Archiv des Autors: d.weller

Keine Scheu

Aus familiären Gründen war ich gerade auf einer Webseite des Stark-Verlages, denn hier wurde ein Werk aus diesem Verlag angeschafft, zu dem es MP3 Dateien geben soll. Diese sollten über eine Webseite abgerufen werden können.

Es kam, wie es heute wohl kommen muss: Die Webseite begrüßte mich mit den Trackern und Einbindungen von Drittdiensten wie oben zu sehen. Dazu dann eine „Datenschutzerklärung“ mit so schönen Hinweisen wie

Wir geben Ihre Daten an ausgewählte Konzerngesellschaften und Dienstleister innerhalb und außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) weiter [Quelle]

Will man die MP3s haben, dann geht es weiter via Account anlegen – zu der Seite https://mystark.pearson.com/ . Dort hat es noch ein paar frische Tracker und Drittdienste mehr.

Muss ich erwähnen, dass die dann für einen Account Vorname, Name und E-Mail Adresse haben wollen?

So giert also der Stark-Verlag nach den Daten von Kindern.

Erhellend.

Ich für meine Seite habe Eure Dienste zum allerletzten Mal genutzt. Das gekaufte Heftchen geht zurück an den Händler mit dem Hinweis, dass diese Angaben weder notwendig sind, um ein paar Dateien herunter zu laden, noch dass diese Angaben im Heft selbst zu finden sind.

Empfehlungen zu Werken aus diesem Laden kommen mir nie wieder über die Lippen. Und ich werde in jedem nur erdenklichen Kontext – sollte eine andere Person diese Firma auch nur erwähnen – in Zukunft darauf hinweisen, wie das Wort „Datenschutz“ hier mit Leben gefüllt wird.

STUN/TURN Server und Nextcloud Talk

cloud kvfg

Nextcloud Talk in der KvFG Cloud

Nachdem ich heute Vormittag erfolgreich einen STUN/TURN Server ins Netz bekommen hatte, verdongelte ich diesen mit Nextcloud Talk und testete …

Mein dickes Katerchen Carlson war zwar im Rahmen des ersten Tests nicht sehr gesprächig, aber im Prinzip steht nun eine Videokonferenzlösung für das Kollegium zur Verfügung. Auch Externe können als Gäste an Videokonferenzen beteiligt werden, sofern man diesen den Link zum Konferenzraum (z.B. per Mail) schickt.

Läuft in allen modernen Browsern (Firefox, Chromium) und für die, die es nicht lassen können ist auch eine App für das Handy vorhanden. Schwierig könnte die Ressourcenausstattung meiner VM sein. Die muss im Alltag nun zeigen, dass sie es packt, bevor ich das größer bewerbe.

KI Lizenz

An Chefs mangelt es mir nicht und heute kam ein neuer dazu. Bis 5 Minuten vor Ende der Inthronisation war eigentlich noch alles OK – das übliche halt, wovon man weiß, dass es im Alltag flott untergehen wird: Dialog statt von Oben nach Unten; ich will erst einmal zuhören und lernen; alle haben bisher tolle Arbeit gemacht; ihre Expertise etc. wird benötigt; sie sind wichtig … so halt. Dazu noch ein wenig Phrasendropping und -drooling, das viel zu wenige als Humbug identifizieren, der Rest aber voll cool findet: Chancen der Künstliche Intelligenz! Muss man als Chef heute wohl gesagt haben. Will man den Gesamtverlauf positiv fassen, dann sagt man sich, es fehlte nur die Vorlage für ein Bullshit Bingo.

Aber dann brach es doch hervor, was sich zu Beginn nur andeutete: Lizenzen kaufen, föderale Dienste als Hindernis, Eigeninitiative als Zerfaserung, Notwendigkeit zentraler Dienste und Datentröge, Datenschutz als Hindernis … und als Krönung ein Vergleich mit Singapur, das sich Dank ein klein wenig Diktatur viel schneller und besser für die Digitalisierung aufstelle. Da war er ganz bei sich, Feuer und Flamme, ein Redner, der aus Überzeugung spricht.

Digitalisierung first – Bedenken second.

Ich hab dann noch versucht, mich wieder einzufangen, was mir nicht gelang. Also fuhr ich lieber ab, als ihn aus Versehen ihm nächstbesten Karpfenteich zu ertränken. Man muss wissen, wann es Zeit ist zu gehen. Mehr Professionalität brachte ich heute nicht auf.

Fangi

… hab noch vor den Ferien einige Monitore und auch ein paar Beamer einfangen können. Die Dinger sind nicht der Traum, helfen aber dabei, unsere langsam sterbende Hardware zumindest als Überbrückungslösung zu ersetzen.

Bin gespannt, wann gemerkt wird, dass es mit dieser Form von Selbsthilfe auf Dauer echt Essig ist. Vor gut zwei Jahren planten Daniel und ich schon einen neuen SAR und auch einen neuen OInfo. Die Pläne sind wohl allesamt nur für die Schublade. Spürbar passieren tut da nix.

Aber was willste schon machen, wenn „kümmern“ als illokutionäres Verb verstanden wird?

Mausetot

„… aber wenn man die Maus über die graue Fläche hält, dann sieht man doch, dass die sich verändert! Da musst Du dann klicken, dann klappt das auf.“

„Nö. Bei meiner Maus, da verändert sich nichts.“

PS: Liegt eindeutig an der Maus. Das ist nämlich keine Maus, sondern eine Spitzmaus. Spitzmäuse sind Insektenfresser und keine Mäuse. Probier’s mal mit ’ner Wühlmaus.

PPS: Für diesen Beitrag wurden keine Mäuse oder Spitzmäuse verwendet, die nicht Dank Hauskatze, Logitech und Synaptics weit im Vorfeld richtig konfiguriert worden wären.

Umschlag

Die erste Schulwoche dient dem Zusammentragen von Heften und anderen, von den LuL gewünschten, von den SuS / Eltern einzukaufenden Utensilien. Ein relativ nerviger und zeitaufwändiger Prozess.

Hier gibt es ein lokales Ladengeschäft, bei dem sich Teile der Schulbevölkerung die nötigen Dinge für das jeweilige Schuljahr besorgen. Der Vorteil des etwas teureren, aber ordentlich sortierten Ladens ist, dass der Zettel mit den (oft ziemlich abgefahrenen) Lehrerwünschen nach besonderen Heften bei den Mitarbeitern abgegeben werden kann und die dann durch die Regale huschen und alles zusammenstellen. Das nimmt Stress raus.

Aber: Dieses Jahr sind weiße Heftschoner wohl der Hit bei einigen Lehrkräften. Dumm nur, dass die in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) hier so gar nicht liefen. Der Hersteller hat aufgegeben, Nachbestellung geht nicht, im lokalen Laden läuft der Abverkauf der Reste.

Die beobachtbaren Reaktionen von Mama, Papa oder Zögling fallen vor dem Hintergrund dieser Situation in grob drei Kategorien:

  1. Stress gewinnt: „Aber der Lehrer hat doch gesagt … Die Kinder sollen da drauf ein Bild malen!“
  2. Funktion gewinnt: „Wenn weiße Papierumschläge alle sind, dann nehmen wir gelbe oder graue.“
  3. Farbe gewinnt: „Dann nehmen wir Plastik.“

Kurze Info an die Kategorie-1-Fraktion: Bei ebay hat es die Heftschoner aus Papier noch.

Im Grunde könnte sich dieser Prozess anders organisieren lassen:

  1. Schwarmvariante: Für jede Klasse hat es eine Wikiseite, auf die die Fach-LuL ihre Wünsche tippen. Die Klassenlehrer drucken dann diese Liste – oder noch besser: die Wikiseite wächst gleich öffentlich.
  2. Zentralisiert: Oder es hätte für jede Klasse ein DB-Formular (da reicht Limesurvey oder sogar Moodle – die Möglichkeiten sind Legion), in das die Fach-LuL ihre Wünsche schreiben. Dann wird zentral eingekauft – für alle, die sich an diesem Prozess beteiligen wollen. Alle anderen erhalten die Liste gedruckt oder als PDF.

Vermutlich ließe sich die zentrale Variante noch eher umsetzen, als die Schwarmlösung. In absehbarer Zeit wird aber weder die eine noch die andere Lösung kommen. Die Schulen wissen oft bis kurz vor knapp nicht, welche Lehrkraft in welche Klasse kommt. Die LuL können sich in den Fachbereichen nicht auf Standards für Hefte einigen. Und weder die LuL, noch die SuS noch die Eltern reißen sich um die Organisation eines zentralen Prozesses.

Also weiter so. Wächst sich ja auch raus. Sind die Kinder mal alt genug, reicht der Kauf eines einzigen Ringblocks mit karierten Blättern.

Moodle App

Lange Zeit war die Moodle App IMHO nicht wirklich zu gebrauchen und auch heute wundere ich mich bei deren Start über die Zeit, die sie braucht. Aber immerhin: jetzt läuft sie wesentlich runder und ich setze sie an allen Ecken und Enden im Schulnetz ein.

Inzwischen: Empfehlung! Hier gibt es sie auch als APK.

Die App macht den Alltag leichter – vor allem auch dann, wenn man im Unterricht z.B. eine Schülerarbeit fotografiert und dann im Moodle für alle ablegen will. Das geht so echt flotter. Noch schneller ist nur nextCloud, dafür dann aber nicht so sortiert und bei Weitem nicht so didaktisch integrierbar.

Alle Bilder von meinem Nexus4. Das ist halt noch ein Handy und kein Phablet. Deswegen sind die BIldchen eher klein. Ein im übrigen schönes Gerät; klein und handlich, ausreichend schnell und Dank LineageOS und FDroid aktuell. Nur die Kamera am Neuxs4 taugt nicht viel. Die braucht viel Licht, um erträgliche Bildchen zu machen.

Verrohung

Hm?? Den gesamten Bugreport in die Betreffzeile einzutragen ist nicht gerade guter Stil. Bei einer E-Mail wäre das IMHO Missbrauch. In einem Forum wäre das nah dran am Schreien. Läse ich so eine Mail zur Unzeit, wäre ich „pissed“ … und würde die Reparatur ziemlich weit an’s Ende meiner Pipeline stellen.

Was helfen könnte: im Thunderbird auf puren plain text umschalten. Dann knallt einem so eine Nachricht nicht gar so derb in’s Gesicht.

Karlchen III

Karlchen ist wieder da. Ich hab es doch nicht ausgehalten, ein im Grunde gutes Projekt wie die Vertretungsplan-App daran versterben zu lassen, dass sich keiner für die Betreuung des Servers dazu findet. Und gelernt habe ich auch wieder:

  • Für die meisten LuL (und sicherlich auch SuS) ist Technik von Magie, Weihnachten und Wunschkonzert nicht zu unterscheiden. Da schienen einige Punkte nicht so ganz klar zu sein:
    • Dass man sich nicht groß über serverbasierte Software unterhalten muss, wenn man keinen hat, der die Software pflegt
    • Dass man sich nicht über serverbasierte Software unterhalten muss, wenn man keinen hat, der den Server pflegt
    • Dass man SuS bei der Arbeit auf einem Server begleiten muss und dass man zur Begleitung selbst ein wenig von der Materie verstehen muss
    • Dass das alles Zeit kostet und sich nicht darin erschöpft, in Sitzungen das Wort zu führen, ohne das Projekt tatsächlich / konkret inhaltlich zu verstehen und zu betreuen
    • Dass Datenschutz nicht dadurch verwirklicht wird, indem man das Wort „Datenschutz“ verwendet (illokutionär)

Naja. Ist wohl so und lässt sich nicht so schnell ändern.

Technisch gab es bezüglich Karlchen ebenfalls Lernfutter:

  • VBox auf LXDE durch VNC via SSH auf KDE zu tunneln führt dazu, dass die Zeichen ()[] sowie | nicht an die VM durchgereicht werden. Ubuntu 18.04 nutzt netplan. Was für ein Mist, dass man keine komplexere netplan Konfiguration hinbekommt, ohne die oben genannten Zeichen.
  • Noch dümmer wird das dadurch, dass im Setup mit der Alternate CD für Ubuntu Server die Auswahl „Manuelle Netzwerkkonfiguration“ nicht dazu führt, dass der Installer die Netzwerkangaben einsammelt (das war früher so). Der Prozess läuft durch, es folgt ein Reboot – und wer nicht vor der Kiste hockt ist dann verloren, weil das Netz unkonfiguriert verbleibt. Kommt man doch noch remote auf die Loginshell, dann kann man kein ifupdown nachinstallieren, das einem die Netzwerkkonfiguration auch ohne ()[] | ermöglichen würde.
  • Alles – auch die DNS Konfiguration – ist irgendwie mit sytemd verdongelt. Mal nen unbound nachziehen und in der /etc/resolv.conf den Nameserver setzen war unter Ubuntu schon länger nicht mehr ganz so einfach – unter 18.04 aber noch einmal eine Schippe komplexer geworden.

Ich bin langsam reif für Devuan.