Hab't 'er g'lese?

Die Rahmendienstvereinbarung zu ella@bw ist ja schon ne Weile online einsehbar, aber ich vermute, dass diese noch komplett unverdaut ist. Oder ihr habt sie nicht gelesen. Oder ihr habt sie nicht verstanden. Oder sie ist Euch egal.
Für uns am KvFG ergeben sich durchaus Veränderungen, die in schlichten Sätzen nur angedeutet sind. Nehmen wir einen Satz wie

Der Dienstherr hat grundsätzlich das Recht, stichprobenweise zu überprüfen, ob das Versenden von E-Mails durch die Beschäftigten dienstlicher Natur ist. [§10 III]

Bisher haben wir in Horde5 die Möglichkeit Mail-Inhalte mit GnuPG zu verschlüsseln. Da war kein Lesen des Inhaltes durch Dritte möglich – egal ob Dienstherr oder NSA. Auf ella@bw wird es keine Verschlüsselungsmöglichkeit für Inhalte geben. Eine Überprüfung auf „Dienstlichkeit“ ist aber nur möglich, wenn man die Inhalte von E-Mails ansieht, denn eine Kategorisierung ist weder über pure Ansicht der Empfängeradresse noch des Betreffs möglich.
Fahren wir fort mit dem folgenden Absatz

Eine Verhaltens- und Leistungskontrolle bzw. -bewertung der Beschäftigten mittels automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten findet ebenso wenig statt wie eine sonstige statistische Erfassung und Auswertung. [§20]

und seiner Einschränkung auf statistische Verfahren zur Verhaltens- und Leistungskontrolle bzw. -bewertung. Das ist sehr spezifisch. Oder anders formuliert: Eine Verhaltens- und Leistungskontrolle mit dem bei ella liegenden Material ist im Einzelfall sehr wohl möglich.
Fassen wir zusammen: Willkommen im heute ganz normalen Leben.
Mit Einführung von ella@bw hat nicht nur die professionelle Kalender- und Mailverwaltung mit MUA und / oder Smartphone ein Ende (da könnte der schlaue Enduser ja lokal verschlüsseln), sondern auch der „Thekenschnack in der Cloud“.

Nachtrag 07.06.2018

It’s dead, Jim.