zu bunt und er führt dem Lieferanten klipp und klar vor Augen, was die zu erfüllenden Anforderungen an die Schrauben sind (auch dafür  wurden wieder einige sehr gut bezahlte ‚Leistungsträger‘ in Amt und Würden eingestellt). Kunde (insbesondere der Einkauf) und Lieferant loben beide die ausgesprochen gute  Zusammenarbeit, und der Lieferant streicht in großflächigen Anzeigen die Relevanz der Kundenwünsche für das Schrauben-Unternehmen heraus.

Dann kommt die Lieferung.

Und?

Kein Kopf. Kein Schraubenkopf.

Zum ersten mal macht die Unternehmensleitung des Kunden ernsthafte Anstalten, sich nach einem anderen Schraubenlieferanten bzw. der eigenen, passgenauen Herstellung von  Schrauben aus vorhandenen Halbzeugen, umzusehen.

Daraufhin, (wie beschrieben, nach bald Jahrzehnten der „Reklamation“), gibt der  Schraubenlieferant das Versprechen, alles zur vollsten Zufriedenheit und nach Wunsch des  Kunden zu liefern. (Die letzte Lieferung war nur ein Missgeschick, blöd gelaufen, soll nicht  wieder vorkommen, kann ja mal passieren, aber jetzt habe man alles im Griff.)

Wir wissen nicht, ob sich die Entscheider der Unternehmensleitung weiter wie ein Tanzbär am Nasenring vom Schraubenhersteller vorführen lassen. Das wird die Zukunft zeigen. Allein der Einkauf hat sich schon erklärt: Mit dem attraktiven Angebot des Schraubenlieferanten seien ja wieder alle Möglichkeiten offen und: das ist ja eine tolle Sache.

[ CC BY SA ] A. Mundt

Mehr Totholz als Moodle

DSS hat mit viel Nachfragen und Handarbeit relativ belastbare Zahlen zur Nutzung von Unterrichtsplattformen (wenn denn der Begriff in jedem Fall überhaupt zutreffend ist) im Distanzunterricht zusammen getragen. Das Balkendiagramm oben zeigt eine Übersicht über die 10 Topplatzierten.

Da mir die Erfassungsmethoden hinter diesen Zahlen nicht ganz klar sind – da hoffe ich auf entsprechende Ausführungen auf den DSS-Seiten – nehme ich diese jetzt erst einmal hin, wie sie sind. Und rate vorläufig dazu, da nicht gar zu radikale Schlüsse zu ziehen.

Kurz: Dank der häufigen Nutzung von Papier ist das Datenschutzgrab während Corona nicht gar so tief geraten, wie von mir zuerst vermutet. Der Dank geht hier vor allem an die Grundschulen und deren Begeisterung für Totholz. Es folgen mit Moodle und Jitsi zwei weitere saubere Lösungen für den Distanzunterricht.

Und dann geht es erst einmal heftig abwärts.

Zu MS365 gepaart mit Teams ist schon alles gesagt. Mehrfach und auch von mir.

Bei Padlet stehen die Server in den USA und binden darüber hinaus Cloudflare als CDN mit ein. Die Daten fließen also wohl doppelt ab. Dazu kommen ranzige Privatsphäreneinstellungen: Die Webseite, von der aus Padlet besucht wird, wird teilweise mit übermittelt. Google darf mit an den Daten nuckeln und die gesetzten Cookies leben bis 2071! Weil das noch nicht reicht, darf auch Alexametrics was abhaben. Die App dazu liefert noch einmal 5 Tracker nach.

Was sich dann unter „Diverse“ verbirgt, mag mensch vermutlich gar nicht so genau wissen. Auch Google Docs und Meet wären hier denkbar – und ich weiß von einer Schule ein paar Ortschaften weiter, die das eine Zeit lang einsetzte, bis der Irrsinn von einem Elternteil mit einer Klageandrohung beendet wurde.

Den kommerziellen Anbieter schul.cloud kann ich nicht wirklich einschätzen, da ich mich nicht dort einloggen kann (und auch keinen Testzugang wollte). Dessen Homepage jedoch ist das heute leider übliche Gedöhns aus eingebundenen US-Diensten, die für den Betrieb selbst nicht nötig wären, da Fonts z.B. lokal gehostet und eine Opt-in-Lösung den Nutzenden von Youtube abschirmen könnte. So zeigt sich hier das Verhältnis des Anbieters zum Thema Datenschutz: es ist den Betreibern entweder völlig schnurz – oder sie leiden unter massiver technischer Inkompetenz.

Positives gibt aus auch: Einer hat sich in den letzten Monaten gebessert: Sdui! Sduis Landingpage ist zwar weiterhin eine Datenschleuder (WordPress bekommt hier viele Datenleckerli), dafür scheinen sie jedoch endlich Cloudflare rausgeworfen zu haben. Die App nutzt aber noch immer Firebase. Als Konsequenz ist da noch viel Luft zwischen dem Marketingsprech bezüglich Datenschutz und der Realität.

Und dann wird es unübersichtlich … ein klein wenig FOSS, ein klein wenig Dienstleister, einige Messenger; einige davon sauber – andere nicht. Das Chaos eben, das nach mehr als 20 Jahren Verzicht auf ordentliche Arbeit rund um das Thema Digitalisierung entstanden ist. Manches geht – anderes gar nicht. Karl Napp uff der Gass ist es offensichtlich ebenso egal, wie den politisch Verantwortlichen.

Addiert man die offensichtlich gegen die Datenschutzbestimmungen verstoßenden Dienste auf, dann landet man bei annähernd so hohen Zahlen wie für Moodle. Im Ergebnis führte die „Digitalisierung des Unterrichts“ während Corona also zu einer massiven Zunahme von Datenabflüssen an US-Unternehmen, die damit ihre schon bestehende Vormachtstellung in doppelter Weise zementieren können: Einerseits, weil diese nun auf eine nicht unerhebliche Userbase Zugriff haben, die die Dienste nun gewöhnt sind und damit leidlich Erfahrung im Umgang sammeln konnten. Andererseits aber auch, weil diese Dienstleister selbst konkrete Nutzungsdaten vorliegen haben und ihr Angebot entsprechend „zielgruppenkonform“ überarbeiten können.

MS in BaWü

https://digitalcourage.de/pressemitteilungen/2021/pm-koalitionsverhandlungen-in-baden-wuerttemberg-buendnis-fordert-open-source-software

Kurze Verhältnismäßigkeitsprüfung:

  • MSO geeignet: im Prinzip schon.
  • MSO erforderlich: nein; es gibt Software, die weniger in die Grundrechte der Betroffenen eingreift als MSO sowie dessen Freunde iOS und W10. Darunter für die Cloud Collabora / OnlyOffice auf landeseigenen Servern mit einer Nextcloud. Will mensch noch Mail und Kollaboratives dazu, dann kann das Nextcloud mit erledigen. Für die Clients geht unter allen OS LibreOffice und Thunderbird – am besten mit der direkten Anbindung an die Nextcloud.
  • MSO angemessen: da schon die Erforderlichkeitsprüfung auf die Nase gefallen ist, muss eine Angemessenheitsprüfung nicht durchgeführt werden.

Ergebnis: Der Einsatz von MSO ist nicht verhältnismäßig. Er verstößt gegen die Grundrechte.

Dazu kommen noch politische und ökonomische Argumente: steuervermeidenden, mehrfach wegen Monopolmissbrauch verurteilten Unternehmen von jenseits des Atlantiks Geld hinterher zu werfen, statt die lokale Softwareindustrie zu stärken, macht nicht nur keinen Sinn, sondern widerspricht dem Gedanken der Digitalen Souveränität. Das trifft auf einen liberalen und auch republikanischen Souveränitätsbegriff zu, was die ganze Situation noch ekliger macht.

Wie viele Ressourcen (Menschstunden an Arbeit und viel viel Geld) will das Ländle eigentlich noch verbrennen, bis die Politik sich endlich klar zu FOSS bekennt und dann entsprechend langfristig ausgerichtet handelt?

Frischeres DokuWiki Theme

Ich hab gespielt in den Ferien und ein frisches, klares Theme auf der Basis von Bootstrap für Dokuwiki gebacken. Für alle, sich das mal ansehen wollen, geht es da lang:

https://karlo.kvfg.info/

oder auch dortlang:

https://www.bdjlb.de/

Und für alle, die das Theme bzw. dessen Einstellungen dann auch nutzen wollen, ist eine Dokumentation für den Nachbau hier abgelegt:

https://www.bdjlb.de/doku.php?id=dienste:technik:themedoku

Ich bin da jetzt raus. Das Theme steht und fällt nämlich mit der Auswahl an Bildern und dem durchgängigen, sauberen, systematischen Gebrauch von DokuWiki build-in Funktionalitäten – also dem Verzicht auf die vielfältigen Möglichkeiten zum Spiel mit Bootstrap und weiteren Extensions. Und da graut mir schlicht vor dem, was man alles daraus machen könnte, damit es wieder vergurkt ausschaut. Will ich nicht sehen.

Jahresdurchschnittstemperatur auf dem Höhnisch

Kurz: Die Temperatur nimmt auch auf dem Höhnisch zu. Zwar sollte man die Angaben zu 2011 nicht zu ernst nehmen (erst am 21.01. kamen da Daten rein), aber das ändert auch nichts am Trend.

Wer selbst mal gucken will: den Wetterserver („Karl“) hab ich frisch aufgesetzt. Er ist nun unter https://wetter.dugone.de zu erreichen, nutzt Ubuntu 20.04 LTS als Basis, ist aber noch immer als VBox-VM unterwegs. Weil es so am wenigsten Probleme mit der USB Verbindung zur Wetterstation gibt und weil hausintern für mich keine Alternativen vorhanden sind, will ich mir keinen Ast arbeiten.