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Die Verbreitung von WhatsApp (WA) an Schulen liegt bei geschätzt 95%. Fast alle Kinder haben es auf ihren Smartphones – und wenn nicht, dann liegen sie ihren Eltern im Ohr, bis es dann doch da drauf ist. Die Kollegen haben es meist auch. Also nutzen sie es – trotz kultusministerialem Veto – für unterrichtliche Belange. Die 5% einer Klasse, die kein WA haben, gucken blöd in die Röhre. Beschweren tun sie sich aber nicht. Die Eltern auch nicht. Warum auch immer.

Ich überlege mir nun seit einiger Zeit, ob ich nicht einen XMPP oder evtl. auch einen Matrix Server für die Schule hochziehen sollte, zögere aber da, weil ich den Betreuungsaufwand bei einem oft zickigen Publikum nicht abschätzen kann und weil ich auch befürchte, dass wir in einem Mobbingfall dann ziemlich dumm ausschauen könnten: Wir hätten zwar die Plattform gestellt, kämen aber nicht an die Beweise ran, weil die verschlüsselt sind. An der Fürsorgepflicht ändern tut sich nix, nur an der Möglichkeit, dieser nachzukommen. Blöd.

Andere Lösungen habe ich mir ebenfalls angesehen: Zulip sah ganz nett aus, würde auch das Verschlüsselungsproblem mangels Fähigkeiten erledigen – hat aber einen zu wenig schicken und zu wenig potenten Client für Smartphones und würde schon deswegen durchfallen. Mattermost wäre auch eine Möglichkeit, ich will aber nicht meine User händisch pflegen, sondern LDAPs nutzen können, ohne gleich die dann geforderten Mengen Geld auf den Tisch zu werfen. Und Rocketchat … sieht mir einfach zu selbstgestrickt aus; ich erkenne da keine Linie im Softwarestack.

Die Softwareseite ist schon bei Matrix schwer zu blicken für normale User. Dafür scheint das, was bei einer Installation an Bord rollt, aber gut zu überschauen. XMPP mit Prosody wäre die sauberste Lösung – von der Software her, nicht vom Handling derselben.

Im Kreis drehen für Fortgeschrittene.

Vermutlich zerbreche ich mir umsonst den Kopf. Ein solches System nutzen dann so wenige, dass ich allein zeitlich mehr in Updates und Systempflege stecke, als alle SuS und LuL zusammen in die Nutzung. Ich seh das ja schon bei Etherpad, Moodle, nextCloud mit Collabora etc. pp. bei uns im Netz. Manche Kollegen verweisen ernsthaft darauf, dass Ella nicht gekommen sei. Dabei haben die alles aus Ella schon in der Schule. Seit Jahren.

Digitalisierung an Schulen mit Datenschutz zusammen zu bekommen und dabei die Zielgruppe mitzunehmen ist ein echt dickes Brett.